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- Pressemitteilung BKM-98
- Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt haben heute gemeinsam Goethes Wohnhaus in Weimar besucht und eine Replik des historischen Reisemantels des Dichters auf den Weg nach Rom geschickt – 240 Jahre nach Goethes Aufbruch nach Italien.
Die Berichte seiner „Italienischen Reise“ von 1786 bis 1788 gehören zu den berühmtesten Reiseschilderungen der Literaturgeschichte. Sie lösten in Deutschland eine anhaltende Italiensehnsucht aus und prägten das Italienbild vieler Generationen. Johann Wolfgang von Goethe selbst war zeitlebens viel unterwegs und legte zu Fuß, zu Pferd oder mit der Kutsche insgesamt rund 40.000 Kilometer zurück. Der blau-graue Wollmantel mit Schulterumhang und ursprünglich rotem Samtkragen gehörte zu seiner Reisegarderobe. Sein Schnitt entspricht dem damals verbreiteten englischen „Carrick“, der auch als „Blüchermantel“ bekannt war.
Ab Dezember wird dieses besondere Stück deutscher Kulturgeschichte nun zusammen mit weiteren hochkarätigen Leihgaben der Klassik Stiftung Weimar in der Ausstellung „Auf den Spuren von Goethes Italienischer Reise“ der Casa di Goethe in Rom zu sehen sein. Die Ausstellung ist zugleich eine zentrale Station des neuen deutsch-italienischen Kulturprojekts „Giro di Goethe“.
Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer: „240 Jahre nach Goethes Aufbruch nach Italien machen wir uns auf seinen Spuren auf den Weg: Mit dem ‚Giro di Goethe‘ wollen wir seine Italienische Reise zu einer lebendigen Kulturroute machen – von Verona über Venedig und Florenz bis nach Neapel und Sizilien. Der historische Reiseweg wird so zu einer Einladung, Italien und Goethe neu zu entdecken, Kultur zu erleben und Menschen miteinander zu verbinden.“
Die Kulturroute „Giro di Goethe“ geht auf eine gemeinsame Absichtserklärung zurück, die Staatsminister Weimer und der italienische Kulturminister Alessandro Giuli im Januar 2026 im Rahmen der deutsch-italienischen Regierungskonsultationen unterzeichnet haben. Ziel ist es, die „Italienische Reise“ neu zu beleben und Goethes historische Reiseroute als grenzüberschreitendes Kultur- und Tourismusprojekt erfahrbar zu machen.
Die Route soll den zentralen Stationen von Goethes Reise folgen. In Zusammenarbeit mit Kommunen, Regionen und dem italienischen Kulturministerium soll entlang des Goethewegs ein Netz aus kulturellen und touristischen Angeboten, Veranstaltungen und Anlaufpunkten entstehen.
Ob mit dem Auto, dem Zug oder zu Fuß: Die historische Route soll ausgehend von Goethes literarischen Schilderungen zu einer lebendigen Erzählung über Land, Leute und Kultur werden. Sie richtet sich an kulturinteressierte Reisende ebenso wie an ein internationales und insbesondere junges Publikum.
Einer der Projektpartner ist das Museum Casa di Goethe in Rom. Es befindet sich an der Via del Corso am historischen Ort, an dem Goethe während seines Aufenthalts in Rom unter anderem mit dem Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein zusammenlebte. Die Ausstellung „Auf den Spuren von Goethes Italienischer Reise“ in der Casa di Goethe wird im Dezember 2026 eröffnet. Im Frühjahr 2027 ist zudem eine Ausstellung in Neapel zu Goethes Blick auf Italien mit begleitender internationaler Tagung geplant. Das Projekt soll in den kommenden Jahren weiter wachsen.