Gemeinsame Weichen für die europäische Raumfahrt

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International Space Summit
Gemeinsame Weichen für die europäische Raumfahrt

Der International Space Summit in Paris fand unter dem gemeinsamen Vorsitz von Deutschland und Frankreich statt. Die europäische Raumfahrt habe die nächste Stufe gezündet, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär zum Abschluss des Gipfels.

Alexander Gerst und Dorothee Bär stehen auf der Bühne beim International Space Summit.

Beim International Space Summit in Paris traf Bundesraumfahrtministerin Dorothee Bär auch den deutschen Astronauten Alexander Gerst.

Foto: Bundesregierung/Guillaume Thomas

Die europäische Raumfahrt bewege sich hin zu mehr Wettbewerb, mehr Resilienz und mehr Souveränität: Das betonte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär beim Abschluss des International Space Summits in Paris. Auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nahm an dem Treffen teil. 

„Raumfahrt ist längst ein strategisches Forschungsfeld – für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit ebenso wie für Sicherheit, Kommunikation sowie für die Erweiterung unseres Wissens durch Exploration“, sagte die Ministerin. Es gelte, gemeinsam mit den europäischen Partnern die Weichen zu stellen, um Innovationen zu ermöglichen, den Wettbewerb zu stärken und den gemeinsamen Werten verpflichtet zu bleiben. „Unser Ziel ist eine starke, wettbewerbsfähige und wertebasierte europäische Raumfahrt, die Deutschland als führenden Wissenschafts-, Technologie- und Innovationsstandort stärkt“, sagte sie.

Erster Orbitflug aus Europa und andere Erfolge

Im Rahmen des International Space Summit gab es zahlreiche gemeinsame Erklärungen zu zentralen Zukunftsfragen der Raumfahrt. EU-Staaten, EU-Kommission, ESA und die Industrie bekannten sich zu einer gemeinsamen Vision für einen unabhängigen Zugang zum Weltraum und ein souveränes Erdbeobachtungssystem. 

Die Stärke der europäischen Raumfahrt zeigen die jüngsten Erfolge: Dazu gehört der erfolgreiche Start der Spectrum-Rakete von Isar Aerospace am 5. September 2026, bei dem die Trägerrakete den Orbit erreichte. 

Auch die Entwicklung und der Bau des European Service Module (ESM) für die Mondmission Artemis II. ist ein Spiegel der starken Zusammenarbeit Europas: Das ESM versorgte das Orion-Raumschiff während der Mondumrundung unter anderem mit Energie, Wasser und Sauerstoff.

Tradition und Zukunft aus Deutschland

Und diese Erfolge haben beides, Tradition und Zukunft: Nur einen Tag vor dem Summit erhielt die Unternehmerin Christa Fuchs für den erfolgreichen Aufbau des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE den Deutschen Gründerpreis. Die Firma zählt zu den größten unabhängigen Raumfahrtunternehmen Europas, baute schon 1994 den ersten Satelliten und heute die Satelliten für mehrere der wichtigsten europäischen Raumfahrtprogramme, etwa für das Satelliten-Navigationssystem Galileo. Die OHB SE ist auch beteiligt an internationalen Raumfahrtmissionen und Programmen rund um die Internationale Raumstation ISS.

In die Zukunft weisen erfolgreiche europäisches Start-ups wie etwa The Exploration Company. Das Unternehmen arbeitet an einer Raumfahrtkapsel und konnte jüngst nicht nur eine sehr erfolgreiche Finanzierungsrunde von 450 Millionen Dollar, sondern auch eine neu gestartete Kooperation mit der ESA verkünden.

Erfolgreiche Schlüsselbranche in Deutschland

Die Luft- und Raumfahrtindustrie gehört zu den industriellen Schlüsselbranchen für Deutschland. Die Branche zeigt, dass Innovation und Wachstum möglich sind: 2025 wuchs die Beschäftigtenanzahl in der Branche um acht Prozent, der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 62 Milliarden Euro. In wichtigen Technikfeldern der Luft- und Raumfahrt ist Deutschland technologisch führend. Das gilt zum Beispiel vor allem in der Triebwerkstechnologie, im Satellitenbau – vor allem Erdbeobachtung und Navigation – , unter anderem auch durch den Einsatz von Innovationen wie Quantencomputing. Um diesen Weg fortzusetzen, setzt die Bundesregierung auf starke Investitionen. Deutschland hat bei der jüngsten Ministerratskonferenz der ESA mehr als fünf Milliarden Euro zugesagt und ist damit größter Beitragszahler der Organisation.

60 Staaten sowie eine große Anzahl internationaler Organisationen und Unternehmen haben an dem von Deutschland und Frankreich organisierten Treffen International Space Summit teilgenommen.