Humanitäre Hilfe für ein Leben in Frieden, Würde und Sicherheit

G20-Sondergipfel zu Afghanistan Humanitäre Hilfe für ein Leben in Frieden, Würde und Sicherheit

„Alle Afghaninnen und Afghanen haben ein Recht auf ein Leben in Frieden, Würde und Sicherheit“, sagte Kanzlerin Merkel nach einem virtuellen Sondergipfel zu Afghanistan. Auf Einladung des italienischen Vorsitzes berieten die G20-Staats- und Regierungschefs über die humanitäre Lage in Afghanistan und suchten gemeinsam nach Lösungen, um die Not der Menschen im Land zu lindern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt eine Pressekonferenz nach dem G20-Sondergipfel zu Afghanistan

Bundeskanzlerin Merkel nach der G20-Videokonferenz: Alle Organisationen der Vereinten Nationen müssen Zugang für humanitäre Hilfe in Afghanistan haben.

Foto: Bundesregierung/Denzel

„Wir von deutscher Seite haben heute noch einmal bekräftigt, dass wir noch in diesem Jahr 600 Millionen Euro einsetzen werden, um die humanitären Probleme lösen zu helfen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag im Anschluss an den virtuellen G20-Sondergipfel zu Afghanistan. Ein wirtschaftlicher Kollaps in Afghanistan müsse verhindert werden.

„Es geht um den Schutz von Kindern und Frauen“

Internationaler Währungsfonds und Weltbank hätten jetzt die große Aufgabe vor sich, den Zusammenbruch des Zahlungssystems in Afghanistan zu verhindern und dabei zu helfen, dass öffentliche Dienstleistungen bereitgestellt werden können. „Hierbei geht es vor allen Dingen auch um den Schutz von Kindern und Frauen“, betonte die Kanzlerin. Neben der Bewältigung der wirtschaftlichen und humanitären Herausforderungen müsse sichergestellt sein, dass der Terrorismus erfolgreich bekämpft werde. Von Afghanistan dürfe nicht wieder eine Gefahr für die Außenwelt ausgehen, so die Kanzlerin.

Deutschland hat bereits Ende August zusätzlich 100 Millionen Euro humanitäre Hilfe in Afghanistan zugesagt. Über Partnerorganisationen, zum Beispiel das Welternährungsprogramm (WFP) oder das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), kommt die Hilfe den Menschen direkt zugute. Die Bundesregierung stützt sich dabei maßgeblich auf die von den Vereinten Nationen und der Rotkreuz-/Roter Halbmondbewegung ermittelten Bedarfe.

01:56

Video Kanzlerin Merkel zu humanitärer Hilfe in Afghanistan

Humanitäre Hilfe durchsetzen

„Wir fordern, dass alle Organisationen der Vereinten Nationen Zugang für die humanitäre Hilfe haben, die sie durchsetzen wollen“, bekräftigte Kanzlerin Merkel und ergänzte, die humanitäre Hilfe müsse im Einklang mit den international vereinbarten Prinzipien stehen. Damit die Hilfe bei den Menschen ankommt, sei es auch wichtig, dass die Flughäfen in Afghanistan erreichbar blieben.

Die Gruppe der 20 (G20) ist nach dem Beschluss ihrer Staats- und Regierungschefs auf dem G20-Gipfel von Pittsburgh im September 2009 das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die G20 ist – wie die G7 – ein informelles Forum. Sie ist keine internationale Organisation, sie besitzt weder einen eigenen Verwaltungsapparat noch eine permanente Vertretung ihrer Mitglieder.

Der reguläre G20-Gipfel findet am 30. und 31. Oktober 2021 in Rom statt. Deutschland war 2017 zuletzt G20-Gastgeber.