- Pressemitteilung BKM - 6
- Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)
Am 15. Januar 1990 stürmten tausende Bürgerinnen und Bürger die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg. Sie wollten verhindern, dass wichtige Beweise für den jahrelangen Stasi-Terror vernichtet werden.
Zum Jahrestag der Erstürmung der Stasi-Zentrale erinnerte Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, an den engagierten Einsatz der DDR-Bürgerinnen und -Bürger: „Wir danken heute den Menschen, die mit der Einnahme der Stasi-Zentrale und der Stasi-Bezirksverwaltungen großen Mut bewiesen haben. Dieser Moment war ein Akt der Selbstbefreiung. Spätestens hier war klar: Die DDR war Geschichte. Mit dem Ende der Stasi war der Weg in die Freiheit unumkehrbar – und die Diktatur endgültig überwunden.“
Die Besetzung der Stasi-Zentrale legte den Grundstein für die spätere staatliche wie auch persönliche Aufarbeitung der Verfolgung in der SED-Diktatur. Heute befindet sich am Ort des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit ein Standort des Bundesarchivs. Mit seiner wissenschaftlichen Arbeit, seinen Informations- und Bildungsangeboten erreicht das dortige Stasi-Unterlagen-Archiv zahlreiche Menschen und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Aufarbeitung des SED-Unrechts. Millionen Interessierte haben bisher ihre Akten eingesehen und Einblick in die jahrelange Bespitzelung ihrer Privatsphäre erhalten. Viele Opfer der SED-Diktatur konnten auf diesem Wege Anerkennung für ihr Leid geltend machen.
Staatsminister Weimer weiter: „Die konsequente Aufarbeitung des SED-Unrechts sowie die Vermittlung der Geschichte der SED-Diktatur – insbesondere an junge Menschen – sind für uns heute von zentraler Bedeutung. Sie ermöglichen ein Erinnern für eine Zukunft in Freiheit, Demokratie und Würde.“