Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Mittwoch zur dritten Sitzung des Strategiekreises für Technologie und Innovation in das Bundeskanzleramt eingeladen. Dabei wurde über die Chancen für nationale KI-Ökosysteme und neue Innovationspotenziale im Verteidigungsbereich diskutiert. Neben der Chefin des Bundeskanzleramtes waren auf Ressortseite das BMWE, BMFTR, BMDS, BMF und BMVg vertreten.
- Pressemitteilung 169
- Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)
Der Beraterkreis hat bereits in den vergangenen Monaten Optionen für Künstliche Intelligenz und für die Innovationsfähigkeit im Verteidigungsbereich erarbeitet. Nun stand ein ressortübergreifender Ansatz für eine resiliente und wettbewerbsfähige KI-Positionierung Deutschlands im Mittelpunkt der Debatte.
Um die nationalen KI-Ökosysteme zu stärken, kommt es vor allem auf die Verzahnung der Hightech Agenda Deutschland mit wichtigen europäischen Vorhaben für bahnbrechende Innovationen (Important Projects of Common European Interest – IPCEIs) an, u.a. durch die KI-Taskforce der Bundesregierung. Die Expertinnen und Experten waren sich einig, dass vor allem die industrielle KI eine besondere Chance darstellt, Deutschland als KI-Nation zu etablieren. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft müssen daher gemeinsam der hohen Entwicklungsgeschwindigkeit dieser Zukunftstechnologie und ihrer geopolitischen Dimension gerecht werden. Der Strategiekreis nahm ebenfalls das Potenzial der KI für die nächste Generation der Robotik in den Blick.
In seiner Diskussion zu den Innovationspotenzialen im Verteidigungsbereich fokussierte sich der Strategiekreis darauf, die strukturelle Transformation zu unterstützen und zu beschleunigen. Der Strategiekreis bekräftigte den eingeschlagenen Kurs, Beschaffungsentscheidungen am operativen Bedarf der Truppe auszurichten. Dieses zentrale Prinzip für eine schnelle und wirksame Ausstattung der Bundeswehr hat sich bewährt. Beschaffer und Anbieter innovativer Lösungen sollen die Potenziale der Digitalisierung in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie voll ausschöpfen können.
Anknüpfend an den Austausch in der zweiten Sitzung unterstrich der Strategiekreis zudem die Bedeutung geistigen Eigentums und dessen Verwertung für den Standort Deutschland.
Der Strategiekreis für Technologie und Innovation des Bundeskanzlers wird inhaltlich von einer Geschäftsstelle vorbereitet, die bei acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften angesiedelt ist.
Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft im Strategiekreis sind:
- Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm | acatech Präsident – Vorsitz des Steuerkreises
- Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka | Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft
- Prof. Dietmar Harhoff, Ph.D. | Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb
- Dr. Jarosław Kutyłowski | Gründer und CEO von DeepL SE
- Prof. Dr. Astrid Lambrecht | Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich GmbH in der Helmholtz-Gemeinschaft
- Dr.-Ing. E. h. Peter Leibinger | Aufsichtsratsvorsitzender TRUMPF; Präsident BDI
- Prof. Dr. Özlem Türeci | Mitgründerin und CMO von BioNTech SE
- Grazia Vittadini | CTO und Mitglied des Vorstandes der Deutschen Lufthansa AG