Statement des Kanzlers vor dem deutsch-französischen Ministerrat
Vor dem deutsch-französischen Ministerrat ist Bundeskanzler Merz von dem französischen Präsidenten Macron in dessen Sommerresidenz in Brégancon empfangen worden. Dort wollten beide bereits über die wichtigsten Fragen beraten, sagte Kanzler Merz in seinem Statement.
3 Min. Lesedauer
- Mitschrift Pressekonferenz
- Donnerstag, 28. August 2025
Bundeskanzler Merz und Präsident Macron sind vor den deutsch-französischen Regierungskonsultationen zu einem bilateralen Gespräch zusammengekommen.
Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler
Am Vorabend des deutsch-französischen Ministerrates (DFMR) in Toulon ist Bundekanzler Friedrich Merz am Donnerstag von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in dessen Sommerresidenz in Brégançon empfangen worden. Dort wollten beide bereits über die wichtigsten Fragen beraten. „Denn wir haben einige Aufgaben, die wir nur gemeinsam lösen können”, betonte Kanzler Merz in seinem Statement.
Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Präsident Macron in Brégançon stehen laut Kanzler Merz der andauernde Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich. „Ich lege als deutscher Bundeskanzler sehr viel Wert auf die deutsch-französische Freundschaft. Das ist eine Achse. Das ist eine Grundlage Europas“, so Bundeskanzler Merz. Die Gespräche werden am Freitag beim DFMR in Toulon fortgesetzt.
Lesen Sie hier die Mitschrift der Pressestatements:
Präsident Emmanuel Macron:
(auf Französisch, ohne Dolmetschung)
Bundeskanzler Friedrich Merz:
(auf Französisch, ohne Dolmetschung)
Lassen Sie mich auf Deutsch fortsetzen. Wir treffen uns in Frankreich zu den deutsch-französischen Regierungskonsultationen, zu dem morgigen Treffen der beiden Kabinette und heute zu einem Vorgespräch zwischen Präsident Macron und mir und unseren engsten Mitarbeitern. Wir wollen das morgige Treffen vorbereiten.
Wir wollen aber heute Abend auch noch einmal zu zweit miteinander über die großen Fragen unserer Zeit sprechen; denn wir haben einige Aufgaben, die wir nur gemeinsam lösen können. Dazu gehört leider der andauernde Krieg Russlands gegen die Ukraine. Wir müssen uns mit diesem Thema heute erneut beschäftigen, und dies vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es offensichtlich nicht zu einem Treffen zwischen Präsident Selenskyj und Präsident Putin kommen wird, anders als es zwischen Präsident Trump und Präsident Putin in der letzten Woche verabredet worden war, als wir gemeinsam in Washington waren.
Aber die Außen- und Sicherheitspolitik soll nicht das einzige Thema sein. Wir wollen auch und intensiv über die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich sprechen. Ich freue mich sehr darüber, dass wir uns schon im Frühjahr dieses Jahres in Berlin getroffen haben und auch einige Projekte vorbereitet haben, über die wir gemeinsam sprechen wollen. Deutschland und Frankreich spielen in dieser Europäischen Union auf diesem europäischen Kontinent eine zentrale Rolle. Wir versuchen auch in der Europäischen Union, gemeinsam Akzente zu setzen und auch einige Projekte voranzubringen. Wir versuchen, die EU-Kommission auf dem Weg hin zu einer wirklich durchgreifenden Entbürokratisierung in Europa auch eng zu begleiten und zu unterstützen. Wir können in unseren Mitgliedstaaten viel tun. Wenn die Europäische Union ihrerseits nicht ebenfalls bereit ist, wirklich einen ernsthaften Rückbau der Bürokratie weiter in Angriff zu nehmen, dann wird uns das auf nationaler Ebene nicht gelingen. Insofern greift das Hand in Hand.
Wir sind aber auch nicht allein in dieser Europäischen Union. Wir nehmen auch sehr viel Rücksicht auf unsere Partner, auf die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Ich lege als deutscher Bundeskanzler sehr viel Wert auf die deutsch-französische Freundschaft. Das ist eine Achse. Das ist eine Grundlage Europas. Aber es sind noch 25 weitere Mitgliedstaaten in dieser Europäischen Union, die auch auf uns schauen und die sich darauf verlassen können, dass wir das, was wir hier tun, alles gemeinsam tun wollen, mit allen anderen in der Europäischen Union zusammen. Dann sind wir wirklich stark, und dann ist Europa auch ein Faktor auf der Welt.
Wir haben in den letzten Jahren vieles geschafft, aber wir haben auch vieles nicht geschafft, und daran müssen wir jetzt arbeiten. Die Entwicklung auf dieser Welt zeigt, wie wichtig es ist, dass wir, ja, ein Machtfaktor auf der Welt werden – ökonomisch, politisch und auch sicherheitspolitisch –, und daran arbeiten wir.
Ich freue mich sehr darüber, dass wir die Gelegenheit haben, dies hier heute an diesem wunderbaren Ort zu tun. Brégançon ist ein auch in Deutschland hoch angesehener, sehr geschätzter Platz. Dass der französische Staatspräsident einen solchen Platz als seine Sommerresidenz hat, ist geradezu beneidenswert. Aber wir freuen uns, dass wir hier sein dürfen!