Im Wortlaut
(Die Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultandolmetschung.)
- Mitschrift Pressekonferenz
- Freitag, 30. Oktober 2026
Bundeskanzler Merz
Meine Damen und Herren, herzlich willkommen! Wir sind hier wenige hundert Meter von der Grenze zu Nordkorea entfernt ‑ eine demilitarisierte Zone, die von einer UN-Mission unter der Führung des amerikanischen Generals Brunson und auch unter Beteiligung von zwei deutschen Soldaten überwacht wird, um sicherzustellen, dass dieser kritische Punkt friedlich bleibt und dass es hier an der Grenze zu Nordkorea nicht zu Zwischenfällen kommt.
Während meines Besuches in Seoul bin ich sehr häufig auf die Erfahrungen angesprochen worden, die wir mit einem geteilten Land und einer Wiedervereinigung gemacht haben. Man merkt auch hier an diesem Ort, wie sehr ein solches Land unter einer Teilung leidet und wie sehr auch der Wunsch besteht ‑ jedenfalls in diesem Teil der koreanischen Halbinsel ‑, wiedervereint zu werden.
Bis es soweit ist, wird eine militärische Sicherung der Grenze notwendig bleiben. Dass zwei deutsche Soldaten daran beteiligt sind, zeigt, dass Sicherheit auf der Welt nicht mehr teilbar ist, sondern wir sie überall gewährleisten müssen. Deswegen auch danke an die Bundeswehr, danke an die beiden deutschen Soldaten, die hier in einem großen internationalen Kontingent ihren Dienst tun.
Wir konnten auch die Grenzanlagen besichtigen, und es ist eindrucksvoll zu sehen, wie dieser Ort gesichert wird. Es ist aber eben auch ein geteiltes Land. Mir gehen in diesem Augenblick Gedanken durch den Kopf, wie dankbar wir sein dürfen, dass wir eine solche Teilung in Deutschland seit 36 Jahren nicht mehr erleben müssen. In diesem Land ist das aber noch so. Wollen wir hoffen, dass auch Korea eines Tages die Chance bekommt, seine staatliche Einheit zurückzugewinnen.
Noch einmal danke an diejenigen, die hier ihren Dienst leisten, und danke an Sie, dass Sie Interesse daran haben, an diesem Ort dabei zu sein.