die wirtschaftliche lage in der bundesrepublik deutschland - monatsbericht dezember 1987

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das bundesministerium fuer wirtschaft teilt mit:

ueberblick

die wirtschaft der bundesrepublik deutschland befand sich
im dritten quartal 1987 weiter auf wachstumskurs. nach
ersten vorlaeufigen berechnungen des statistischen
bundesamtes uebertraf das bruttosozialprodukt sein
entsprechendes vorjahresniveau - wie im ersten halbjahr - real
um knapp 1/1/2/ prozent. waehrend dabei die inlandsnachfrage
weiterhin einen ueberdurchschnittlichen zuwachs
verzeichnete, fiel der aussenbeitrag im sechsten quartal
hintereinander niedriger als zur gleichen vorjahreszeit aus, so
dass von daher daempfende wirkungen auf das wirtschaftswachstum
ausgingen.
vom zweiten zum dritten quartal nahm die gesamtwirtschaftliche
aktivitaet preis- und saisonbereinigt ebenfalls um
knapp 1/1/2/ prozent zu. im vorangegangenen vierteljahr war
sie um 1 prozent gestiegen, wobei allerdings eine geringere
zahl von kalendertagen zu verzeichnen war. tragende
saeule des expansionsprozesses war auch zuletzt der
private verbrauch, doch wiesen die ausruestungsinvestitionen
und der staatsverbrauch ebenfalls einen spuerbaren
zuwachs auf. gleichzeitig konnten die bauinvestitionen
gegenueber dem zweiten quartal, in dem die firmen sich
bemueht hatten, zuvor eingetretene witterungsbedingte
produktionsausfaelle aufzuholen, noch einmal ausgeweitet
werden. auch die exporte nahmen zu, waehrend das niveau
der importe unveraendert blieb.
die juengsten turbulenzen an den devisen- und aktienmaerkten
bringen sicherlich neue belastungen fuer die weitere
gesamtwirtschaftliche entwicklung mit sich, insbesondere
im bereich der exporte und - als folge davon -
moeglicherweise auch bei den investitionen. doch duerfte die
fortsetzung des wachstumsprozesses aus heutiger sicht nach wie
vor wahrscheinlich bleiben. dies ist auch die auffassung des
sachverstaendigenrates zur begutachtung der gesamtwirtschaftlichen
entwicklung, der in seinem kuerzlich vorgelegten
jahresgutachten die aussichten, dass die wirtschaft der
bundesrepublik deutschland auf expansionskurs bleibt, als
gut beurteilt, allerdings fuer 1988 ebenso wie die meisten
wirtschaftsforschungsinstitute einen flacheren
wachstumsverlauf als urspruenglich erwartet unterstellt.
die neuesten konjunkturindikatoren bieten bislang keine
anhaltspunkte dafuer, dass die boersenunruhen in groesserem
umfang realwirtschaftliche spuren hinterlassen. so
signalisiert der geschaeftsklimaindex des ifo-instituts - nach
einer weiteren spuerbaren steigerung im oktober - im november
zwar einen merklichen rueckgang, doch ging dieser nicht
ueber das ausmass hinaus, was in der vergangenheit des
oefteren beobachtet wurde, ohne dass es einen derart
offenkundigen anlass wie den juengsten aktien- und
dollarkursverfall gegeben haette. allerdings kann eine
weitergehende reaktion nicht ausgeschlossen werden. andererseits
hat eine blitzumfrage des ifo-instituts ergeben, dass die
unternehmen des verarbeitenden gewerbes ihre
investitionsplaene fuer 1988 nach dem 19. oktober per
saldo nicht wesentlich revidiert haben. die produktion des
verarbeitenden gewerbes blieb nach ihrem deutlichen anstieg
im zweiten quartal in der folgezeit ebenfalls aufwaertsgerichtet.
gleichzeitig hielten sich die ordereingaenge bei den
industrieunternehmen auf vergleichsweise hohem niveau, so
dass die produktionstaetigkeit von der nachfrageseite her
weiter gestuetzt wird.
von der wirtschaftspolitik kommen deutliche wachstumsimpulse
so bringt die zum 1. januar 1988 in kraft tretende
weitere senkung der lohn- und einkommensteuer fuer
private haushalte und unternehmen steuerentlastungen von
knapp 14 mrd. dm, das entspricht rund /3/4/ prozent des
bruttosozialprodukts. darueber hinaus wurde die mittelfristig
angelegte wirtschafts- und finanzpolitik durch die
beschluesse der bundesregierung vom 2. dezember 1987
um eine reihe weiterer massnahmen zur staerkung des
wachstums ergaenzt (vgl. bulletin nr. 138 vom 3.
dezember 1987, s. 1169 f.). dabei ging es auch darum, einem
moeglichen prozyklischen verhalten bei oeffentlichen
entscheidungstraegern und im privaten bereich
entgegenzuwirken. die deutsche bundesbank hat den in gang
befindlichen zinsrueckgang weiter gefoerdert. der diskontsatz wurde
auf 2,5 prozent gesenkt und liegt damit auf dem niedrigsten
niveau der nachkriegszeit. die bundesrepublik
deutschland leistet mit diesen massnahmen einen weiteren beitrag
zu einer engeren koordinierung der internationalen
wirtschaftspolitik und insbesondere zur herstellung stabiler
verhaeltnisse auf den devisenmaerkten.
die lage auf dem arbeitsmarkt blieb insgesamt
unbefriedigend. positiv zu werten ist allerdings, dass sich bei der
beschaeftigung der seit nunmehr vier jahren in gang
befindliche anstieg fortsetzte. von august auf september erhoehte
sich die zahl der erwerbstaetigen um 146 000 auf 26,251
millionen, was nach ausschaltung jahreszeitlicher einfluesse
einem zuwachs von 8 000 entspricht. ersten berechnungen
des statistischen bundesamtes zufolge duerfte sich im
oktober der saisonbereinigte anstieg in aehnlicher weise
fortgesetzt haben. gegenueber dem tiefpunkt im herbst 1983 hat
damit die zahl der erwerbstaetigen bis jetzt um rund 700 000
zugenommen.
bei relativ gutem herbstwetter ist im november die
arbeitslosenzahl etwas weniger gestiegen als zwoelf monate
zuvor. gegenueber oktober erhoehte sie sich um 40 300 auf
insgesamt 2,133 millionen, was saisonbereinigt einen leichten
rueckgang bedeutet. im vergleich zum vorjahr waren aber
dennoch 65 400 personen mehr als arbeitslos gemeldet.
erfreulich ist, dass die zahl der kurzarbeiter mit 204 800
zum ersten mal in diesem jahr - wenn auch nur geringfuegig -
wieder unter ihrem entsprechenden vorjahreswert lag.
die verbraucherpreise zeichnen sich weiterhin durch ein
hohes mass an stabilitaet aus. von oktober auf november
aenderte sich der preisindex fuer die lebenshaltung nicht,
sein vergleichbares vorjahresniveau uebertraf er damit um
1,0 prozent. in den ersten elf monaten des laufenden
jahres zusammengenommen belief sich die erhoehung der
verbraucherpreise auf lediglich 0,2 prozent.
die anpassung der deutschen wirtschaft an die in den
letzten jahren erheblich veraenderten aussenwirtschaftlichen
rahmendaten - insbesondere an die verdoppelung des
dm-wechselkurses gegenueber dem us-dollar in weniger
als drei jahren - kommt bereits seit laengerer zeit deutlich
voran. die oekonomisch dafuer ausschlaggebenden realen
daten lassen dies klar erkennen. wurde diese entwicklung
in der leistungsbilanz lange zeit durch sehr ausgepraegte
einfuhrverbilligungen ueberdeckt, so ist der anpassungsprozess-bei nur
noch wenig veraenderten terms of trade seit
beginn dieses jahres - inzwischen auch hier unverkennbar:
waehrend der saldo der leistungsbilanz im ersten halbjahr
1987 noch um 4/1/2/ mrd. dm hoeher als zur gleichen
vorjahreszeit ausgefallen war, blieb er von juli bis oktober um
insgesamt 5/1/2/ mrd. dm hinter dem entsprechenden
ergebnis von 1986 zurueck. in den ersten zehn monaten des
jahres zusammengenommen war daher der ueberschuss mit
60,0 mrd. dm um 1,1 mrd. dm niedriger als vor jahresfrist.
xlauftraege
die nachfrage nach industrieprodukten ist seit
jahresanfang kraeftig gestiegen. im september/oktober lagen die
auftragseingaenge beim verarbeitenden gewerbe21) preis-
und saisonbereinigt22) um gut 6 prozent ueber dem niveau
des ersten quartals. analytische schwierigkeiten bereitet
ein urteil ueber die entwicklung der ordertaetigkeit am
"aktuellen rand". der hierbei ueblicherweise verwendete
zweimonatsvergleich (september/oktober gegenueber juli/
august), der einen auftragsrueckgang von 1 prozent
aufweist, zeichnet ein zu unguenstiges bild, da das
ordervolumen des monats august, das in die vergleichsbasis
eingeht, wegen einer haeufung groesserer auftraege an das
investitionsguetergewerbe - vor allem aus dem inland - ungewoehnlich
hoch ausgefallen war. fasst man demgegenueber die monate
august bis oktober zusammen und vergleicht sie mit dem
vorangegangenen dreimonatszeitraum, so ergibt sich ein
anstieg der gesamten bestellungen um 5 prozent, diese
rate duerfte aber wegen der genannten sonderfaktoren im
august die konjunkturelle grundtendenz der auftragserteilungen
an die industrie wiederum eher etwas ueberzeichnen.
am staerksten waren diese verzerrungen - wie erwaehnt - bei
den inlandsauftraegen, und hier insbesondere im
investitionsgueterbereich. insgesamt waren die bestellungen aus
dem inland im september/oktober real um 3 prozent hoeher
als im ersten quartal. sieht man von dem sehr hohen
august-ergebnis ab, so weisen die monate september und
oktober jeweils den hoechsten monatlichen auftragseingang
auf, der im laufenden jahr aus dem inland zu verzeichnen
war. dies gilt auch fuer das investitionsguetergewerbe, wo das
niveau des ersten vierteljahres zuletzt um 7 prozent
uebertroffen wurde, auf grund der erwaehnten sondereinfluesse im
vergleich zu juli/august dagegen ein deutlicher
nachfragerueckgang zu verzeichnen ist. fuer eine weiterhin recht
lebhafte investitionsgueternachfrage sprechen nicht zuletzt die
ergebnisse einer blitzumfrage des ifo-instituts, wonach die
unternehmen des verarbeitenden gewerbes ihre
investitionsplaene nach dem kurssturz des dollars und der
aktienkurse per saldo nicht nennenswert revidiert haben. im
grundstoffbereich blieb die auftragseingangsentwicklung
auch in juengster zeit weiter nach oben gerichtet. dagegen
scheint sich im verbrauchsguetersektor - insbesondere im
textilbereich - eine nachfrageabschwaechung
abzuzeichnen, hier ist die ordertaetigkeit zuletzt in etwa
wieder auf das jahresanfangsniveau zurueckgefallen.
bei den auslandsauftraegen setzte sich die seit beginn des
jahres wieder deutlich aufwaertsgerichtete grundtendenz
fort. im september/oktober uebertrafen die bestellungen den
stand des ersten quartals um 9/1/2/ prozent. gegenueber juli/
august sind sie um 2 prozent gestiegen.
ueberdurchschnittlich erhoehten sich dabei die
bestellungen fuer gueter aus dem
grundstoffbereich (plus 4 v. h.). auch die ordertaetigkeit im
1)die in diesem bericht enthaltenen angaben beziehen sich auf
das bundesgebiet
einschliesslich berlin (west).
investitionsguetergewerbe nahm zu (plus 1 v. h.), waehrend
die auftragseingaenge beim verbrauchsguetersektor etwas
zurueckgingen (- 1/1/2/ v. h.). durch die neuerliche
hoeherbewertung der dm gegenueber dem us-dollar koennen
freilich in naechster zeit wieder daempfende wirkungen auf
die kaufbereitschaft auslaendischer kunden in der
bundesrepublik ausgehen.
das niveau des entsprechenden vorjahreszeitraums
uebertrafen die auftragseingaenge beim verarbeitenden gewerbe
dem volumen nach um 1/1/2/ prozent. waehrend die
bestellungen aus dem inland dabei praktisch unveraendert blieben,
weitete sich die ordertaetigkeit aus dem ausland innerhalb
des letzten jahres recht deutlich aus (plus 4/1/2/ v. h.).
der seit anfang 1987 zu beobachtende aufwaertsgerichtete
trend der baunachfrage dauerte auch mit beginn des
herbstes an. von juli/august auf september/oktober erhoehte
sich das volumen der bauauftraege saisonbereinigt um
3/1/2/ prozent. die ordertaetigkeit im tiefbau, wo vor allem eine
starke ausweitung der strassenbauauftraege zu buche
schlug, expandierte dabei etwas kraeftiger als im hochbau.
innerhalb der zuletzt genannten sparte festigte sich die
nachfrageentwicklung im wohnungsbau erneut, allerdings
bewegte sie sich weiterhin auf sehr niedrigem niveau.
waehrend ausserdem fuer gewerbliche hochbauten die orders
sichtlich erhoeht wurden, schraenkten die oeffentlichen
auftraggeber ihre vergabetaetigkeit in diesem bereich drastisch ein.
insgesamt bewegte sich der auftragseingang im
bauhauptgewerbe damit dem volumen nach auf dem niveau des
entsprechenden vorjahreszeitraums.
produktion
nachdem sich die gesamtwirtschaftliche produktion im
zweiten quartal 1987 von der zeitweiligen abschwaechung
im winterhalbjahr erholt hatte und auf den seit 1983
eingeschlagenen wachstumspfad zurueckgekehrt war, hat sich die
aufwaertsentwicklung nach der jahresmitte fortgesetzt.
einem preis- und saisonbereinigten rueckgang des
bruttosozialprodukts von 1 prozent zu beginn des jahres und
einem wiederanstieg gleichen ausmasses im zweiten
vierteljahr folgte den ersten vorlaeufigen ergebnissen des
statistischen bundesamtes zufolge eine weitere zunahme von
knapp 1/1/2/ prozent im dritten quartal. allerdings kann aus
der hoeheren anstiegsrate im dritten quartal keine generelle
beschleunigung des wachstumstempos abgeleitet werden,
weil erhebliche kalendereinfluesse beruecksichtigt werden
muessen. die ungewoehnliche haeufung von feiertagen im
zweiten quartal fuehrte dazu, dass fuer diesen zeitabschnitt die
steigerung des sozialprodukts im vergleich zum vorquartal
eher zu unguenstig und umgekehrt der weitere anstieg im
folgequartal eher zu positiv dargestellt wird. das
entsprechende vorjahresniveau ueberschritt das sozialprodukt im
dritten vierteljahr - wie im durchschnitt der ersten
jahreshaelfte - um 1/1/2/ prozent.
die industrieproduktion ist im september/oktober
gegenueber den beiden vorangegangenen monaten
saisonbereinigt weiter gestiegen. dies gilt insbesondere fuer die
fertigung des verarbeitenden gewerbes, die waehrend dieses
zeitraums um /1/2/ prozent erhoeht wurde. die bautaetigkeit und
die leistung der energieversorgungsunternehmen liessen
dagegen nach (jeweils - 1 v. h.). im bergbau, wo auf grund
bestehender absatzprobleme viele feierschichten eingelegt
werden mussten, wurde die foerderung sogar sehr kraeftig
zurueckgefahren. innerhalb des verarbeitenden gewerbes
verzeichnete der verbrauchsguetersektor einen spuerbaren
produktionsrueckgang (- 1/1/2/ v. h.). auch der
grundstoffbereich, der unter den hauptgruppen des verarbeitenden
gewerbes seit fruehjahr - insbesondere wegen der
lebhaften aktivitaet in der chemischen industrie - die dynamischste
aufwaertsentwicklung aufgewiesen hatte, meldete zuletzt
eine abnahme seiner erzeugung (- 1 v. h.). recht deutlich
konnte dagegen das fertigungsniveau im nahrungsmittelgewerbe
(plus 1/1/2/ v. h.) und im investitionsguetersektor
(plus 2 v. h.) angehoben werden. bemerkenswert ist hierbei,
dass die "grossen drei" des zuletzt genannten bereichs
- elektrotechnik, maschinenbau und strassenfahrzeugbau -
sich bei der produktionsausweitung fast im gleichschritt
entwickelten.
vor allem auf grund der deutlich zurueckgefahrenen
foerdertaetigkeit im bergbau und der spuerbar eingeschraenkten
bautaetigkeit lag die erzeugung des produzierenden gewerbes
insgesamt im september/oktober um /1/2/ prozent unter ihrem
entsprechenden vorjahreswert.
xlprivater verbrauch
nach den vorlaeufigen ergebnissen der volkswirtschaftlichen
gesamtrechnung ist der private verbrauch im dritten
quartal saisonbereinigt um 1 prozent gestiegen. bei stabilen
preisen wurden die verbrauchsausgaben auch real um
diese rate ausgeweitet. nach der schwaechephase zu
beginn des jahres, die auch auf sondereinfluesse wie die
steuerlich motivierte vorverlagerung von automobilkaeufen
in das alte jahr zurueckzufuehren war, zaehlte damit der private
verbrauch wieder zu den hauptstuetzen des
gesamtwirtschaftlichen wachstums. gleichzeitig hat aber auch die
sparneigung der privaten haushalte leicht zugenommen, so
dass die steigerung der verbrauchsausgaben etwas hinter
der des verfuegbaren einkommens zurueckblieb. gegenueber
dem dritten vierteljahr 1986 erhoehte sich das niveau des
privaten verbrauchs nominal um 4 prozent, in konstanten
preisen ergab sich ein plus von 3 prozent.
die einzeandelsumsaetze, die als wichtigster kurzfristig
verfuegbarer indikator fuer den privaten verbrauch bereits bis
oktober vorliegen, waren dagegen in den beiden letzten
monaten gegenueber juli/august ruecklaeufig (- 1/1/2/ v. h.). am
staerksten ermaessigte sich der absatz von textilien,
bekleidung und schuhen, der allerdings unmittelbar zuvor noch
kraeftiger angestiegen war. auch die verkaufstaetigkeit bei
den warenhaeusern und im kraftfahrzeughandel liess
merklich nach. andererseits konnte der absatz von nahrungs-
und genussmitteln sowie von einrichtungsgegenstaenden
leicht ausgeweitet werden. das niveau der gleichen
vorjahreszeit uebertrafen die umsaetze des einzeandels im
september/oktober um 2 prozent, unter ausschaltung der
zwischenzeitlich eingetretenen preissteigerungen verblieb
ein anstieg von 1/1/2/ prozent.
der verlauf des konsumklima-index, der allmonatlich von
der gesellschaft fuer konsumforschung (nuernberg) ermittelt
wird, laesst seit einiger zeit auf etwas vorsichtigere
dispositionen der privaten haushalte schliessen. zwar bewegt er
sich nach wie vor auf hohem niveau, woraus hervorgeht, dass die
konsumenten die gesamtwirtschaftliche lage und ihre
eigene wirtschaftliche situation weiterhin insgesamt positiv
beurteilen, doch nahmen die optimistischen stimmen seit
der jahresmitte ab. die boersenunruhen scheinen allerdings
bislang zu keiner nennenswerten verunsicherung der
konsumenten gefuehrt zu haben. jedenfalls ging der
novemberwert des konsumklima-index, der erstmals auf
befragungen beruht, die nach dem sogenannten "schwarzen
montag" (19. oktober) durchgefuehrt wurden, nur leicht zurueck.
die zum 1. januar 1988 in kraft tretende weitere
steuersenkung bringt fuer die privaten haushalte eine beachtliche
verbesserung ihrer nettoeinkommen. dies duerfte zur
stabilisierung des wachstums der konsumnachfrage beitragen.
arbeitsmarkt
ausser jahreszeitlich bedingten bewegungen waren am
arbeitsmarkt zuletzt ueberwiegend nur geringe
veraenderungen festzustellen. die erwerbstaetigkeit nahm nach
ausschaltung saisonaler einfluesse weiter leicht zu. beguenstigt
durch ein vergleichsweise mildes wetter fiel ferner der
anstieg der arbeitslosenzahl im november etwas geringer
als saisonueblich aus. gleichzeitig ist die kurzarbeit kraeftig
zurueckgegangen, weil - anders als im vormonat - im
steinkohlenbergbau keine feierschichten gefahren wurden. das
angebot an offenen stellen hat sich dagegen in
saisonbereinigter rechnung praktisch nicht veraendert.
mit 26,251 millionen lag die zahl der erwerbstaetigen im
september um 115 000 ueber dem entsprechenden
vorjahresstand. gegenueber august erhoehte sie sich damit um
146 000, was einer saisonbereinigten zunahme von 8 000
entspricht. nach wie vor werden der beschaeftigungsabbau
im baugewerbe und die leicht nach unten tendierende
erwerbstaetigkeit im verarbeitenden gewerbe durch eine
aufwaertsbewegung im dienstleistungsbereich mehr als
ausgeglichen. fuer oktober rechnet das statistische bundesamt
nach ersten vorlaeufigen schaetzungen mit einem
jahreszeitlich bedingten leichten rueckgang der erwerbstaetigenzahl
von etwa 11 000, was saisonbereinigt einem anstieg von
zirka 7 000 entspraeche.
die zahl der arbeitslosen nahm von oktober auf november
- wie regelmaessig um diese jahreszeit - zu und belief sich
zuletzt auf 2,133 millionen. allerdings fiel bei relativ gutem
herbstwetter der anstieg mit 40 300 etwas geringer als
gewoehnlich aus, so dass sich nach ausschaltung der
saisonalen einfluesse ein rueckgang von 6 000 errechnete. der
entsprechende vorjahresstand wurde aber zuletzt um
65 400 uebertroffen. die arbeitslosenquote (bezogen auf die
abhaengigen erwerbspersonen) erhoehte sich sowohl im
vormonats- als auch im vorjahresvergleich um 0,2
prozentpunkte auf nunmehr 8,5 prozent, bezogen auf alle
erwerbspersonen lag sie zuletzt bei 7,5 prozent.
regional haben sich die ohnehin schon erheblichen
unterschiede in bezug auf die hoehe der arbeitslosigkeit im
vergleich zum vorjahr tendenziell eher noch vergroessert. so
stieg im sehr viel staerker von arbeitslosigkeit betroffenen
norden und westen der bundesrepublik die
arbeitslosenquote an. am ausgepraegtesten war die zunahme in
nordrhein-westfalen, wo sich die quote um 0,4 prozent-punkte
auf jetzt 10,8 prozent verschlechterte. auch im
landesarbeitsamtsbezirk niedersachsen/bremen (11,22 v. h.) war
der anstieg mit 0,3 prozent-punkten ueberproportional,
waehrend sich im bezirk schleswig-holstein/hamburg (11,5 v. h.
nach 11,3 v. h.) der anteil der arbeitslosen an den
abhaengigen erwerbspersonen wie im bundesdurchschnitt erhoehte.
in hessen (6,3 v. h.), nordbayern (6,4 v. h.), suedbayern
(5,5 v. h.) und in baden-wuerttemberg (4,9 v. h.) dagegen,
wo sich die arbeitsmarktlage bedeutend besser darstellt,
veraenderte sich die arbeitslosenquote im wesentlichen
nicht. auch die vergleichsweise hohe berliner
arbeitslosenquote von 10,4 prozent blieb innerhalb von zwoelf monaten
konstant. lediglich der landesarbeitsamtsbezirk rheinland-
pfalz/saarland verzeichnete einen leichten rueckgang der
arbeitslosigkeit um 0,2 prozent-punkte auf nunmehr
8,5 prozent.
nachdem schon in den beiden vormonaten sehr vielen
jugendlichen unter 20 jahren eine arbeit vermittelt werden
konnte, hat sich diese guenstige entwicklung im november
weiter fortgesetzt. am ende des monats waren 2 800
jugendliche weniger ohne arbeit als im oktober, das
vorjahresniveau wurde um 17 100 unterschritten. positiv zu
werten ist auch, dass der anteil der arbeitslosen unter den
jugendlichen mit 5,9 prozent erheblich unter der
gesamtwirtschaftlichen arbeitslosenquote von 8,5 prozent liegt.
auch ueberwog in diesem jahr - insgesamt gesehen - das
angebot an freien ausbildungsstellen deutlich die
nachfrage von jugendlichen nach lehrstellen.
der bestand an offenen stellen belief sich ende november
auf 157 100. er war damit um 11 700 hoeher als vor
jahresfrist. gegenueber dem vormonat bedeutet dies - schaltet
man jahreszeitliche einfluesse aus - allerdings keine
ausweitung des stellenangebots.
die zahl der kurzarbeiter ist im november sehr deutlich
gefallen, und zwar um 83 800 auf 204 800. sie lag damit
zum ersten mal in diesem jahr - wenn auch nur geringfuegig -
unter ihrem entsprechenden vorjahreswert. dies ist vor
allem dem umstand zu verdanken, dass im bergbau
keine weiteren feierschichten gefahren wurden und
damit die kurzarbeiterzahl hier um 89 900 abnahm.
daneben wurde aber auch in den bereichen metallerzeugung,
elektrotechnik und strassenfahrzeugbau weniger verkuerzt
gearbeitet. dem stand eine merkliche ausweitung an
kurzarbeit bei der metallverformung, der eisen- und
blechwarenindustrie und in der textilbranche gegenueber. im
baugewerbe hat sich zudem die zahl der feierschichten - wohl
auch auf grund jahreszeitlicher einfluesse - kraeftig erhoeht.
insgesamt ist fuer die kommenden wintermonate - saisonal
bedingt - eher wieder mit einer ausweitung der kurzarbeit
zu rechnen.
aussenwirtschaft
der aussenhandel der bundesrepublik deutschland
verzeichnete im verlaufe dieses jahres in beiden richtungen
eine deutliche expansion. bei den exporten war von juli/
august auf september/okts wegen des neuerlichen kursverfalls des
us-dollars hier in zukunft zumindest voruebergehend wieder neue
erschwernisse geben. die importe weisen in realer
rechnung bereits seit nunmehr fast fuenf jahren eine deutliche
aufwaertstendenz auf. dank der weiterhin robusten
binnenkonjunktur und auf grund der verbesserten preislichen
wettbewerbsfaehigkeit auslaendischer anbieter als folge der
wechselkursveraenderungen hielt die rege nachfrage nach
auslaendischen waren bis zuletzt an. in den beiden letzten
monaten zusammengenommen stieg das importvolumen in
saisonbereinigter rechnung um 3/1/2/ prozent an. da sich
mittlerweile auf beiden seiten des aussenhandels die preise
in relativ ruhigen bahnen bewegen, haben sich die terms of
trade in letzter zeit wenig geaendert. reale und nominale
entwicklung der warenstroeme klaffen deshalb auch nicht
mehr so weit auseinander wie noch in der juengsten
vergangenheit. dem werte nach erhoehten sich die ausfuhren von
juli/august auf september/oktober um 3 prozent, waehrend
bei den einfuhren im gleichen zeitraum ein plus von
4 prozent registriert wurde.
in den ersten zehn monaten des jahres 1987 zusammengenommen
lagen die einfuhren nominal um 2/1/2/ prozent unter
ihrem entsprechenden vorjahresniveau, bei den
ausfuhrwerten war ein rueckgang von 1/1/2/ prozent zu verzeichnen.
in diesem vorjahresvergleich macht sich jedoch noch
deutlich der starke rueckgang der aussenhandelspreise im
verlauf des vergangenen jahres bemerkbar, der vor allem auf
der importseite sehr ausgepraegt war. dem volumen nach
ergab sich demgegenueber in diesem zeitraum eine ausweitung
der handelsstroeme, wobei die einfuhren (plus 4/1/2/ v. h.)
merklich kraeftiger erhoeht wurden als die ausfuhren
(plus 1/1/2 v. h.). dies macht deutlich, dass die deutsche
wirtschaft sich weiter an die veraenderten aussenwirtschaftlichen
rahmenbedingungen anpasst.
dieser realwirtschaftliche anpassungsprozess findet
inzwischen auch zunehmend seinen niederschlag in den -
nominalen - ergebnissen der zahlungsbilanz. so lag zwar der
saldo der handelsbilanz in den monaten januar bis oktober
als ganzes betrachtet mit 93,6 mrd. dm noch um 2,8 mrd.
dm ueber dem vor jahresfrist registrierten ergebnis.
waehrend jedoch im ersten halbjahr 1987 der ueberschuss noch
um 5 mrd. dm hoeher als vor jahresfrist ausfiel, wurde im
zeitraum juli bis oktober der entsprechende
vorjahresstand bereits um 2 mrd. dm unterschritten. bei den
uebertragungen (- 22,6 mrd. dm) war der traditionelle negativsaldo
in den ersten zehn monaten darueber hinaus etwas hoeher als
im entsprechenden zeitraum von 1986. in der
dienstleistungsbilanz vergroesserte sich das defizit sogar merklich,
auf nunmehr 9,1 mrd. dm, was nicht zuletzt auf die deutlich
ausgeweiteten reiseausgaben deutscher touristen im
ausland zurueckzufuehren war.
fuer die leistungsbilanz ergab sich daraus ein gesamtsaldo
von 60,0 mrd. dm, also 1 mrd. dm weniger als in den ersten
zehn monaten des vergangenen jahres. tatsaechlich ist
auch hier der umschwung sehr viel ausgepraegter, als es in
diesen gesamtzahlen zum ausdruck kommt. wurde im
ersten halbjahr der entsprechende vorjahresstand noch um
4/1/2/ mrd. dm ueberschritten, so blieb das ergebnis im
zeitraum juli-oktober bereits um 5/1/2/ mrd. dm hinter dem zur
gleichen vorjahreszeit gemessenen niveau zurueck. offen
ist freilich, inwieweit der abbau der nominalen
leistungsbilanzueberschuesse in naechster zeit wieder durch
neuerliche importverbilligungen gebremst wird, wie sie vor allem
von dem erneut gesunkenen kurs des dollars und dem juengsten
preisverfall an den weltrohoelmaerkten zu erwarten sind.
im kapitalverkehr mit dem ausland sind in den ersten zehn
monaten dieses jahres per saldo mittel in hoehe von
32,6 mrd. dm abgeflossen, das sind 12,6 mrd. dm weniger
als im entsprechenden vorjahreszeitraum. 1987 haben
bislang auslaendische investoren netto erheblich geringere
betraege langfristig in der bundesrepublik angelegt als 1986.
gleichzeitig wurden deutsche kapitalanlagen verstaerkt im
ausland vorgenommen, so dass im langfristigen
kapitalverkehr im gegensatz zum vorjahr, wo es netto zu einem
ausgepraegten kapitalimport gekommen war, in der zeit von
januar bis oktober 1987 betraechtliche mittel abflossen
(- 18,3 mrd. dm). im kurzfristigen kapitalverkehr wurde ein
nettoexport von 14,3 mrd. dm verzeichnet, der damit um gut
63 mrd. dm niedriger ausfiel als vor jahresfrist. die
nettoauslandsaktiva der deutschen bundesbank haben sich in
den ersten zehn monaten dieses jahres um 22,2 mrd. dm
erhoeht. die differenz zwischen den nettokapitalabfluessen
und der erhoehung der devisenreserven der deutschen
bundesbank einerseits und dem leistungsbilanzueberschuss
andererseits geht auf statistisch nicht erfassbare
transaktionen zurueck.
monetaere entwicklung
im gefolge der aktienkurseinbrueche und der
devisenmarktturbulenzen seit dem "schwarzen montag" hat die
deutsche bundesbank in verstaerktem masse liquiditaet zur
verfuegung gestellt, um zur beruhigung der finanzmaerkte
beizutragen. gleichzeitig nahm sie die leitzinsen zurueck. nach
der lombardsatzsenkung von 5 auf 4/1/2/ prozent im
november reduzierte sie anfang dezember den diskontsatz auf
das historische tief von 2/1/2/ prozent. ausserdem wurde bei
den beiden letzten wertpapierpensionsgeschaeften, die als
mengentender ausgeschrieben waren, der festzins um
/1/4/ prozent-punkt auf 3,25 prozent ermaessigt. durch die
juengsten zinssenkungen hat sich die differenz zum
amerikanischen zinsniveau spuerbar ausgeweitet. immerhin lagen
die tagesgeldsaetze in der bundesrepublik deutschland
mitte dezember um fast 4 prozent-punkte niedriger als in
den vereinigten staaten.
der nach wie vor expansive kurs in der geldpolitik laesst sich
insbesondere an der entwicklung der
zentralbankgeldmenge ablesen, fuer die die deutsche bundesbank
urspruenglich vom vierten quartal 1986 bis zum vierten quartal 1987
einen zuwachs von 3 prozent bis 6 prozent als zielgroesse
vorgesehen hatte. im november lag ihre ausweitung
gegenueber dem stand vom 4. quartal 1986 bei einer
saisonbereinigten jahresrate von etwas ueber 8 prozent. dabei
hat sich das wachstumstempo im vergleich zum vormonat
nochmals merklich beschleunigt.
die vorher aufwaertsgerichtete tendenz der kapitalmarktzinsen
kehrte sich - aehnlich wie auf den wichtigsten anderen
kreditmaerkten - nach dem 19. oktober um. mitte dezember
notierten die kapitalmarktzinsen - gemessen an der
umlaufrendite festverzinslicher wertpapiere - etwas unter
6 prozent. sie waren damit um rd. /3/4/ prozent-punkte
niedriger als mitte oktober. die grosszuegige
liquididaetsausstattung der wirtschaft und die zur zeit hohen
selbstfinanzierungsquoten der unternehmen duerften auch in naeherer
zukunft einen erheblichen stabilisierenden einfluss auf das
zinsniveau ausueben. damit trifft die wachstumsfoerdernde
finanzpolitik der bundesregierung, die die automatischen
stabilisatoren im haushalt wirken laesst, auf relativ guenstige
bedingungen am kapitalmarkt.
einkommen
das tariflohn- und gehaltsniveau in der gesamtwirtschaft
war im dritten quartal 1987 - auf monatsbasis gerechnet -
um 3,3 prozent hoeher als vor jahresfrist. da waehrend dieser
zeit in einigen wirtschaftszweigen arbeitszeitverkuerzungen
durchgefuehrt wurden, ergab sich fuer die tarifentgelte
auf stundenbasis eine etwas staerkere verbesserung
(plus 3,7 v. h.).
die effektivloehne sind dagegen mit plus 3,0 prozent etwas
weniger gestiegen als die monatlichen tarifeinkommen,
was wohl in erster linie damit zusammenhaengt, dass sich die
kurzarbeit im dritten quartal binnen jahresfrist fast
verdoppelt hat. bei unterproportionaler zunahme der
arbeitgeberbeitraege zur sozialversicherung je beschaeftigten
arbeitnehmer (plus 2,6 v. h.) und einer ausweitung der beschaeftigung
um 0,5 prozent ergab sich fuer das bruttoeinkommen aus
unselbstaendiger arbeit insgesamt im vergleich zum dritten
quartal 1986 ein zuwachs von 3,4 prozent. der anstieg des
bruttoeinkommens aus unternehmertaetigkeit und
vermoegen blieb mit plus 1,9 prozent - aehnlich wie schon im
vergangenen vierteljahr - deutlich hinter dem der
arbeitseinkommen zurueck.
die produktivitaet - gemessen am bruttoinlandsprodukt
in konstanten preisen je erwerbstaetigen - erhoehte sich
binnen jahresfrist um 0,9 prozent. bei einem
gleichzeitigen anwachsen der bruttoeinkommen aus
unselbstaendiger arbeit je beschaeftigten von 2,9 prozent
verzeichneten somit die gesamtwirtschaftlichen lohnstueckkosten
einen anstieg von 2,0 prozent. er war damit geringfuegig
niedriger als im durchschnitt des ersten halbjahres, wo die
lohnstueckkosten im vergleich zum vorjahr um 2,3 prozent
zugenommen hatten.
preise
das preisklima in der bundesrepublik deutschland ist nach
wie vor entspannt. neben der verschaerfung des
wettbewerbs auf den inlaendischen maerkten, wie sie sich mit der
hoeherbewertung der dm durch die gewachsene
wettbewerbsfaehigkeit auslaendischer anbieter ergeben hat, wirkte
auch die ruhige entwicklung der kosten weiterhin
stabilisierend. waehrend der anstieg der inlaendischen kostenfaktoren
sich weiterhin in grenzen halten duerfte, ist zumindest fuer die
naechste zukunft vom ausland her mit preisdaempfenden
einfluessen zu rechnen. ausschlaggebend hierfuer ist vor
allem die neuerliche hoeherbewertung der dm insbesondere
gegenueber dem us-dollar, aber auch die juengste
preisentwicklung an den weltrohoelmaerkten, die derzeit deutlich
hinter dem von den opec-staaten vorgesehenen oelpreis von
18 us-dollar/barrel zurueckbleibt, duerfte preisberuhigend
wirken.
die seit fruehjahr wieder nach oben tendierenden
einfuhrpreise erhoehten sich auch von september auf oktober
leicht. da der erneute kursverfall des us-dollar im gefolge
der boersenturbulenzen sich im durchschnitt des monats
oktober noch kaum bemerkbar gemacht hat, schlugen sich
die merklichen preissteigerungen, die auf dollar-basis bei
rohstoffen und halbwaren eintraten, in hoeheren
dm-einfuhrpreisen nieder. auch fuer importgueter der
ernaehrungswirtschaft musste erheblich mehr als zuvor bezahlt
werden, wohingegen die beim gesamtindex stark ins gewicht
fallenden preise fuer fertigerzeugnisse wie in den
vorangegangenen monaten nahezu unveraendert blieben. der
vorjahresstand bei den einfuhrpreisen wurde damit zum ersten mal
seit juli 1985 wieder leicht ueberschritten (plus 0,4 v. h.).
auch die ausfuhrpreise tendierten im oktober leicht nach
oben. ueberdurchschnittlich zogen dabei die preise fuer
nahrungs- und genussmittel und insbesondere die fuer
bergbauliche erzeugnisse an. die preise fuer gueter der uebrigen
industriellen teilbereiche entwickelten sich dagegen mit
leichten unterschieden in etwa wie der gesamtindex.
aehnlich wie bei den einfuhrpreisen stellte sich damit bei den
ausfuhrpreisen im oktober mit plus 0,3 prozent erstmals seit
langem eine positive vorjahresabstandsrate ein (zuletzt im
dezember 1985).
da die kontraktpreise fuer importe etwas staerker
zugenommen haben als die der exporte, kam es im oktober
gegenueber dem vormonat zu einer geringfuegigen
verschlechterung der terms of trade. binnen jahresfrist hat sich
das austauschverhaeltnis mit dem ausland so gut wie nicht
veraendert.
die agrarpreise sind von september auf oktober im
gegensatz zu den vergangenen jahren, wo sie um diese zeit meist
nachgaben, merklich gestiegen (plus 0,5 v. h.). dies gilt
sowohl fuer pflanzliche erzeugnisse (plus 1,1 v. h.) als auch fuer
tierische produkte (plus 0,3 v. h.). insgesamt unterschritt
damit das agrarpreisniveau aber immer noch deutlich sein
vorjahresniveau (- 2,3 v. h.), auch wenn sich der negative
vorjahresabstand merklich verringert hat.
stabilitaet herrschte zuletzt im durchschnitt bei den
erzeugerpreisen gewerblicher produkte vor. groesseren
preisnachlaessen fuer mineraloelerzeugnisse standen dabei
merkliche preisanhebungen bei ne-metallen und -metalalbzeug
gegenueber, so dass sich das preisniveau fuer waren des
grundstoff- und produktionsguetergewerbes insgesamt nur
marginal veraenderte. das gleiche gilt auch fuer die uebrigen
teilsektoren, wo ebenfalls kaum preisbewegungen
festzustellen waren. insgesamt lag das erzeugerpreisniveau der
industrie im november praktisch auf dem stand von vor
zwoelf monaten.
auch die verbraucherpreise veraenderten sich von oktober
auf november im durchschnitt nicht. sie lagen damit um
1,0 prozent ueber ihrem entsprechenden vorjahresniveau.
innerhalb der gruppe der verbrauchs- und gebrauchsgueter,
deren preise insgesamt ebenfalls stabil blieben, standen
- wohl primaer wechselkursbedingt - spuerbare preisabschlaege
bei heizoel (- 5,3 v. h.) und kraftstoffen (- 1,2 v. h.)
maessigen preisanhebungen fuer langlebige, hochwertige
gebrauchsgueter (plus 0,2 v. h.) gegenueber. ansonsten war
bei den uebrigen komponenten des preisindex fuer die
lebenshaltung, also den preisen fuer nahrungsmittel, fuer
dienstleistungen und reparaturen sowie bei den mieten
kaum eine bewegung festzustellen. dies unterstreicht, dass
die verbraucherpreise derzeit durchweg von einer
bemerkenswert hohen stabilitaet gekennzeichnet sind. in den
ersten elf monaten des jahres 1987 lag das
verbraucherpreisniveau lediglich um 0,2 prozent ueber dem des
entsprechenden vorjahreszeitraumes. auch fuer die naechste zukunft
deutet sich hier keinerlei aenderung an.