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Pressestatements von Kanzler Merz und dem Präsidenten der Republik Senegal, Faye Deutschland bleibt verlässlicher Partner

Wirtschaft und Investitionen sowie Sicherheit und Stabilität in der Sahel-Region: Das waren die bestimmenden Themen beim Gespräch von Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem senegalesischen Präsidenten Bassirou Diomaye Faye.

5 Min. Lesedauer

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Dienstag, 23. Juni 2026
Bundeskanzler Friedrich Merz und Bassirou Diomaye Faye, Präsident des Senegal, bei der Begrüßung mit militärischen Ehren.

Bundeskanzler Merz empfing den Präsidenten der Republik Senegal Faye mit militärischen Ehren im Bundeskanzleramt.

Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel

Deutschland und Senegal pflegen vielfältige und gute Beziehungen, etwa in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaft. Das hat Bundeskanzler Friedrich Merz beim Besuch des Präsidenten der Republik Senegal, Bassirou Diomaye Faye, betont. Der wirtschaftliche Austausch zwischen Deutschland und Senegal habe sich „in den letzten Jahren erfreulich positiv entwickelt“, machte Merz bei seinem Pressestatement vor der Unterredung mit Faye deutlich. Ihn hat der Kanzler im Bundeskanzleramt mit militärischen Ehren empfangen. 

Senegals Präsident Faye hatte sich für verschiedene Termine in Deutschland aufgehalten. Er nahm unter anderem gemeinsam mit Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan am Deutsch-Senegalesischen Wirtschaftstag in Berlin teil. 

Deutsche Unternehmen am senegalesischen Markt

Es gebe immer mehr deutsche Unternehmen, die am senegalesischen Markt aktiv werden möchten. „Wir wollen das als Bundesregierung unterstützen“, bekräftigte der Bundeskanzler und verwies auf die Instrumente der Außenwirtschaftsförderung und der Entwicklungszusammenarbeit. Insbesondere die junge Bevölkerung des Senegals brauche Perspektiven. „Wir fördern Investitionen und Ausbildung für zukunftsträchtige Berufe“, so Merz.

Der Bundeskanzler hob daneben auch das Engagement des Senegals für die Sicherheit und Stabilität im Sahel hervor. Er bedankte sich bei seinem Gast, „dass Sie sich als regionaler Vermittler für Dialog, Integration und die Stärkung der Regionalorganisation ECOWAS einsetzen.“ Deutschland und Senegal pflegen eine Sicherheitspartnerschaft, die auch künftig intensiv fortgesetzt werden solle, sagte Merz. Deutschland stehe als verlässlicher Partner zur Seite.

Sehen Sie hier das Video der Statements:

06:33

Video Pressestatements des Kanzlers und des Präsidenten der Republik Senegal, Faye

Lesen Sie hier die Mitschrift der Pressestatements:

Bundeskanzler Friedrich Merz:

Meine Damen und Herren, herzlich willkommen! Ich freue mich, dass ich heute im Kanzleramt in Berlin den Präsidenten der Republik Senegal herzlich begrüßen darf. Präsident Faye ist zum ersten Mal in Berlin, und ich freue mich sehr, dass er zu Besuch ist. Sein Programm hier in Deutschland – er hat schon Gespräche geführt – hat einen Fokus, und wir werden weiter über Wirtschaft und Investitionen sprechen.

Der wirtschaftliche Austausch zwischen Deutschland und Senegal hat sich in den letzten Jahren erfreulich positiv entwickelt. Es gibt immer mehr deutsche Unternehmen, die am senegalesischen Markt aktiv werden wollen. Wir wollen das als Bundesregierung unterstützen. Senegal ist ein dynamisches Land mit einer sehr jungen Bevölkerung. Diese Bevölkerung braucht Perspektiven, und hier setzen unsere Instrumente der Außenwirtschaftsförderung und der Entwicklungszusammenarbeit an. Wir fördern Investitionen und Ausbildung für zukunftsträchtige Berufe. So profitieren beide Seiten gleichermaßen von der Kooperation. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage: Investitionen brauchen stabile Rahmenbedingungen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Compact with Africa gegründet worden, den Deutschland 2017 ins Leben gerufen hat. Senegal ist Mitglied der ersten Stunde. Ich begrüße daher die bisherigen Reformen der senegalesischen Regierung, etwa das neue Investitionsgesetz.

Gleichzeitig möchte ich Sie zu weiteren Schritten in dieser Richtung ermutigen; denn, meine Damen und Herren, Stabilität ist auch ein gutes Stichwort für das zweite Thema, das uns beschäftigt. Senegal befindet sich in unruhiger Nachbarschaft. Instabilität, organisierte Kriminalität, islamistisch motivierte Anschläge: Das kennzeichnet die Region leider immer noch zu sehr. Im Sahel sterben weltweit die meisten Menschen durch Terroranschläge. Daher begrüße ich sehr, dass der Senegal und Sie persönlich, Herr Präsident, sich so intensiv für Sicherheit und Stabilität im Sahel in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft engagieren; denn ein stabiler Sahel liegt auch in unserem nationalen deutschen Interesse. Die prekäre Sicherheitslage dort verstärkt Armut und treibt Menschen in die Flucht. Die Menschen im Sahel brauchen dagegen eine Perspektive für ein Leben in Frieden. Daher danken wir Ihnen, dass Sie sich als regionaler Vermittler für Dialog, Integration und die Stärkung der Regionalorganisation ECOWAS einsetzen. Unsere beiden Länder pflegen seit Langem auch eine Sicherheitspartnerschaft. Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit wollen wir auch künftig intensiv fortsetzen.

Mit Deutschland, Herr Präsident, steht Ihnen ein verlässlicher Partner zur Seite. Ich freue mich deswegen auf den Austausch mit Ihnen und heiße Sie noch einmal sehr herzlich in Berlin willkommen.

Präsident Bassirou Diomaye Faye:

Vielen Dank! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, zunächst einmal möchte ich Ihnen für den Empfang hier danken und für die Aufmerksamkeit, die uns zuteil geworden ist, seitdem wir in Deutschland angekommen sind. Das spiegelt auch die Qualität der Beziehungen zwischen dem Senegal und Deutschland wider. Wir haben eine lange Tradition der Freundschaft und der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit.

Wir sind sehr zufrieden mit der Qualität unserer bilateralen Zusammenarbeit, die auf gemeinsamen Werten von Frieden, Demokratie und Achtung der Menschenrechte sowie des Völkerrechts aufbaut. Diese Zusammenarbeit umfasst heute vor allem die Bereiche Gesundheit, Förderung von erneuerbaren Energien – ganz besonders der Solarenergie –, Energieeffizienz und Berufsausbildung, mit mehreren Projekten und Programmen, die derzeit laufen. Darüber hinaus schätzt der Senegal die Unterstützung Deutschlands bei der Bewältigung von Gesundheitsfragen und der Coronapandemie sowie im Rahmen der Umsetzung des Impfstoffzentrums sehr.

Auf Grundlage der Compact-with-Africa-Initiative, die Sie gerade erwähnt haben, haben wir auch entsprechenden Maßnahmen beschlossen, um das Interesse der deutschen Unternehmen im Senegal anzuziehen. Das heißt, dieser Besuch ist die Gelegenheit, unserer Partnerschaft neue Dynamik zu verleihen, insbesondere in den prioritären Bereichen unserer nationalen Agenda, etwa im Hinblick auf den Wandel zur Agenda 2050 für den Senegal.

Wir werden über die unterschiedlichen Wege und Möglichkeiten sprechen, wie wir unsere wirtschaftlichen und Handelsbeziehungen durch Investitionen noch weiter stärken können, indem wir noch stärker die Privatwirtschaft einbeziehen. Die deutschen Unternehmen haben ihren Platz im Senegal – umso mehr, da wir die Qualität der Produkte und Dienstleistungen aus Deutschland schätzen.

Unser Gespräch wird sich auch um andere prioritäre Themen drehen, etwa die Situation im Sahel und in Afrika. Dort sind unsere beiden Länder aktiv im Kampf gegen den Terrorismus. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass Stabilität und Frieden unserer beiden Kontinente eng miteinander verbunden sind.

Über Afrika hinaus sind Sicherheit und Frieden in der Welt angesichts von Spannungsherden und Extremismus in unterschiedlichen Weltregionen – im Nahen und Mittleren Osten, Amerika und Asien – ein Thema. Es geht um Deeskalation, um Toleranz und um ein Ende von Feindseligkeiten. Stattdessen möchten wir Verhandlungslösungen für Krisen finden – für ein besseres weltweites Gleichgewicht und für eine bessere und offenere Regierungsführung, die inklusiver ist.

Zum Schluss möchte ich Ihnen, Herr Bundeskanzler Merz, noch einmal für Ihre Einladung danken. Das sind die Einführungsworte, die ich hier mit Ihnen teilen wollte. Vielen Dank!