Pressestatement von Bundeskanzler Merz
In Hürtgenwald hat Bundeskanzler Friedrich Merz allen Einsatzkräften von Feuerwehr, THW, Polizei und den vielen weiteren Freiwilligen gedankt. Sie haben Tag und Nacht gegen das Feuer gekämpft und so Schlimmeres verhindert, so der Kanzler.
3 Min. Lesedauer
- Mitschrift Pressekonferenz
- Samstag, 22. August 2026
Kanzler Merz machte sich ein Bild vor Ort und traf Einsatzkräfte, die in den vergangenen Tagen gegen die Flammen gekämpft haben.
Foto: Bundesregierung/Denzel
Nach dem schweren Waldbrand in Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen hat Bundeskanzler Merz den Einsatzort besucht und den Einsatzkräften für ihre Arbeit gedankt. Merz betonte, dass der Waldbrand nur dank der engen Zusammenarbeit von Feuerwehr, Bundeswehr, Technischem Hilfswerk und allen Blaulichtorganisationen sowie der Land- und Forstwirtschaft so glimpflich ausgegangen sei.
Lesen Sie hier die Mitschrift des Pressestatements:
Bundeskanzler Friedrich Merz:
Herr Landrat, herzlichen Dank für diese sehr freundlichen Worte der Begrüßung, und ich möchte es noch einmal sagen: Wir haben in der Tat am vorletzten Wochenende mehrfach miteinander telefoniert, und ich habe angeboten, hierherzukommen, aber Sie haben gesagt: Kommen Sie danach. Dann habe ich gesagt: So schnell wie möglich komme ich gern, um mir anzuschauen, was hier passiert ist, aber auch um anzuschauen, was wir hier gemeinsam daraus lernen können.
Ich will zunächst einmal den Einsatzkräften wirklich sehr herzlich danken ‑ ich hatte gerade auf dem kurzen Weg durch den Wald die Gelegenheit, das schon zu tun, aber ich will es hier noch einmal tun ‑, der Feuerwehr, der Bundeswehr, dem THW, allen Blaulichtorganisationen, die mitgeholfen haben, aber auch der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft. Ohne die Zusammenarbeit zwischen all diesen Beteiligten wäre das nicht so glimpflich ausgegangen.
Dass es glimpflich ausgegangen ist, ist auch dem Umstand geschuldet, dass wir in Deutschland gute, ehrenamtlich geführte Organisationen haben. Stellen Sie sich einmal einen kurzen Augenblick vor, wir hätten keine Freiwillige Feuerwehr. Stellen Sie sich einmal einen kurzen Augenblick vor, wir hätten die vielen Tausend Menschen in Deutschland, die im THW organisiert sind und tätig sind, nicht. Wir wären nicht in der Lage, solche Großschadensereignisse angemessen zu bekämpfen. Deswegen noch einmal herzlichen Dank!
Ehrlich gesagt, ich lasse mich von denen, die herumschreien, nicht beeindrucken, sondern ich spreche mit denen, die nicht schreien. Ich spreche mit denen, die arbeiten. Ich spreche mit denen, die helfen. Ich spreche mit denen, die im Sinne unseres Gemeinwesens tätig sind.
Ich will dem Aufruf des Landrats gerne folgen und es auch von meiner Seite aus sagen: Ohne die zahlreichen Menschen, die Millionen Menschen in Deutschland, die in den ehrenamtlichen Tätigkeiten unterwegs sind, könnten wir unser Gemeinwesen nicht aufrechterhalten. Wir haben gerade auf dem Weg hierher darüber gesprochen, und deswegen will ich es noch einmal aufgreifen: Eine zentrale Organisation zur Brandbekämpfung auch von Großschadensereignissen macht es nicht besser, sondern das Zusammenwirken mit den örtlichen Kräften, mit der örtlichen Feuerwehr, mit dem THW, mit denen, die die Region kennen, die die Menschen kennen, die die Umstände kennen, die die Telefonnummern haben, und dann diejenigen zur Hilfe zu bitten, die es im Großschadensfall ergänzend tun können ‑ das Land, der Bund ‑, das ist die richtige Vorgehensweise. Wir nennen so etwas Subsidiarität. Die Verantwortung wird unten getragen, aber sie wird auch unterstützt von all denjenigen, die es in Großschadensereignissen tun können. Deswegen noch einmal herzlichen Dank.
Ich freue mich, dass ich die Gelegenheit habe, jetzt auch noch einmal mit Feuerwehrleuten zu sprechen und ihnen auch meinen persönlichen Dank zu sagen. Das ist der Sinn meines Besuches heute.
Aber ich blicke auch nach vorne. Wir werden auswerten, was hier gut gelaufen ist, aber wir werden auch auswerten, was noch fehlt. Auf dem Weg hierher zum Beispiel wurde die Frage diskutiert, wie es mit den Kommunikationsverbindungen ist. Die sind noch nicht so gut, wie sie sein müssten. Das müssen wir noch verbessern, und wir werden am nächsten Dienstag und am nächsten Mittwoch im Bundeskabinett genau über diese Themen miteinander reden. Wie können wir in Zukunft noch besser auf solche Großschadensereignisse vorbereitet sein? Der bedauerliche Befund ist: Wir müssen damit rechnen, dass die Zahl größer werden wird und dass wir häufiger solche Ereignisse haben werden. Das ist Klimawandel. Ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist. Das ist der Klimawandel.
Wir werden alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen, aber wir müssen auch mit dem Klimawandel leben, und darauf vorbereitet zu sein, ist eine Aufgabe des Bundes, der Länder, der Gemeinden, aber es ist vor allem dankenswerterweise, noch einmal gesagt, möglich, diesem Phänomen gemeinsam zu begegnen, weil wir diese großartigen Organisationen in Deutschland haben. Deshalb noch einmal herzlichen Dank, auch herzlichen Dank, dass Sie alle heute dazugekommen sind!