Frauen im Mittelpunkt des Gedenkens

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Gedenktag für Opfer von Flucht und Vertreibung Frauen im Mittelpunkt des Gedenkens

Am 20. Juni gedenkt die Bundesregierung der Opfer von Flucht und Vertreibung. Dieses Jahr im Fokus: die Rolle von Frauen. Laut Bundesfrauenministerin Karin Prien wurden das Leid und die Lebensleistung dieser Frauen und Kinder in Deutschland viel zu lange zu wenig gesehen.

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Bundesfrauenministerin Karin Prien spricht an einem Rednerpult im Hintergrund eine Deutschlandflagge. Rechts Blumenschmuck.

„Gedenken bedeutet Verpflichtung: für Erinnerung, für Solidarität und für eine Gesellschaft, die niemanden zurücklässt”, sagte Karin Prien bei der Gedenkstunde für die Opfer von Flucht und Vertreibung.

Foto: Bundesfoto/Laurin Schmid

Seit 2015 gedenkt die Bundesregierung am 20. Juni den Opfern von Flucht und Vertreibung weltweit sowie der deutschen Vertriebenen. Mit diesem Datum knüpft die Bundesregierung an den Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen an und erweitert das Flüchtlingsgedenken um das Schicksal der Vertriebenen. In diesem Jahr beging die Bundesregierung den Gedenktag im Konzerthaus Berlin.

Rolle der Frauen im Fokus

Millionen Deutsche mussten im 20. Jahrhundert aufgrund von Flucht, Vertreibung, Zwangsumsiedlung und Deportation ihre angestammte Heimat verlassen. Hunderttausende Menschen kamen dabei ums Leben, wurden körperlich und seelisch verletzt oder verloren ihr Hab und Gut. Viele davon waren Frauen, die sich häufig allein um ihre Kinder kümmern mussten, weil ihre Männer im Krieg waren. Daher stand die Rolle der Frauen bei Flucht und Vertreibung im Fokus der Gedenkstunde.

Bundesfrauen- und Jugendministerin Prien zitierte in ihrer Begrüßungsrede eine Zeitzeugin mit den Worten: „Ich kann mich überhaupt nicht an irgendwelche männlichen Bezugspersonen erinnern, es waren die Frauen, die für alles verantwortlich waren”. Die Ministerin betonte: „Das Leid und die Lebensleistung dieser Frauen und Kinder sind in Deutschland viel zu wenig gesehen worden.” 

Flucht in der Vergangenheit und heute

Ministerin Prien stellte auch eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart her: „Etwa 14 Millionen Deutsche mussten im Zuge des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen. Heute sind es etwa 14 Millionen Menschen, die von der weltweit größten Flüchtlingskrise im Sudan betroffen sind.“

Derzeit sind weltweit rund 122 Millionen Menschen auf der Flucht (Quelle: UNHCR). Sie alle werden durch Krieg und Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen, politische, ethnische oder religiöse Verfolgung gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und das Risiko einer Flucht auf sich zu nehmen. 

Der Wille und die Kraft zu Versöhnung und Neuanfang bilden die Grundlage dafür, dass Deutschland heute Menschen aus 190 Nationen eine Heimat bietet. Ministerin Prien sagte: „Aus der Beschäftigung mit Leid kann Raum für Empathie entstehen und die Basis für Versöhnung. Eine starke Gemeinschaft kann helfen, Leid und Unrecht zu überwinden.” Dies verdeutlicht der Gedenktag am 20. Juni. Die Bundesregierung setzt die Aussöhnung mit den europäischen Nachbarn und die Einigung Europas fort, um als verlässliche Partner gemeinsam Frieden und Freiheit zu wahren.

Seit 29. Mai 2025 ist Bernd Fabritius Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Dieses Amt wurde von der Bundesregierung gestärkt. Zu seiner Ernennung sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Wir stehen zu unserer Verantwortung gegenüber den Spätaussiedlern und Vertriebenen, den Angehörigen der deutschen Minderheiten und den nationalen Minderheiten in Deutschland.“