„Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ 

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Projektstart für Infineon-Halbleiterfabrik „Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ 

Ob Windkraft- oder Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpen oder Elektroautos: Sie alle brauchen Halbleiter. Der Bau einer neuen Halbleiterfabrik in Dresden ist daher eine gute Nachricht für die Energiewende – für Deutschland und Europa. Das sichere Arbeitsplätze, Wohlstand und die Zukunft, so Bundeskanzler Scholz.

4 Min. Lesedauer

Kanzler Scholz beim Spatenstich für die Infineon-Halbleiterfabrik in Dresden

Ein zukunftsweisender Projektstart: Kanzler Scholz beim Spatenstich für die Infineon-Halbleiterfabrik in Dresden.

Foto: Bundesregierung/Kuegeler

1.500 Chips stecken in nur einem Elektroauto. Ein Beispiel, das zeigt, wie groß der Bedarf für Deutschland und Europa sein wird. Gerade deswegen ist es besonders wichtig, hier in Deutschland und in Europa weiter in die Halbleiter-Kapazitäten zu investieren – darauf hat Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Spatenstichzeremonie zum Bau der Infineon Smart Power Fab in Dresden hingewiesen. „Halbleiter werden oft als das Erdöl des 21. Jahrhunderts bezeichnet – der eine Rohstoff sozusagen, von dem fast alles andere abhängt“, sagte der Kanzler.

Die Halbleiterproduktion ist ein wichtiger Baustein dafür, bis 2030 in Deutschland 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs mit Erneuerbaren Energien zu decken und bis 2045 vollständig klimaneutral zu wirtschaften. Denn auch Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen brauchen Chips. Den Bedarf hat auch die EU ausgemacht. Bis 2030 sollen 20 Prozent der weltweiten Halbleiterproduktion in Europa stattfinden. Dieses Ziel unterstützt die Bundesregierung ausdrücklich, denn es sei von zentraler Bedeutung, beim Zugang zu Halbleitern nicht allein abhängig von anderen Weltregionen zu sein, so Kanzler Scholz in Dresden. „Das ist die strategische Dimension“, sagte er.

Dresden im Zeichen des „European Chip Act“

Der Bau der Infineon-Halbleiterproduktion in Dresden steht ganz im Zeichen des European Chip Act . Mit diesem will die EU Halbleiterproduktion nach Europa holen, um künftig unabhängiger, widerstandsfähiger und insbesondere wettbewerbsfähig bei grünen Technologien zu sein. Auch Infineon soll vorbehaltlich der Beihilfeentscheidung der Europäischen Kommission und des nationalen Zuwendungsverfahrens eine EU-Förderung erhalten. Deutschland und Europa wollen so noch stärker auf eigene Kapazitäten in Chipentwicklung und -herstellung zurückgreifen können.

„Dabei setzen wir nicht auf europäische Autarkie, nicht auf den Rückbau globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten, nicht auf die Abkoppelung von Wirtschaftsräumen“, sagte der Kanzler. Vielmehr gehe es um kluges, vorausschauendes De-Risking, so Scholz. Das heißt: Deutschland und Europa wollen künftig noch mehr Risiken abbauen, die aus zu großen Abhängigkeiten entstehen. Ziel muss es daher sein, Bezugsquellen zu diversifizieren und eigene Kapazitäten in Europa strategisch auszubauen.

Mit dem „European Chip Act“ mobilisiert die EU 43 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen. Das Gesetz beinhaltet zudem Maßnahmen, damit sich die EU-Mitgliedstaaten und die internationalen Partner besser auf künftige Unterbrechungen der Lieferketten einstellen und schnell gegensteuern können.

Chip-Herstellung sichert Arbeitsplätze und Wohlstand

So sei es auch eine hervorragende Nachricht, dass Infineon mit dem Chip Act im Rücken die nötigen Anreize habe, weiter in Deutschland zu investieren, so der Kanzler. „Denn die hier in Dresden gefertigten Chips sichern Arbeitsplätze, Wohlstand und Zukunft“, sagte er. „Sie helfen mit, unsere Industrie widerstandsfähiger zu machen. Sie versorgen unsere Unternehmen – vom Mittelstand bis zum Großkonzern – mit genau den Bauteilen, die sie brauchen, um mit umweltfreundlichen Technologien weltweit erfolgreich zu sein“.

In Dresden soll dies mit dem Start der Fertigung ab Herbst 2026 gelingen. Der Baubeginn der Halbleiterfabrik von Infineon ist bereits für Herbst dieses Jahres geplant. Infineon stärkt mit der Investition die Fertigungsbasis für Halbleiter, die die Dekarbonisierung und Digitalisierung befördern. Die gefertigten Chips dienen als Komponenten, die unter anderem in der Stromversorgung zum Einsatz kommen, etwa in energieeffizienten Ladegeräten. Sie sind auch in kleinen Motorsteuerungen für das Auto, in Rechenzentren und in Internet-Anwendungen zu finden. 

Infineon baut seinen Standort in Dresden mit der nun geplanten Gesamtinvestitionen in Höhe von fünf Milliarden Euro weiter aus. Durch das Vorhabens sollen 1.000 Arbeitsplätze entstehen.

„Neues Deutschland-Tempo“ zeigt Wirkung

Halbleiter gehören mit zu den Schlüsseltechnologien, um die Transformation in Deutschland schneller voranzubringen. Der Bundeskanzler betonte: „Wir müssen schnell sein – und noch schneller werden. Wir brauchen weiter Druck auf dem Kessel. Darum geht es, wenn ich vom Deutschland-Tempo spreche“. Dies habe sich auch beim Beispiel Infineon bewiesen. Die für Infineon notwendigen Anreize innerhalb des Chip Act seien ohne Zeitverlust geschaffen worden.

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr einiges für das Gelingen der Energiewende auf den Weg gebracht: So wurden die Planungs- und Genehmigungszeiten für Netze und Windräder erheblich reduziert. Offshore-Windparks können jetzt schneller genehmigt, gebaut und angeschlossen werden. 

An Land gelten für die Windkraft verbindliche Flächenziele. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien hat gesetzlichen Vorrang vor anderen Rechtsgütern. „Mit den jüngsten Beschlüssen der Bundesregierung nimmt unser Land jetzt noch mehr Fahrt auf“, sagte Scholz. Für Windräder und Photovoltaik wird es nun zusätzliche Flächen geben. Aber auch marode Brücken sollen künftig schneller ersetzt, stauanfällige Autobahnen schneller ausgebaut werden. Der flächendeckende Ausbau der Ladeinfrastruktur wird beschleunigt, „damit wir bis 2030 auch wirklich 15 Millionen Elektroautos auf unsere Straßen bringen“, sagte der Kanzler. Für all diese Vorhaben brauche es Halbleiter.