Mehr Schutz für Bahnmitarbeitende und Reisende

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Sicherheitsgipfel Bahn Mehr Schutz für Bahnmitarbeitende und Reisende

Mehr Sicherheit für Bahnbeschäftigte und Reisende: Das ist das Ziel von Bund, Ländern, Arbeitnehmervertretern und der Verkehrsbranche. Auf einem Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn wurde sich deshalb auf einen Aktionsplan und konkrete Sofortmaßnahmen verständigt.

2 Min. Lesedauer

Bodycam im Einsatz bei Mitarbeitern der DB Sicherheit.

Auch mit der Bereitstellung von Bodycams soll die Sicherheit für die Mitarbeitenden der DB erhöht werden.

Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

„Bahnhöfe und Züge müssen sichere Orte sein. Das gilt für Zugreisende und Zugpersonal in gleicher Weise“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder auf dem Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn (DB). Man müsse alles daransetzen, die Sicherheit auch in den Zügen weiter zu steigern, betonte er.

Nach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar in Rheinland-Pfalz hatte die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla zu einem Sicherheitsgipfel eingeladen. Neben Bundesverkehrsminister Schnieder nahmen auch Vertreter der Länder sowie von Gewerkschaften, Verbänden und den Aufgabenträgern für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) am Gipfel teil.

Sofortmaßnahme: Bodycams für alle Bahnmitarbeitenden

Zum Schutz von Bahnpersonal und Reisenden wird die Deutsche Bahn kurzfristig folgende Maßnahmen umsetzen:

  • Bereitstellung von Bodycams für alle Mitarbeitenden mit Kundenkontakt im Nahverkehr, Fernverkehr und an den Bahnhöfen. Die Nutzung soll freiwillig sein.
  • Die DB setzt 200 zusätzliche Kräfte der DB Sicherheit auf Bahnhöfen ein.
  • Die persönliche Schutzausrüstung von DB-Mitarbeitenden wird verbessert.
  • DB-Mitarbeitende werden noch mehr in Verhaltens- und Deeskalationstrainings geschult.
  • Der bereits vorhandene Hilferufknopf („Prio-Ruf“) wird weiter ausgerollt und weiterentwickelt. Damit bekommen DB-Mitarbeitende im Ernstfall schneller Hilfe.
  • Die DB führt in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei regionale Sicherheitswerkstätten durch, um Sicherheitskonzepte vor Ort anzupassen.
  • Bei DB Regio gilt bei der Ticketkontrolle das Prinzip Eigensicherung vor Prüfung. Ab 1. März 2026 liegt es im Ermessen des Kontrollpersonals, ob ein Fahrgast bei der Ticketkontrolle einen Ausweis vorzeigen muss.

Gleichzeitig wird die Bundespolizei ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Gewaltkriminalität auf dem Gebiet der Bahnanlagen des Bundes uneingeschränkt fortsetzen. 

Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene

Der gemeinsame „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ wird zudem durch folgende konkrete Handlungs- und Prüffelder ergänzt:

  • Ausbau der Videoüberwachung in Zügen und an Bahnhöfen.
  • Besetzung der Nahverkehrszüge mit mehr Personal. Mit diesem Thema wird sich die Verkehrsministerkonferenz Ende März befassen.
  • Verzicht auf eine Ausweiskontrolle beim Deutschlandticket, um kritische Situationen zu verringern. Die Bundesländer wollen das Ticket dafür noch fälschungssicherer machen. Auch das soll auf der Verkehrsministerkonferenz thematisiert werden.
  • Verstärkte und KI-unterstützte Auswertung von Video- und Audioaufzeichnungen zur Früherkennung. Die rechtlichen Grundlagen dafür sollen verbessert werden.
  • Stärkung des strafrechtlichen Schutzes von Mitarbeitenden, damit Angriffe auf sie besser geahndet werden können. Dies wollen die beteiligten Bundesministerien in das laufende Verfahren zur Anpassung des Strafgesetzbuchs einbringen.

Weitere Informationen zum Sicherheitsgipfel der Bahn finden Sie beim Bundesverkehrsministerium .