Asylbewerberzahlen für Januar 1992

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Das Bundesministerium des Innern teilt mit:

Das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge in Zirndorf hat im Monat Januar 1992 31021 Asylbewerber (Vormonat: 23659) registriert. Hauptherkunftsländer sind:

Jugoslawien 12 573 Personen (Vormonat: 9 706) Rumänien 3 077 Personen (Vormonat: 2 872)

Türkei 2 565 Personen (Vormonat: 2 205)

Nigeiia 1 454 Personen (Vormonat: 914)

Vietnam 1 154 Personen (Vormonat: 923)

Bulgarien 1 151 Personen (Vormonat: 844)

GUS 630 Personen (Vormonat: 338)

Albanien 533 Personen (Vormonat: 238)

Pakistan 517 Personen (Vormonat: 411)

Die Zahl der Asylbewerber ist gegenüber dem Vormonat wieder stark gestiegen. Es ist die bisher zweithöchste Monatszahl an Asylbewerbern in der Bundesrepublik Deutschland.

Auf die Staaten Ost- und Südosteuropas entfielen im Januar 18 460 Asylbewerber. Das sind 59,5 Prozent aller Asylbewerber. Der Anteil der Europäer an der Gesamtzahl der Asylbewerber beträgt 67,9 Prozent (21 070 Personen). Im Januar hat das Bundesamt über die Anträge von 15583 Personen entschieden. Als. asylberechtigt anerkannt wurden 857 Personen. Das entspricht einer Anerkennungsquote von 5,5 Prozent. Abgelehnt wurden 11115 Personen (71,3 v. H.), auf sonstige Erledigungen und Rücknahmen entfielen 3611 Personen (23,2 v. H.);

Aus Anlaß der aktuellen Entwicklung der Asylzahlen erklärte der Bundesminister des Innern, Rudolf Seite rs, am 3. Februar 1992 in Bonn:

Ich appelliere an die Fraktionen im Deutschen Bundestag, jetzt alle Anstrengungen zu unternehmen, damit ein interfraktioneller Gesetzentwurf zur Beschleunigung der Asylverfahren eingebracht und verabschiedet werden kann. Die Bürger erwarten, daß gehandelt wird.

Die Entwicklung zeigt darüber hinaus, daß mit den bisheri. gen Maßnahmen der Zustrom an Asylbewerbern nicht mehr zu bewältigen ist. Deshalb ist es notwendig, unsere Verfassungslage so zu gestalten, daß die Bundesrepublik Deutschland auch im Verhältnis zu den europäischen Partnerstaaten handlungsfähig wird.