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Namensbeitrag Kundenfreundlich, modern und leistungsstark

Die Bahn braucht in den nächsten Jahren einen weiteren Modernisierungsschub. Das schreibt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Auch der "Wettbewerb auf der Schiene" müsse vorangebracht und optimiert werden.

  • Ein Beitrag von Alexander Dobrindt
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Schiene ist ein Erfolgsmodell – seit mehr als 175 Jahren schon. Weder Auto noch Billigflieger konnten die Züge aufs Abstellgleis schieben. Im Gegenteil: Bahnfahren ist durch alle Jahrzehnte attraktiv geblieben und übt für viele Menschen eine ganz eigene Faszination aus. Jährlich sind rund 2,7 Milliarden Fahrgäste mit der Bahn unterwegs, Tendenz steigend. Ich wage die Prognose, dass diese Entwicklung positiv weiter geht. Denn im Zug ist man frei, muss sich weder um Reiseroute noch Verkehrslage kümmern. Die Bahn kann weiterhin modern bleiben. Sie kann das Verkehrsmittel des digitalen Zeitalters werden, wenn die digitale Welt Einzug in alle Züge erhält und Breitbandtechnik nutzbar ist.

Die Bahn ist konkurrenzfähig. Durch direkte, schnelle Verbindungen gehört das Pendeln zwischen Städten wie Berlin und Leipzig, Frankfurt und Köln heute zum Berufsalltag. In wenigen Jahren werden Bahnfahrten von Berlin nach München weniger als vier Stunden brauchen. Damit ist der Zug auch gegenüber allen anderen Verkehrsmitteln eine echte Alternative. Während wir auf der Straße Elektromobilität voranbringen müssen, ist sie auf der Schiene in weiten Teilen Realität. Das Netz der Bahn umfasst inzwischen knapp 34.000 Kilometer und verbindet Städte und Menschen miteinander. Die Gleise sind pulsierende Lebensadern aus Stahl. Das Netz in dieser Dichte ist einzigartig in Europa.

Schon beim Start der Bahnreform am 1. Januar 1994 war klar: Die Umstellung von der Staatsbahn zum modernen Bahnkonzern ist nicht in wenigen Jahren abgeschlossen. Das ist eine Daueraufgabe. Die Ziele von damals sind noch heute gültig: Mehr Verkehr auf die Schiene bringen, den Steuerzahler entlasten und wirtschaftlich starke Eisenbahnen schaffen, die nicht mehr am finanziellen Tropf des Staates hängen.

Es geht in den nächsten Jahren darum, die Bahn weiter zu modernisieren – im Interesse der Bahnreisenden. Das heißt gerade auch in das bestehende Netz zu investieren. Für dieses und das nächste Jahr hat der Bund die Mittel um jeweils 250 Millionen Euro erhöht, auf 2,75 Milliarden Euro im Jahr. Wir werden im Gegenzug noch stärker darauf achten, dass die Bahn die vereinbarten Qualitätskriterien einhält. Die jährlichen Milliardensummen müssen sach- und zielgerecht verwendet werden, etwa für die Sanierung der Brücken.

Die zweite wichtige Aufgabe ist, den Wettbewerb auf der Schiene weiter voran zu bringen und zu optimieren. Die Entwicklung ist positiv: Auf dem Schienennetz der DB operieren heute mehr als 300 Eisenbahnunternehmen. Da sind wir Spitzenreiter in Europa. Für guten Wettbewerb brauchen wir eine präzise Regulierung, damit unter den Bahnunternehmen Transparenz und Gleichberechtigung herrschen. Auch das ist kein Selbstzweck aus Ideologien heraus - Wettbewerb soll für Qualität und Vielfalt der Angebote sorgen und ist damit die Bahnkunden stärken.

Die Bahn braucht in den nächsten Jahren einen weiteren Modernisierungsschub. Mit den Bahnhöfen ist man bereits ein gutes Stück vorangekommen. Mit rund 400 Millionen Euro des Bundes hat die Deutsche Bahn inzwischen die Hälfte aller Personenbahnhöfe modernisiert: Weniger Barrieren, mehr Service für die Reisenden. Bahnhöfe sind Start und Ziel jeder Bahnreise, sie müssen einladend sein wie ein ICE. Ich unterstütze ausdrücklich das Engagement der Bahn, ihre Bahnhöfe mit WLAN auszustatten und an die digitale Welt anzuschließen. Auch was die Entwicklung und Fertigung neuer Züge angeht, brauchen wir mehr Dynamik. Wir werden Gesetze auf den Weg bringen, um die Zulassung neuer Züge zu beschleunigen.

Um mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu holen, steht eine weitere Modernisierungsoffensive an: Noch immer rattern Uralt-Güterwaggons durch Deutschland und rauben vielen Menschen den Schlaf. Es gibt längst modernere Technik, die das Fahrgeräusch der Güterzüge halbiert. Ich appelliere an die Unternehmen, ihre Flotten zügig umzurüsten. Wir unterstützen diese Umrüstung finanziell. Aber wer bis 2020 nicht auf lärmmindernde Technik umgerüstet hat, wird dann das deutsche Netz nicht mehr befahren dürfen. Auch das ist ein Beitrag für eine kundenfreundliche, moderne und leistungsstarke Deutsche Bahn.

Der Beitrag erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung .