Welt von morgen gemeinsam gestalten

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Rede des Kanzlers beim Abendempfang mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen und koreanischen Wirtschaft
Welt von morgen gemeinsam gestalten

Bei einem Abendempfang mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen und koreanischen Wirtschaft betonte Bundeskanzler Merz, Südkorea sei für Deutschland ein wichtiger Wirtschafts- und Handelspartner. Beide Länder wollten gemeinsam Innovationen schaffen und vermarkten.

Donnerstag, 29. Oktober 2026 in Seoul
Budneskanzler Merz auf dem Podium hinter einem Rednerpult in Seoul, Südkorea.

„Unser Verhältnis ist heute von einer beeindruckenden Vielfalt und Tiefe geprägt“, betonte der Kanzler in seiner Rede mit Blick auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Südkorea.

Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

„Wir sind Partner, die gelernt haben, wie man durch Bildung, durch Mut, durch Fleiß und durch Innovation eine moderne, offene und auch eine wohlhabende Gesellschaft aufbauen kann“, so Bundeskanzler Friedrich Merz bei dem Abendempfang mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen und koreanischen Wirtschaft. Südkorea sei mit seiner leistungsstarken Wirtschaft und hohen technologischen Fähigkeiten ein wichtiger Wirtschaftspartner und Deutschlands drittwichtigster Handelspartner in Asien.

Zudem sprach Bundeskanzler Merz über die Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft am 30. Oktober, die „die ausgezeichneten Wirtschaftsbeziehungen weiter stärken, und das gilt ganz besonders für die Schlüsseltechnologien der Zukunft“. Denn es gehe nicht nur um den Handel: „Wir wollen gemeinsam Innovationen schaffen und vermarkten – von der Halbleiterindustrie über Quantencomputing bis hin zur industriellen KI“, erklärte der Bundeskanzler. Etwa 540 deutsche Unternehmen beschäftigen etwa 100.000 Personen in Südkorea.

Lesen Sie hier die gesamte Rede:

Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Lee Jae Myung,

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich danke Ihnen herzlich für den außerordentlich freundlichen Empfang heute in Korea, in Ihrer Hauptstadt. Ich danke Ihnen persönlich, Herr Präsident, aber ich danke auch im Namen der mitgereisten Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Wirtschaft.

Unsere Begegnung und der Austausch mit Ihnen kommt zur rechten Zeit; denn wir stehen in Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt – auch hier in Asien – vor großen Herausforderungen. In einer Welt, die immer stärker von Großmachtpolitik geprägt ist, braucht es ein dichtes Netz an Partnerschaften und an Ländern, die eng zusammenarbeiten. Denn nur so können wir unsere Freiheit, unsere Souveränität, unsere Sicherheit und unseren Wohlstand langfristig verteidigen.

Korea ist einer unserer engsten Partner hier in der Region, denn uns verbindet viel. Wir sind wehrhafte Demokratien, die aktiv für eine internationale Ordnung eintreten, die sich nach Regeln unter Gleichen richtet. Und wir sind Nationen – Sie haben es angesprochen, Herr Präsident –, die die bittere Erfahrung der Teilung eint. Ich wünsche, dass wir eines Tages auch die Geschichte der Wiedervereinigung Koreas miteinander teilen können. Wir sind Partner, die gelernt haben, wie man durch Bildung, durch Mut, durch Fleiß und durch Innovation eine moderne, offene und auch eine wohlhabende Gesellschaft aufbauen kann.

Unser Verhältnis ist heute von einer beeindruckenden Vielfalt und Tiefe geprägt. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass wir unsere Zusammenarbeit nun auch offiziell als vertiefte strategische Partnerschaft bezeichnen. Damit geben wir einer bereits bestehenden sehr starken Verbindung den Namen, den sie verdient.

Wie Sie gesehen haben, Herr Präsident, werde ich von einer großen deutschen Wirtschaftsdelegation begleitet. Die morgige Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft, die hier traditionell stattfindet, wird die ausgezeichneten Wirtschaftsbeziehungen weiter stärken, und das gilt ganz besonders für die Schlüsseltechnologien der Zukunft. Denn wir wollen nicht nur Handel treiben. Wir wollen gemeinsam Innovationen schaffen und vermarkten – von der Halbleiterindustrie über Quantencomputing bis hin zur industriellen KI, über die wir heute schon ausführlich gesprochen haben. Erst das ermöglicht es uns, die Welt von morgen gemeinsam zu gestalten.

Unsere Partnerschaft lebt aber nicht nur von Technologie und Handel. Unsere Partnerschaft wird lebendig durch die Verbindung zwischen Gesellschaften und Menschen. Deshalb erinnern wir, so wie Sie es auch getan haben, in diesem Jahr an das 60. Jubiläum des Anwerbeabkommens, infolgedessen rund 10.000 Krankenschwestern nach Deutschland gekommen sind. Sie folgten den fast 8000 koreanischen Bergarbeitern und trugen damit zum wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes bei. Sie legten auch den Grundstein für die reichen zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern. Und sie verkörpern bis heute, was unsere Partnerschaft stark macht, nämlich Kreativität, Neugier, Schaffenskraft, Fleiß und Ideen, wie wir gemeinsam die Zukunft gestalten können.

Erlauben Sie mir, Herr Präsident, dass ich auf diese Partnerschaft das Glas erhebe – auf die Freundschaft zwischen Deutschland und Korea, auf unsere gute Zusammenarbeit und auch auf unsere gute persönliche Zusammenarbeit, die wir in diesen Tagen weiterentwickeln.

Herzlichen Dank.