Weimer und Berlusconi bekräftigen gemeinsame Linien zur Zukunft von ProSiebenSat.1

  • Bundesregierung | Startseite
  • Bundeskanzler

  • Schwerpunkte 

  • Bundesregierung

  • Aktuelles

  • Mediathek 

  • Service   

Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer und MediaForEurope-CEO Pier Silvio Berlusconi haben heute im Bundeskanzleramt über die Zukunft von ProSiebenSat.1 gesprochen. MFE bekräftigte im Gespräch ihr deutliches Bekenntnis zum Standort Deutschland und zur Wahrung redaktioneller Unabhängigkeit. Beide Elemente waren von der Bundesregierung zuvor adressiert worden.

Weimer erklärte nach dem Gespräch: „Redaktionelle Unabhängigkeit ist von zentraler Bedeutung – sie darf nicht angetastet werden. Wir sind in diesem Punkt einer Meinung, und das ist eine gute Voraussetzung für ein gelingendes Engagement im deutschen Medienmarkt.“

MFE machte in dem Treffen deutlich, dass der deutsche Markt ein zentraler Bestandteil der Konzernstrategie sein soll. Der Fokus liege auf Investitionen in die Produktion lokaler Inhalte und den Aufbau eines Medien- und Streaming-Plattformgeschäfts. München werde als bedeutender Standort für Inhalte, Innovation und Beschäftigung weiterentwickelt. Zudem bekräftigte MFE, Steuern dort zu entrichten, wo Sender betrieben und Inhalte produziert werden – und damit die fiskalische Wertschöpfung für das deutsche Geschäft im Land zu belassen.

Weimer ergänzte: „Wer in Deutschland einen Sender betreibt und produziert, trägt Verantwortung – für Arbeitsplätze, für das Entrichten von Steuern und für unsere kreative Infrastruktur. Dass MFE diese Verantwortung in Deutschland wie auch in Italien und Spanien übernimmt, freut uns. Wenn aus München heraus nun eine große pan-europäische Plattform entsteht, ist das eine gute Nachricht.“

Pier Silvio Berlusconi betonte, dass MFE mit der Beteiligung an ProSiebenSat.1 dazu beitragen wolle, einen starken europäischen Medienakteur aufzubauen: „Ich möchte Herrn Staatsminister Weimer für den konstruktiven Austausch danken. Wir haben zentrale Themen besprochen, die für uns von grundlegender Bedeutung sind. Dazu zählt die Wahrung redaktioneller und journalistischer Freiheit, Pluralität zu fördern und allen Stimmen Gehör zu verschaffen. Wir möchten ein lokaleres Angebot produzieren und anbieten, das noch stärker auf das deutsche Publikum zugeschnitten ist: mit mehr Nachrichten, mehr Unterhaltungssendungen und mehr Fernsehserien – und im Laufe der Zeit weniger zugekauften Formaten – so, wie wir es bereits in Italien und Spanien praktizieren. Wir wollen Arbeitsplätze erhalten und die Verankerung von ProSiebenSat.1 in Bayern, in Deutschland und im gesamten deutschsprachigen Raum stärken.

Bei MFE verfolgen wir dieses industrielle Projekt mit Realismus und der nötigen Umsicht. Wir gehen diese Aufgabe motiviert an und sind uns gleichzeitig bewusst, dass es noch viel zu tun gibt und die Umsetzung Herausforderungen bergen wird.

Unser Ziel ist es, eine pan-europäische Rundfunk- und Mediengruppe zu schaffen, die in der Lage ist, sich gegen die globalen Technologiegiganten zu behaupten und mit ihnen im Wettbewerb zu bestehen. Dabei sind wir fest davon überzeugt, dass Deutschland der ideale Ausgangspunkt für europäische Entwicklungsvorhaben dieser Art ist.“

Beide Seiten bekräftigten, dass ein starker europäischer Medienmarkt nur gelingen könne, wenn Standortsicherheit, unabhängiger Journalismus und lokale Inhalte Hand in Hand gingen. Es liege im gemeinsamen Interesse, dass in Europa starke, unabhängige Medienplattformen entstünden. Beide Seiten vereinbarten zugleich einen regelmäßigen Austausch, auch mit Blick auf Fragen der Filmförderung und der pan-europäischen Medienregulierung.