- Bulletin 35-90
- 10. März 1990
das bundesministerium fuer innerdeutsche beziehungen
teilt mit:
die ersten vier arzneimittelpakete im gesamtwert von rund
4 mill. dm fuer die bevoelkerung in der ddr sind am 6. maerz
1990 vom bundesminister fuer innerdeutsche beziehungen,
dr. dorothee wilms, der oeffentlichkeit vorgestellt worden.
zielorte fuer diese ersten medikamente sind stralsund und
neubrandenburg.
bei den arzneimitteln handelt es sich um solche
medikamente, die in der ddr nicht selbst produziert, aber
dringend benoetigt werden. das reicht von medikamenten gegen
asthma oder chronische bronchitis bis zu medikamenten
gegen magengeschwuere, auch arzneimittel gegen
herznieren-erkrankungen gehoeren zu diesen lieferungen
ebenso wie antibiotika oder blutdrucksenkende mittel.
die gesamtsumme der arzneimittelhilfe des innerdeutschen
ministeriums wird in diesem jahr zunaechst auf 92,5 mill. dm
veranschlagt. die arzneimittel werden an 37 verteilerstellen
in der ddr ausgeliefert. dort koennen sie von
krankenhaeusern und apotheken nach bedarf abgerufen werden.
wie frau dr. wilms betonte, bleibt es jedoch nicht bei dieser
form der medizinischen hilfe. sie verwies darauf, dass
bereits seit oeffnung der innerdeutschen grenze das
innerdeutsche ministerium kurzfristig in groesserem umfang
medizinisches grundversorgungsmaterial und
krankentransporter in die ddr geschickt hat.
diese massnahmen werden im jahr 1990 in verstaerktem
umfang fortgesetzt und auf andere bereiche ausgedehnt.
fuer insgesamt 320 mill. dm wird seitens des innerdeutschen
ministeriums im jahre 1990 medizinhilfe geleistet werden.
"dieses geld verwenden wir fuer die flaechendeckende
versorgung der krankenhaeuser mit medizinischem
verbrauchsmaterial, fuer medizinisch-technische geraete, fuer
alten- und pflegeheime, fuer rehabilitationsmassnahmen, die
versorgung von dialysepatienten und fuer die beschaffung von
krankenwagen", erlaeuterte die ministerin.
dank und anerkennung sprach die ministerin all denen aus,
die unabhaengig von der hilfe des bundes einen eigenen
beitrag zur verbesserung des gesundheitswesens der ddr
bereits geleistet haben. "nicht nur die bundesregierung hat
soforthilfe geleistet, auch die bundeslaender und
kommunen, die krankenhausgesellschaften, hilfsorganisationen,
kammern der aerzte, zahnaerzte und apotheker, verbaende
der pharmaindustrie und einzelne buerger haben bereits mit
hilfsmassnahmen begonnen."
nach ansicht der ministerin muessen jedoch die probleme
des gesundheitswesens in der ddr geloest werden: "die
bundesrepublik deutschland kann, muss und wird dabei
helfen. eine grundlegende und dauerhafte verbesserung
des gesundheitswesens in der ddr kann letztlich aber nur
erwartet werden, wenn die soziale marktwirtschaft
eingefuehrt wird. denn nur durch sie wird es moeglich werden,
dass die medizinische grundversorgung zum beispiel durch
eigene produktion gesichert werden kann."