"Diese Maßnahmen dienen allen"

Merkel auf Wirtschaftsgipfel "Diese Maßnahmen dienen allen"

"Eine gut beherrschte Pandemie ist für die Wirtschaft das Beste", betonte Bundeskanzlerin Merkel beim virtuellen Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung am Dienstag. Sie zeigte sich optimistisch, dass auf eine Durststrecke im Winter ein kräftiges Wirtschaftswachstum in 2021 folgen werde.

Bundeskanzlerin Merkel spricht per Videokonfernz beim Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung.

Bundeskanzlerin Merkel spricht beim Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Deutschland habe in und mit der Pandemie gelernt, wie wichtig eine schnelle und frühe Reaktion auf das Infektionsgeschen sei, so Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung am Dienstag. Sie stellte klar: "Wenn wir warten würden bis die Intensivbetten voll belegt sind, wäre es zu spät." Die neuen Empfehlungen, insbesondere das Begrenzen von privaten Kontakten, seien eine "demokratische Zumutung" und würden den Menschen viel abverlangen. Die Lage sei weiterhin sehr ernst: 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung gehören zur Risikogruppe. Deren Schutz sei wichtig und jeder Einzelne können einen Beitrag dazu leisten, so Merkel am Dienstag.

Weg aus der Krise

Die Bundesregierung rechnet für 2021 mit einem deutlichen Wirtschaftswachstum. Voraussetzung dafür ist, dass man gemeinsam die Pandemie in den Griff bekomme, so Merkel. Das niedrige Infektionsgeschehen im dritten Quartal 2020 habe eine schnelle Erholung der Wirtschaft ermöglicht. "Eine gut beherrschte Pandemie ist für die Wirtschaft das Beste", sagte Merkel. Der kommende Winter werde jedoch "eine Durststrecke für einige Branchen" wie die Gastronomie oder die Kulturwirtschaft. Die Bundesregierung unterstützt deshalb die betroffenen Betriebe, Unternehmen und Selbständigen mit umfassenden Wirtschaftshilfen. Das Kurzarbeitergeld sorge dafür, dass Arbeitsplätze erhalten werden und Fachkräfte nicht verloren gehen. Auf europäischer Ebene soll ein Hilfsfonds aufgelegt werden um die Belastungen innerhalb der EU abzumildern.

18:25

Video "Zuversicht, den Weg zu finden"

Die Abwägung zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ethischen Aspekten sei bei der Entscheidung über Corona-Beschränkungen maßgeblich. Es gehe dabei aber nicht um eine Entscheidung nur für die Gesundheit und gegen die Wirtschaft oder gegen die Kultur, sondern um die Vereinbarung von Gesundheit und Wirtschaft, Gesundheit und Kultur. "Diesen Maßnahmen dienen allen", betonte Merkel.

Beim Impfstoff vorn mit dabei

Angela Merkel ging am Dienstag auch auf die positiven Nachrichten bei der Enwicklung eines Impfstoffes gegen Sars-Cov2 ein. Dass ein deutsches Unternehmen bei der Entwicklung eines Impfstoffes "ganz vorn mit dabei sei", bezeichnete Merkel als "Silberstreif am Horizont". Verfügbarkeit und Wirksamkeit eines Impfstoffes bestimmen, wie lange die Pandemie noch unser Leben bestimmen werde. Allerdings stellte die Bundeskanzlerin klar, dass es keine Pflicht zur Impfung geben wird.