Fragen und Antworten zum Compact with Africa

Gemeinsame Ziele für Afrika

Es ist die dritte Konferenz zum "G20 Compact with Africa": Auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen sich am Dienstag im Kanzleramt Vertreter der zwölf Teilnehmerländer, aus den G20-Staaten und von Internationalen Organisationen. Es geht um das bisher Erreichte und neue Ziele. Fragen und Antworten zur Initiative.

Grafik mit Darstellung der Länder der Initiative "Compact with Africa".

Miteinander reden und arbeiten: Zwölf afrikanische Länder beteiligen sich an der Initiative.

Foto: Bundesregierung

Was ist der "Compact with Africa"?

Die Initiative ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Sie wurde 2017 unter der deutschen G20-Präsidentschaft ins Leben gerufen. Der Compact ist das Kernelement einer neuen Kooperation mit Afrika. Ziel ist es, die Bedingungen für private Investitionen und Beschäftigungsmöglichkeiten in Afrika gemeinsam mit den afrikanischen Ländern zu verbessern. "Wir wollen nicht über die Köpfe der Afrikaner hinweg sprechen. Wir wollen mit den afrikanischen Ländern zusammenarbeiten", erläutert Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Video-Podcast.

Welche Länder nehmen am "Compact with Africa" teil?

Momentan beteiligen sich zwölf reformorientierte Staaten: Äthiopien, Ägypten, Benin, Burkina Faso, Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste), Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien.

Wie funktioniert die Initiative?

Der "Compact" verbindet die jeweiligen afrikanischen Teilnehmer mit einem Partnerland aus dem Kreis der G20 sowie internationalen Organisiationen wie der Weltbank, dem Internationalen Währungs-Fonds und der Afrikanischen Entwicklungsbank. In der Zusammenarbeit gibt es keine Pauschallösungen. Gemeinsam erarbeiten die Partner auf jedes Land abgestimmte Reformprogramme und Fördermaßnahmen. Es geht vor allem darum, die Privatinvestitionen zu erhöhen. Um das zu erreichen, setzen die Partnerländer Reformen um – etwa in der Finanz- und Wirtschaftspolitik. Höhere Steuereinnahmen können wiederum zur Verbesserung der Infrastruktur genutzt werden.

Was ist die Aufgabe der G20-Länder?

Während die afrikanischen Länder ihre Reformen umsetzen, bemühen sich die G20-Länder verstärkt darum, die Partnerländer mit internationalen Investoren zusammenzuführen. Außerdem koordinieren sie die Fördermaßnahmen. Alle Teilnehmer treffen sich regelmäßig in Compact-Teams, die in allen Partnerländern eingerichtet wurden. Deutschland hat zudem die Vergabe von Kreditbürgschaften vereinfacht. Das macht es Unternehmen leichter, in den Reformländern zu investieren.  

Was tut die Bundesregierung darüber hinaus? 

Deutschland hat besondere Reformpartnerschaften mit den "Compact"-Ländern Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste), Ghana und Tunesien vereinbart. Diese werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung betreut. Ziele der drei Kooperationen sind der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Entwicklung des Finanz- und Bankensektors.

Worum geht es auf der Konferenz am Dienstag?

Der ständige Austausch zwischen Partnerländern, G20 und den internationalen Organisationen ist ein zentrales Element des Konzepts. Die Partner wollen besprechen, wie sich die Initiative entwickelt hat und wie man den "Compact with Africa" weiter vorantreiben kann. "Wir werden über Investitionen sprechen, über den wirtschaftlichen Fortschritt und über bessere politische Rahmenbedingungen“, kündigt Merkel an.

Vor der Zusammenkunft im Kanzleramt findet eine internationale Investorenkonferenz statt, an der neben der Bundeskanzlerin afrikanische Staats- und Regierungschefs, weitere Politiker sowie Vertreter von Unternehmen teilnehmen, die in den zwölf Teilnehmerstaaten investiert haben.