Richtig oder falsch?
Vor allem in den Sozialen Medien und in Messenger-Diensten verbreiten sich Desinformationen rasend schnell. Auch zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie zum Nahostkonflikt sind unzählige Videos und Bilder im Umlauf, die falsch oder nicht verifiziert sind. Umso wichtiger ist es, solche Nachrichten nicht ungeprüft und unbedacht weiterzuverbreiten.
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Fünf Tipps, wie Sie Desinformation erkennen können:
Kritisch hinterfragen statt weiterleiten
Falsche Nachrichten oder Bilder werden von Privatpersonen oft nicht böswillig verbreitet, sondern, weil sich die Menschen Sorgen machen. Schlimmstenfalls schüren Falschmeldungen Verunsicherung oder verbreiten Panik. Irreführende und falsche Informationen werden jedoch dann zu einer Gefahr, wenn sie das Ziel haben, Menschen vorsätzlich zu täuschen oder zu beeinflussen und deshalb gezielt verbreitet werden. Man spricht dann von Desinformation. Desinformationen weisen oft ähnliche Muster auf: etwa reißerische Formulierungen oder eine besonders emotionale Sprache. Je emotionaler oder dramatischer eine Meldung ist, umso häufiger wird sie verbreitet. Deshalb ist es so wichtig, fragwürdige Inhalte nicht ungeprüft weiterzuleiten. Überprüfen Sie zunächst den Nachrichtentext und dessen Überschrift hinsichtlich möglicher Widersprüche und teilen Sie keine Inhalte, die Ihnen zweifelhaft erscheinen.
Faktenchecks nutzen
Die verlinkten Quellen können Hinweise darüber geben, wie verlässlich die Fakten der Nachricht sind. Um zu überprüfen, ob eine Information der Wahrheit entspricht, können Sie verdächtige Schlagwörter aus dem Nachrichtentext zusammen mit dem Wort Faktencheck in eine Suchmaschine eingeben.
Beispielsweise überprüfen öffentlich-rechtliche Medien und andere unabhängige Organisationen einzelne Falschmeldungen und stellen sie richtig. Unter anderem dokumentiert und analysiert das unabhängige Recherchezentrum Correctiv aktuelle und international kursierende Desinformation und Falschmeldungen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) listet auf seiner Internetseite EUvsDisinfo.eu aktuelle Fälle von Desinformation aus Russland auf und widerlegt falsche Behauptungen.
Absender der Nachricht prüfen
Prüfen Sie immer, wer das Video, das Bild oder die Nachricht veröffentlicht hat. Wer ist Urheberin oder Urheber des Materials oder wurde es bereits mehrfach weitergeleitet? Die Angabe eines Klarnamens kann ein Indiz für die Echtheit eines Profils sein. Sehen Sie sich bei Websites das Impressum an. Die Angaben sollten eine für die Website-Inhalte verantwortliche Person und eine vollständige Anschrift enthalten, nicht nur eine anonyme E-Mail-Adresse.
Quellen vergleichen
Es hilft immer, fragliche Nachrichten mit weiteren Quellen zu vergleichen. Bild- und Videomaterial, beispielsweise derzeit aus den Kriegsgebieten überprüfen die Faktencheck-Abteilungen vieler seriöser Medien sehr aktuell und regelmäßig. Informieren Sie sich zudem auf den offiziellen Seiten der öffentlichen Institutionen, aktuell zum Angriffskrieg gegen die Ukraine auf Bundesregierung.de und auf der Seite des Auswärtigen Amtes, sowie in den sozialen Netzwerken auf den jeweiligen Kanälen der Institutionen.
Bilder prüfen
Ob ein Foto manipuliert oder ein Original ist, lässt sich mit Hilfe der Bilder-Rückwärtssuche überprüfen: Die Bilddatei oder die URL werden dazu auf der Seite einer Suchmaschine hochgeladen sowie – soweit verfügbar – Hinweise zu Ort und Datum der Veröffentlichung im Netz. So lässt sich beispielsweise auch herausfinden, ob ein Bild überhaupt aktuell ist oder vielleicht aus früheren Veröffentlichungen stammt, möglicherweise in ganz anderem Zusammenhang.
Checkliste zum Erkennen von Falschmeldungen
Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geföderte Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien hat eine Checkliste zum Erkennen von Falschmeldungen herausgebracht.