Herbstprojektion der Bundesregierung
Mit einer Belebung der Wirtschaft rechnet die Bundesregierung ab dem kommenden Jahr. Es gebe jedoch weiterhin einen hohen Reformbedarf, betonte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Vorstellung der Herbstprojektion.
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Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zeigte in der Herbstprojektion 2025 der Bundesregierung leichte Zuversicht für die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr.
Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat in Berlin die Herbstprojektion der Bundesregierung vorgestellt. Danach erwartet die Bundesregierung im kommenden Jahr eine leichte Erholung der Wirtschaft und ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 Prozent. Der Handlungsbedarf bleibe aber hoch, sagte die Bundeswirtschaftsministerin.
Denn ein erheblicher Teil des Wachstums der kommenden Jahre werde sich voraussichtlich aus den hohen staatlichen Sonderausgaben für Infrastruktur und Verteidigung speisen. „Selbst dieser Impuls entfaltet nur Wirkung, wenn Investitionen schnell umgesetzt werden“, sagte Reiche. Dafür brauche es zügige Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Die Entwicklungen im Überblick
- Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real, also preisbereinigt, wird im kommenden Jahr um 1,3 Prozent steigen, für 2027 rechnet die Bundesregierung mit einer Steigerung um 1,4 Prozent.
- Auch im laufenden Jahr rechnet die Regierung damit, dass das BIP leicht um 0,2 Prozent steigt – nach einem Rückgang in den vergangenen zwei Jahren. Es zeichnet sich eine leichte konjunkturelle Erholung auf niedrigem Niveau ab. Diese Erholung folgt anders als in der Vergangenheit nicht aus dem Exportgeschäft, sondern aus der Binnennachfrage. Sie wird gestützt von den wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung.
- Die Preisentwicklung bleibt 2025 stabil bei 2,1 Prozent Inflation. Das verfügbare Einkommen steige ab 2025 von 2,5 Prozent voraussichtlich auf 2,8 Prozent 2026 und 3,2 Prozent 2027.
Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft wirken zunehmend
Die Bundesregierung hat spürbare Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in kürzester Zeit auf den Weg gebracht. Diese Maßnahmen griffen ab dem kommenden Jahr zunehmend, sagte Reiche.
So hat die Bundesregierung den Wachstums-Booster mit zusätzlichen Abschreibungsmöglichkeiten und einem höheren Forschungszuschuss beschlossen. Zu dem Maßnahmenpaket gehören auch die größte Unternehmenssteuerreform der vergangenen 15 Jahre sowie umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur und Entlastungen bei den Energiekosten.
Risiken für die erwartete Erholung ergeben sich vor allem aus der sprunghaften Handels- und Sicherheitspolitik der USA und den möglichen Gegenreaktionen von Handelspartnern sowie aus den geopolitischen Krisen.
Auf Grundlage der Frühjahrs- und Herbstprojektionen wird das Steueraufkommen geschätzt. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den prognostizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Gleiches gilt für die Meldungen an die Europäische Union innerhalb des Stabilitäts- und Wachstumspaktes. Zusätzlich zu den beiden Projektionen veröffentlicht die Bundesregierung zu Beginn jeden Jahres die Jahresprojektion, den sogenannten Jahreswirtschaftsbericht.