Sichere Lebensmittel und Gegenstände

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Verbraucherschutz Sichere Lebensmittel und Gegenstände

Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs werden regelmäßig nachgeprüft. Auch wenn Produkthersteller für eine sorgfältige Ausführung in ihrem Betrieb verantwortlich sind, ist eine Nachuntersuchung sinnvoll. Das zeigen die Ergebnisse der verschiedenen behördlichen Kontrollen, so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

3 Min. Lesedauer

Rohe ganze Landente auf Holzschneidebrett

Geflügel sollte generell für den Verzehr gründlich durcherhitzt werden.

Foto: mauritius images / Aleksei Isach

Geschlachtete Entenkörper wiesen bei der Lebensmittelüberwachung bei über zwei Drittel der untersuchten Proben zu viele bakterielle Krankheitserreger auf. Zudem wies mehr als ein Viertel zu viele Salmonellen auf. Vor allem im Vergleich zu Masthähnchen lag die Kontamination mehr als drei- bzw. fünfmal so hoch. Diese Befunde sind bedeutend, da Krankheitsübertragungen vom Tier auf den Menschen akute Darmentzündungen auslösen können. Zwar verläuft die Erkrankung beim Menschen in der Regel glimpflich ab, doch können im Einzelfall auch schwere Verläufe auftreten.

Tipp: Wer eine Ente zubereiten will, sollte – wie bei Geflügel generell – das Fleisch für den Verzehr gründlich durcherhitzen und auf eine penible Küchenhygiene achten. 

Zuständige Behörden kontrollieren regelmäßig

Die behördliche Lebensmittel- und Veterinärüberwachung sorgt dafür, dass wir sichere Lebensmittel auf den Tisch bekommen. Wo Lebensmittel hergestellt, bearbeitet oder in den Verkehr gebracht werden, kontrollieren die zuständigen Behörden regelmäßig und bei Verdacht, nehmen Proben und untersuchen diese in amtlichen Laboratorien. Es werden Inhaltsstoffe analysiert, wobei auf Keime oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder Schwermetallen geachtet werden. Verstoßen Betriebe gegen bestehende Vorschriften, werden sie in der Regel erneut geprüft, um die Beseitigung der Mängel zu kontrollieren. Produkte, die ein gesundheitliches Risiko beinhalten, müssen aus dem Handel entfernt werden. Bei schweren Verstößen drohen Bußgelder und Strafverfahren.

Oliven im Angebot auf einem Marktstand . 

Lose Oliven können eine hohe Anzahl an Keimen aufweisen. Schwangere und Immungeschwächte sollten auf den Verzehr verzichten.

Foto: imago images / Winfried Rotherme

Besorgniserregend hohe Keimzahlen wurden bei losen, schwarzen und geschwärzten Oliven aus Holzfässern festgestellt. Zwar war nur ein Zwanzigstel  der Proben betroffen. Dafür konnte bis zu dem 120-fachen des zulässigen Grenzwertes an Listeria monozytogenes nachgewiesen werden. Wer entsprechend verunreinigte Lebensmittel zu sich nimmt, kann daran erkranken, gar eine Blutvergiftung oder auch eine eitrige Hirnhautentzündung bekommen. Die Infektion ist auf ungeborene Kinder übertragbar, womit sie auch zu einer Früh- bzw. Totgeburt führen kann.

Tipp: Da der Keimgehalt den losen Oliven nicht anzusehen ist, sollten vor allem empfindliche Verbrauchergruppen, wie Schwangere, Immungeschwächte und alte Menschen, auf den Verzehr verzichten.

Bei Gefahr: Schnellwarnung

Wenn Lebens- und Futtermittel verunreinigt sind oder andere Risiken für den Verbraucher von ihnen ausgehen können, muss sofort gehandelt werden. Für die schnelle Weitergabe von Informationen zwischen den zuständigen Behörden sorgt in der Europäischen Union das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel RASFF, dessen Kontaktstelle in Deutschland das BVL ist. Durch die ständige Beobachtung von Problemen im Lebens- und Futtermittelbereich und die Einleitung entsprechender Gegenmaßnahmen steuert das BVL dem Entstehen von Krisen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt entgegen.

Als Tintenfischringe deklarierte Erzeugnisse haben bei jeder dritten untersuchten Probe keine Ringe aus quergeschnittenen Kalmartuben enthalten, wie aus der Bezeichnung anzunehmen wäre. Vielmehr bestanden sie neben der erlaubten Panade mitunter aus einer Masse aus gestückeltem oder zerkleinertem Tintenfisch mit Bindemitteln. Auch der Panadeanteil stellte sich bei einem Fünftel der Proben als über dem der allgemeinen Verkehrsauffassung heraus. Das ist Verbrauchertäuschung. 

Bedarfsgegenstände mit gefährlichen Substanzen versehen

Auch Bedarfsgegenstände des täglichen Gebrauchs können gefährliche Substanzen ausweisen. Das ergab die Untersuchung von Bilderbüchern und Puzzlespielen für Kinder unter drei Jahren aus Pappe bzw. Karton in 2022. Etwa ein Fünftel der Proben überschritten die Grenzwerte für Chlorpropanol. Das kann bei intensivem Mundkontakt ein gesundheitliches Risiko bedeuten. Dabei ist die Verwendung der krebserregenden Chlorpropanole technisch vermeidbar. 

Tipp: Sofern Pappbilderbücher oder Puzzlespiele nicht als chlorpropanolfrei deklariert sind, ist von der Verwendung solcher Gegenstände abzuraten oder nur unter Aufsicht ratsam.

Hemden hängen auf Bügel.

Alle Kleidungsstücke sollten vor dem ersten Tragen stets gewaschen werden.

Foto: mauritius images / MEC27/9 / Alamy

Im Rahmen des Bundesweiten Überwachungsplans wurden bügelfreie bzw. knitterarme Hemden und Blusen auf Formaldehyd untersucht. In fast der Hälfte der Teile war Formaldehyd nachweisbar. Das Mittel wird etwa durch Körperwärme und Verdunstung freigesetzt. Formaldehyd, hier zur Oberflächenbehandlung eingesetzt, wird allerdings als wahrscheinlich krebserregend eingestuft und kann allergische Hautreaktionen verursachen. Ein Kontakt sollte vermieden werden.

Tipp: Vor dem ersten Tragen wird – wie bei allen Kleidungsstücken – empfohlen, Hemden und Blusen stets zu waschen.