„Unser Land kann Aufbruch und Tempo“

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LNG-Terminal in Wilhelmshaven eröffnet „Unser Land kann Aufbruch und Tempo“

„Mit dem heutigen Tag wird Deutschland und wird auch die Europäische Union ein großes Stück sicherer und unabhängiger“, erklärte Bundeskanzler Scholz bei der Eröffnung des ersten LNG-Terminals in Wilhelmshaven. Er lobte die „außergewöhnliche Teamleistung“ und das Tempo, mit dem das Vorhaben realisiert wurde. Weitere Terminals an Nord- und Ostsee sollen folgen.

3 Min. Lesedauer

Bundeskanzler Scholz, Vize-Kanzler Habeck und Bundesfinanzminister Lindner bei der Eröffnung des LNG-Terminals in Wilhelmshaven in gelben Warnkacken mit Schutzhelm

Bundeskanzler Scholz (m.) besucht gemeinsam mit Vizekanzler Habeck (l.) und Finanzminister Lindner (r.) das neue Terminal – im Hintergrund liegt die „Esperanza“.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

26 Kilometer Leitung in nur fünf Monaten, nicht einmal 200 Tage von der Planung bis zur Inbetriebnahme eines neuen Flüssiggasterminals: „Das ist neuer Weltrekord“, erklärte Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Eröffnung des neuen LNG-Terminals in Wilhelmshaven. Viele hätten dies nicht für möglich gehalten – doch „tatsächlich haben wir es hinbekommen“, so Scholz. Dies sei jetzt „das neue Deutschland-Tempo, mit dem wir Infrastruktur voranbringen“, so Scholz.

Spezialschiff übernimmt Regasifizierung

Am LNG-Terminal in Wilhelmshaven hat der Tanker „Höegh Esperanza“ festgemacht, der mit rund 165.000 Kubikmeter Flüssigerdgas beladen ist. Damit können rund 50.000 Haushalte ein Jahr lang mit Gas versorgt werden. Auch die Regasifizierung leistet das Spezialschiff – also die Umwandlung des flüssigen LNG in Gas, das dann in das deutsche Netz eingespeist wird. Die Bundesregierung hat die "Höegh Esperanza" für Wilhelmshaven gechartert.

Die erste Regasifizierung wird in den nächsten Tagen stattfinden, bevor dann nach dem Jahreswechsel der reguläre Betrieb startet. „Viele weitere Schiffe können von nun an hier in Wilhelmshaven anlegen und viele weitere Hunderttausende Haushalte und Unternehmen mit Gas versorgen“, so Scholz. Die „Esperanza“ wird ab Januar eine Regasifizierungskapazität von rund 5 Milliarden Kubikmeter im Jahr bieten und stellt damit einen ersten Meilenstein in der zukünftigen Energieversorgung Deutschlands dar. 

„Eine außergewöhnliche Teamleistung“

Bundeskanzler Scholz bedankte sich bei allen, die dafür gesorgt haben, dass Schiff und Anlegestelle  bereits vor Weihnachten die Arbeit aufnehmen können – bei den Arbeiterinnen und Arbeitern, Ingenieurinnen und Ingenieuren, den vielen beteiligten Unternehmen, der niedersächsischen Landesregierung und der örtlichen Kommune. Das Beispiel zeige, dass der deutsche Föderalismus funktioniere: „Wenn wir uns unterhaken, schaffen wir es auch in kürzester Zeit, solche großen Aufgaben zu bewältigen“, betonte der Kanzler. Das Projekt eines energiesicheren Deutschlands sei von Beginn an „eine außergewöhnliche Teamleistung“, so Scholz. Das gelte auch mit Blick auf das Unternehmen Uniper, dass zugesagt hat, das Terminal bis 2024 voll auszulasten und entsprechende Mengen an Flüssiggas auf dem Weltmarkt zu beschaffen. 

Unabhängigkeit von Pipeline-Gas wächst

„Wilhelmshaven ist dabei erst der Anfang“, so Scholz. In den kommenden Wochen und Monaten folgen weitere Terminals an der deutschen Nord- und Ostseeküste – in Brunsbüttel, in Stade und in Lubmin. Ende 2023 soll so eine Importkapazität von über 30 Milliarden Kubikmeter Gas vorhanden sein. Dies ist mehr als die Hälfte der Gasmenge, die noch im vergangenen Jahr durch die Pipelines aus Russland nach Deutschland geflossen ist. Hinzu kommen noch weitere Lieferungen aus Norwegen, aus den Niederlanden sowie über niederländische, belgische und französische Häfen – sowie für einen bestimmten Zeitraum auch aus Großbritannien.

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Video Eröffnung des LNG-Terminals in Wilhelmshaven

„Wir lassen uns nicht erpressen“

„Russlands Präsident Putin hat geglaubt, er könne uns erpressen, indem er uns die Gaslieferungen abdreht. Aber er hat sich getäuscht. Wir lassen uns nicht erpressen“, erklärte der Bundeskanzler. Gleichzeitig wirke der furchtbare Krieg als Beschleuniger „bei all dem, was ohnehin getan werden musste“. Deutschland wolle bis 2045 vollständig aus fossilen Brennstoffen aussteigen. Russlands Einsatz von Energie als Waffe sei da nur ein weiterer Ansporn, „noch schneller, noch entschlossener, noch nachdrücklicher in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren“, so Scholz. Die neuen Leitungen in Wilhelmshaven seien daher ganz bewusst so gebaut worden, dass sie auch für den Transport von Wasserstoff umgerüstet werden können. 

Als Regierung an einem Strang gezogen

Begleitet wurde der Bundeskanzler in Wilhelmshaven auch von Vizekanzler Robert Habeck und Bundesfinanzminister Christian Lindner. Dass die Energieversorgung Deutschlands in diesem Winter wohl gesichert ist, „das ist auch euer Verdienst“, dankte ihnen der Kanzler. „Wir haben hier als ganze Regierung an einem Strang gezogen, zusammen mit den Ländern und mit den Gemeinden in Deutschland, die hier Verantwortung haben“.

„Wir sind insgesamt gut vorankommen. Aber natürlich sind wir noch nicht durch. Wir arbeiten in aller Konsequenz weiter – und pushen mit gleicher Konsequenz die Erneuerbaren Energien“, betonte Vizekanzler Habeck. Es bleibe weiter wichtig, „sorgsam mit dem knappen Gut Gas umzugehen“. Auch Bundesfinanzminister Lindner begrüßte die Inbetriebnahme des ersten schwimmenden LNG-Terminals noch in diesem Jahr. Es sei wichtig, die Abhängigkeit von russischen Gas-Importen schnellstmöglich zu reduzieren.

LNG ist verflüssigtes Erdgas. Es kann per Schiff zu Terminals transportiert und von dort wieder in Gas umgewandelt ins Gasnetz eingespeist werden, benötigt also für Teile des Weges keine Pipeline. Später soll die Infrastruktur für den Transport von klimafreundlichem Wasserstoff genutzt werden.