Rede der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär,

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Sehr geehrte Frau Präsidentin! 
Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wie Sie alle wissen, hatten wir in der letzten Woche unsere Kabinettsklausur in der Villa Borsig. Der Ort war sehr passend, weil er doch symbolisch für die Gründerjahre unserer Republik steht, für den wirtschaftlichen Boom am Ende des 19. Jahrhunderts. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass wir diesen wirtschaftlichen Boom heute dringender denn je brauchen. Und daran arbeiten wir gemeinsam als Bundesregierung. Die Wege zum Ziel sind vorgezeichnet. Das ist alles nachzulesen in unserem Koalitionsvertrag – immer noch hochaktuell, immer noch hochspannend. Jetzt arbeiten wir einen Meilenstein nach dem anderen aus dem Koalitionsvertrag ab. Darüber haben wir in der Villa Borsig gesprochen.

Wir haben in der sich anfügenden Kabinettssitzung dementsprechende Beschlüsse gefasst, einen beispielsweise zum Aktionsplan Fusion. Es ist daher sehr passend, dass ich heute gemeinsam mit meinem Kollegen Carsten Schneider diese Regierungsbefragung abhalten darf. Der Aktionsplan Fusion ist ein Kernanliegen unseres Ressorts und auch ein Flaggschiff der Hightech-Agenda Deutschland, weil sichere, weil klimafreundliche, weil bezahlbare Energie nun einmal das A und O ist, auch für unsere Unternehmen. Mehr als zwei Milliarden Euro sind für die Fusionsforschung bis 2029 vorgesehen. Damit kann das erste Fusionskraftwerk der Welt in Deutschland gebaut werden.

Insgesamt gilt: Wir wollen die Nase vorn haben, nicht nur beim Thema Fusion, sondern auch bei Themen wie künstliche Intelligenz, Quantentechnologie, Mikroelektronik, Bio-technologie und klimaneutrale Mobilität, also bei allen sechs Schlüsseltechnologien, über die wir in den letzten Wochen hier im Plenum schon sprechen durften.

Wenn man sich heute umschaut in der Welt – wir stehen geopolitisch vor sehr, sehr großen Herausforderungen –, muss man sagen, dass Forschung und Technologie überall den Unterschied machen. Wir haben großartige Menschen, die Großartiges auf die Beine stellen, ob das im Forschungsbereich ist, ob das im Unternehmensbereich ist. Wenn wir sie einfach mehr machen lassen – Stichwort „Bürokratieabbau“ –, dann ist schon viel gewonnen. Wir wollen gezielt unterstützen, gerade wenn sie Neues wagen. Ich darf da besonders die Gesundheitsforschung voranstellen oder auch die Raumfahrt, die wir nicht nur zivil nutzen wollen, sondern auch für unsere Sicherheit und Verteidigung.

All dem dient unsere Hightech-Agenda, auch als Booster für Deutschland. Dafür brauchen wir kluge Köpfe, nicht nur eigene kluge Köpfe, sondern auch kluge Köpfe aus dem Ausland. Wir brauchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich weltweit für den Standort Europa, vor allem auch für den Standort Deutschland entscheiden. Da stehen unsere Chancen sehr gut. Mit unserem 1.000-Köpfe-plus-Programm können wir schon erste Erfolge vermelden. 

Wir wissen alle, um wie viel es hier geht: eine Wirtschaft, die wieder brummt, als Basis für alles, was uns wichtig ist – für unseren Wohlstand, für unseren Sozialstaat, aber ganz neu eben auch wieder für Sicherheit und Freiheit.

Eine letzte Anmerkung vielleicht noch. Ich durfte letzte Woche in Fürth den Ludwig-Erhard-Preis an Nachwuchswissenschaftler verleihen. Da ist noch einmal ganz deutlich geworden, was „Wohlstand für alle“ bedeutet. Bei „Wohlstand für alle“ geht es eben nicht darum, dass wir uns immer nur überlegen: Wie groß ist der Kuchen? Und wie verteilen wir diesen Kuchen gerechter? Es geht eben nicht um diese bestimmte Größe des Kuchens, sondern wir müssen viel, viel stärker an der Hefe arbeiten. Das haben wir als Bundesregierung gemeinsam vor, ganz besonders mit unserer Hightech-Agenda. Jetzt freue ich mich auf meinen Kollegen und danach auf Ihre Fragen. Vielen Dank.