Inflationsausgleich für 48 Millionen Menschen

Kabinett Inflationsausgleich für 48 Millionen Menschen

Der Staat will sich nicht auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger an der Inflation bereichern. Um die mit der kalten Progression verbundenen schleichenden Steuererhöhungen zu dämpfen, hat das Kabinett ein Gesetz zum Ausgleich der Inflation auf den Weg gebracht. Davon profitieren rund 48 Millionen Menschen in Deutschland. Zudem wird das Kindergeld erhöht.

Formular zur Einkommenssteuererklärung mit Scheinen und Münzen.

Gehaltserhöhungen sollen auch netto spürbar sein – deshalb baut die Bundesregierung die kalte Progression ab.

Foto: Getty Images/ollo

Das sogenannte Inflationsausgleichsgesetz sieht vor, für rund 48 Millionen Bürgerinnen und Bürger die Steuerlast an die Inflation anzupassen. Damit werden Mehrbelastungen vermieden. Zudem werden Familien steuerlich gezielt unterstützt, etwa durch die Anhebungen des Grundfreibetrags und des Kinderfreibetrags sowie durch eine Erhöhung des Kindergeldes. Die Beschlüsse sind Teil des dritten Entlastungspakets.

Kalte Progression: Der Begriff der „kalten Progression“ bezeichnet eine Art schleichende Steuererhöhung, wenn eine Gehaltserhöhung komplett durch die Inflation aufgefressen wird, aber dennoch zu einer höheren Besteuerung führt. Ergebnis: Obwohl das Gehalt gestiegen ist, hat man real weniger Geld in der Tasche.

Geplante Entlastungsmaßnahmen

Das sogenannte Inflationsausgleichsgesetz sieht zwei Entlastungsschritte vor - ab 2023 und ab 2024. Ziel ist es, inflationsbedingte Mehrbelastungen auszugleichen und Familien gezielt zu unterstützen. Das Entlastungsvolumen beläuft sich 2023 auf mehr als 12 Milliarden Euro und steigt 2024 auf rund 18 Milliarden Euro an.

Mit dem Gesetz werden:

  • die Existenzminima von Kindern und Erwachsenen im Steuerrecht abgebildet. Dies wird durch entsprechende Anhebungen des Grundfreibetrags und des Kinderfreibetrags sichergestellt;
  • die sogenannte kalte Progression im Einkommensteuertarif ausgeglichen. Dabei handelt es sich um die geschätzte Inflation für 2022 beziehungsweise 2023, die im Tarif 2023 beziehungsweise im Tarif 2024 ausgeglichen wird. Im Bereich der sogenannten Reichensteuer (Steuersatz 45 Prozent) wird es keine Änderungen geben;
  • das Kindergeld für erste, zweite und dritte Kinder zum 1. Januar 2023 auf einheitlich 237 Euro pro Monat angehoben.

Die Berichte zu Existenzminimum und Steuerprogression liegen erst im Oktober vor. Daraus resultierende Anpassungen erfolgen laut Beschluss des Koalitionsausschusses im parlamentarischen Verfahren.