Wiedereröffnung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Nürnberg – Staatsminister Weimer: „Nürnberg zeigt, was es bedeutet, Verantwortung für die Vergangenheit zu übernehmen.“

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Wiedereröffnung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Nürnberg – Staatsminister Weimer: „Nürnberg zeigt, was es bedeutet, Verantwortung für die Vergangenheit zu übernehmen.“

  • Pressemitteilung BKM - 110
  • Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Im Rahmen einer Festveranstaltung wurde heute in Nürnberg das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände wiedereröffnet. Dabei wurde die neue Dauerausstellung „Nürnberg und die Reichsparteitage“ erstmals vorgestellt, die die Geschichte des Geländes multimedial und innovativ vermittelt. Anwesend waren unter anderem Christian Wulff, Bundespräsident a. D., Joachim Hermann, der Bayerische Staatsminister des Innern, für Sport und Integration sowie Oberbürgermeister Marcus König und Maria Bering, Stellvertretende Amtschefin des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), in Vertretung für Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. 

Staatsminister Wolfram Weimer: „Das ehemalige Reichsparteitagsgelände ist ein Ort von besonderer historischer Bedeutung und eine eindringliche Mahnung an die Verbrechen des Nationalsozialismus. Die neue Ausstellung des Dokumentationszentrums setzt sich auf innovative Weise mit der propagandistischen Inszenierung des NS-Regimes auseinander sowie mit den verheerenden Folgen der Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit. Gerade in Zeiten, in denen Rechtsextreme und Populisten unsere Demokratie angreifen und einen Schlussstrich unter die Geschichte ziehen wollen, brauchen wir Orte des Lernens und der kritischen Reflexion – Orte wie diese: Hier in Nürnberg zeigt sich, was es bedeutet, wenn demokratische Gesellschaften Verantwortung für ihre Vergangenheit übernehmen und Orientierung für die Zukunft geben können. Ich freue mich, dass BKM dieses wichtige Vorhaben unterstützt.“

Das Dokumentationszentrum feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Nach fünfjähriger Bauzeit ist die Neugestaltung abgeschlossen. Nun öffnet es wieder seine Türen. BKM hat die Neukonzeption mit Fördermitteln in Höhe von 3,7 Mio. Euro unterstützt. Der Freistaat Bayern und die Stadt Nürnberg gaben jeweils rund 1,85 Mio. Euro dazu.

Das ehemalige Reichsparteitagsgelände ist das größte erhaltene Ensemble nationalsozialistischer Staats- und Parteiarchitektur in Deutschland. Von 1933 bis 1938 fanden hier die Reichsparteitage als jährlicher Höhepunkt der NS-Propaganda statt, an denen Hunderttausende Menschen teilnahmen. 

Im Rahmen des parlamentarisch initiierten Förderverfahrens KulturInvest unterstützt BKM zahlreiche Projekte zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Nürnberg. Mit insgesamt über 90 Millionen Euro Fördermitteln werden unter anderem der Erhalt der historischen Bausubstanz der Kongresshalle sowie ihre kulturelle Nutzung und die Weiterentwicklung der Zeppelintribüne und des Zeppelinfelds als Lern- und Begegnungsorte gefördert. Darüber hinaus unterstützt BKM im Rahmen der Gedenkstättenkonzeption des Bundes bis 2029 die Erweiterung der Dauerausstellung des Memorium Nürnberger Prozesse mit 750.000 Euro.

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