Jahreskonferenz Rat für Nachhaltige Entwicklung
Bei der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung hob Kanzleramtschef Thorsten Frei hervor, dass Nachhaltigkeit gerade in Krisenzeiten wichtig sei – denn das Prinzip biete Lösungen für heutige und nachfolgende Generationen an.
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Für Bundeskanzleramtschf Thorsten Frei sind die Nachhaltigkeitsziele, die Richtschnur für ein freies, sicheres, gerechtes und wohlhabendes Deutschland.
Foto: RNE/Bernhard Ludewig/Oliver Ziebe
Wie kann Nachhaltigkeit in Zeiten multipler Krisen zum Kompass für politisches Handeln werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) in Berlin. Rund 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft diskutierten Wege, wie die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) konkret umgesetzt und für die Menschen erlebbar gemacht werden können.
Nachhaltigkeitsziele als Leitlinie der Bundesregierung
Die Nachhaltigkeitsziele seien die Richtschnur für ein freies, sicheres, gerechtes und wohlhabendes Deutschland, betonte Kanzleramtsminister Thorsten Frei in seiner Eröffnungsrede. Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen seien sie mehr als eine Vision, die Orientierung bietet – mit den Nachhaltigkeitszielen ließe sich auch eine gute Zukunft für alle gestalten. Nachhaltigkeit sei kein „nice-to-have”, sondern ein „must-have”, so Frei.
Bürokratie abbauen, Bürgernähe schaffen
Die Bundesregierung will in der Nachhaltigkeitspolitik überflüssige Bürokratie abbauen. Berichtspflichten sollen reduziert werden und aus der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) soll ein bürgernaher Aktionsplan entstehen.
Nachhaltige Entwicklung soll für die Menschen und für die Wirtschaft „konkret erlebbar” sein, so Frei. Deshalb werde die DNS handlungsorientiert weiterentwickelt. Die Bundesregierung hat den wiedereingesetzten Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung mit der Erarbeitung des Plans beauftragt – das wichtigste Steuerungsorgan der Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung.
Nachhaltigkeit als Kompass für komplexe Fragen
Für komplexe Herausforderungen, die einen politikübergreifenden Ansatz erfordern, biete Nachhaltigkeit einen guten Kompass, sagte Frei. Denn in der „DNA” der Nachhaltigkeit liege der Ausgleich verschiedener Interessen und die Auflösung von Zielkonflikten.
Ziel sei es, das „Silodenken” in der Verwaltung zu überwinden und stärker interdisziplinär in Projektteams zu arbeiten. Dabei müsse die Umsetzung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) stets als Gesamtheit gedacht werden – kein Ziel dürfe auf Kosten eines anderen verfolgt werden, so Frei.
Praxisbeispiel: Interdisziplinäre Kommission für Kinder- und Jugendschutz
Ein Beispiel für diesen interdisziplinären und politikübergreifenden Ansatz, so Frei, sei die vom Bundesbildungsministerium initiierte Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt”. Sie deckt die soziale Dimension von Nachhaltigkeit ab und setzt sich dafür ein, ein sicheres, digitales Umfeld für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Dabei werden auch die gesundheitlichen Folgen von Medienkonsum und die Stärkung von Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen in den Blick genommen.
Beteiligung der Gesellschaft und der jungen Generation
An der Jahreskonferenz nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, der Kultur, der Politik und der Wissenschaft teil – ebenso Jugendvertreterinnen und -vertreter, die aktiv mitdiskutiert haben. Sie forderten mehr wirksame Mitspracherechte und Beteiligungsmöglichkeiten bei Themen, die für künftige Generationen wichtig sind.
Die 24. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) fand am 10. November 2025 ganztägig unter dem Motto „Was trägt? Nachhaltigkeit weiterdenken!“ in Berlin, statt. Der RNE berät die Bundesregierung zur Nachhaltigkeitspolitik. Er ist in seiner Tätigkeit unabhängig und die Ratsmitglieder werden seit 2001 alle drei Jahre von der Bundesregierung berufen.