- Pressemitteilung 305
- Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer treibt im kommenden Jahr die Kulturbauten-Offensive des Bundes mit „KulturInvest“ weiter voran. Nach der entscheidenden Sitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages stehen dafür im kommenden Jahr 120 Millionen Euro zusätzlich bereit. Hinzu kommen erhebliche Verpflichtungsermächtigungen zur Absicherung der überjährigen Bewilligungen im Kulturbaubereich. Dies ermöglicht dem Bund nachhaltige Investitionen in kulturelle Einrichtungen und Kulturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Dazu zählen unter anderem die Instandsetzung von Museen und Schlössern, die Ertüchtigung von Sakralbauten, die Sanierung historischer Schiffe oder die Schaffung von Dauerausstellungen.
Staatsminister Wolfram Weimer: „Kulturbauten sind die Klammer um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Kulturnation. Über Generationen hinweg laden sie ein zur Begegnung und zum Dialog über Werte und Erinnerungen. Unsere kulturellen Leuchttürme stiften Identität über die Zeiten hinweg. Unsere Gedenkstätten sind Lernquellen zu den dunkelsten Abgründen unserer Geschichte, aber auch zu den Sternstunden unserer Demokratiewerdung. Gerade sie werden wir mit der Kulturbauten-Offensive deutschlandweit substanziell stärken. Zugleich wirken diese Investitionen insbesondere auch im ländlichen Raum. Davon profitieren nicht zuletzt lokale Bauwirtschaft und Handwerk, Tourismus und Kultur- und Kreativwirtschaft.“
Mit den Mitteln aus der Kulturbauten-Offensive können ab 2026 unter anderem folgende Maßnahmen gefördert werden:
- national bedeutsame Erinnerungsorte wie die Kongresshalle Nürnberg und das Zeppelinfeld
- Gedenkstätten Bergen-Belsen, Dachau, Flossenbürg, Husum-Schwesing und Neuengamme (jeweils Einzelvorhaben)
- Sanierungsmaßnahmen an herausragenden denkmalgeschützten Gebäuden, wie der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, der Kirche St. Marien zu Lübeck, dem ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR in Berlin und der Stadthalle Wuppertal
- Baumaßnahmen für bundesbedeutsame Stiftungen, wie etwa die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz (Gotisches Haus)
- Sanierungsmaßnahmen an Museen, wie etwa beim Museum für Hamburgische Geschichte, beim Deutschen Hygienemuseum in Dresden oder beim Museumsdorf in Cloppenburg, aber auch inhaltliche Neukonzeptionen, wie etwa beim Lilienthal-Museum in Anklam
- Einrichtung und Erhaltung kultureller Begegnungsorte, wie etwa dem Alten Kasino in Melsungen oder dem Schauspielhaus Erfurt
- die Erhaltung historisch bedeutsamer Seeschiffe, beispielsweise des Feuerschiffs „Borkumriff“ oder der „Grönland“ in Bremerhaven
Auch das erfolgreiche Denkmalschutz-Sonderprogramm kann im kommenden Jahr mit 50 Millionen Euro zusätzlich fortgesetzt werden. Der Haushaltsausschuss ermöglicht durch seine Entscheidung, dass der Bund gemeinsam mit den Ländern, Kommunen und privaten Trägern eine Vielzahl unbeweglicher Kulturdenkmäler und Orgeln bundesweit und in der Fläche vor dem Verfall bewahrt, hierzu zählen beispielsweise historische Dorfkirchen und Synagogen, Schlösser und Burgen sowie Zeugnisse der Industriekultur. Dies ist ein großer Gewinn für den Denkmalschutz in Deutschland. Die Mittel kommen insbesondere auch kleinen und mittelständischen Bau- und Handwerksbetrieben in der Denkmalpflege zugute.
Dies gilt vorbehaltlich des Inkrafttretens des Haushaltsgesetzes 2026.