Gemeinsame Sicherheitsinteressen und Schutz des freien Handels

  • Bundesregierung | Startseite
  • Bundeskanzler

  • Schwerpunkte 

  • Bundesregierung

  • Aktuelles

  • Mediathek 

  • Service   

Pressestatement von Bundeskanzler Merz im Forschungszentrum für Quanten-Nanowissenschaft an der Ewha Womans University in Seoul
Gemeinsame Sicherheitsinteressen und Schutz des freien Handels

Zum Abschluss seines Besuches in Singapur, Japan und Südkorea hat Bundeskanzler Merz ein positives Fazit seiner Asienreise gezogen. Die Region sei für Deutschland von größter strategischer Bedeutung, sagte Merz am Freitag in Seoul.

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Freitag, 30. Oktober 2026
Bundeskanzler Friedrich Merz im Gespräch beim Besuch der In der Ewha Womans University.

Ewha Womans University in Seoul: Hier hat Kanzler Merz sich über Quanten-Nanowissenschaften informiert und ein Resümee seiner Asienreise gezogen.

Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich in einem Statement zum Abschluss seiner Reise nach Singapur, Japan und Südkorea am Freitag zufrieden gezeigt. Die bereiste Region sei für 40 Prozent des Welthandels verantwortlich, zudem seien 60 Prozent der weltweit führenden Innovationsunternehmen dort ansässig. Deshalb sei die Region für Deutschland von „größter strategischer Bedeutung“, betonte der Kanzler nach einem Besuch im Forschungszentrum für Quantennanowissenschaft an der Ewha Womans University in Seoul. 

Deutschland werde in der Region als ein „ganz wichtiger Partner“ angesehen. „Ich hoffe, dass wir den Erwartungen entsprechen können, diese Zusammenarbeit zu vertiefen. An mir wird es jedenfalls nicht scheitern. Wir werden es tun“, unterstrich Merz.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Erhalt der Welthandelsordnung: Die besuchten Staaten hätten als mittelgroße Länder ein „übereinstimmendes Interesse“ an einer regelbasierten globalen Handelsordnung, sagte der Bundeskanzler. Deshalb wolle Deutschland nicht nur den bilateralen Handel mit Singapur, Japan und Südkorea weiter vertiefen. Ziel sei auch, gemeinsam für die Einhaltung internationaler Regeln einzutreten und die Welthandelsorganisation (WTO) aktiv zu schützen.
  • Unteilbarkeit der globalen Sicherheit: Kanzler Merz wies auf seinen Besuch der Demilitarisierten Zone an der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea hin. Nordkoreas Aufrüstung basiere auf der Unterstützung Chinas, welches wiederum Russland im Ukraine-Krieg stützt, und all das wirke sich auf Südkorea auf. Denn Sicherheit gebe es nicht mehr singulär, sondern nur noch kollektiv. Deswegen sei es wichtig, mit Singapur, Japan und Südkorea auch in sicherheitspolitischen Fragen eng zusammenzuarbeiten. 
  • Engagement für die Ukraine und Luftverteidigung: Die weitere Unterstützung der Ukraine sei Thema auf allen drei Reisestationen gewesen. Bundeskanzler Merz kündigte an, im Rahmen der „Koalition der Willigen“ Mitte November in Berlin die multilaterale Hilfe zu koordinieren. Der Kanzler stellte unmissverständlich klar: „Wir werden in unserem Engagement für die Ukraine nicht nachlassen.“

Lesen Sie hier die Mitschrift des Statements:

Bundeskanzler Friedrich Merz:

Meine Damen und Herren, wir stehen am Ende einer fünftägigen Reise nach Singapur, Japan und Korea. Ich kann sagen, es hat sich in mehrfacher Hinsicht gelohnt. Ich hatte eine große Wirtschaftsdelegation dabei, deren Mitglieder nach meinem Eindruck mit den neuen Möglichkeiten, die sie in der Region für ihre Unternehmen finden, sehr zufrieden sind. Ich kann aber auch sagen, dass es sich im Sinne der Partnerschaften, die wir mit diesen Ländern haben, gelohnt hat. Wir sind mittelgroße Länder, aber wir haben ein übereinstimmendes Interesse daran, eine regelbasierte globale Handelsordnung aufrechtzuerhalten. Wir vertiefen den Handel mit diesen Ländern. Wir verabreden, dass wir die Regeln einhalten, bis hin zur gemeinsamen Verpflichtung, die Welthandelsorganisation zu schützen. Wir haben gemeinsame Sicherheitsinteressen. Das kommt in vielerlei Hinsicht zum Ausdruck. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist auch hier in der Region allgegenwärtig.

Insofern sind es drei Länder, für die Deutschland ein hohes Interesse haben muss. Ich begrüße ausdrücklich, dass die Wirtschaftsdelegation so intensiv mit dabei war und vielfältige neue Wirtschaftskontakte gesucht hat, bis hin zu der Universität hier. Auch die Zusammenarbeit in der Wissenschaft zwischen Korea und Deutschland, Japan und Deutschland sowie Singapur und Deutschland ist intensiv. Diese Region ist für uns von größter strategischer Bedeutung. 40 Prozent des Welthandels finden in dieser Region statt. 60 Prozent der großen innovativen Unternehmen sind in dieser Region. Das heißt, Deutschland ist gut beraten, in Südostasien Interesse zu zeigen.

Ich habe das getan. Die Rückmeldungen, die ich bekomme, auch von meinen Gesprächspartnern, sind so positiv, dass ich mich sehr ermutigt fühle, mit dem Kabinett darüber zu sprechen, mit der Wirtschaftsministerin, mit dem Forschungsministerium, mit vielen anderen Institutionen, was wir tun können, um die Zusammenarbeit mit Südostasien noch weiter zu vertiefen.

Deutschland wird hier in der Region als ein ganz wichtiger Partner angesehen. Ich hoffe, dass wir den Erwartungen entsprechen können, diese Zusammenarbeit zu vertiefen. An mir wird es jedenfalls nicht scheitern. Wir werden es tun.