Ein kräftiger Schub für die digitale Bildung 

Treffen im Kanzleramt Ein kräftiger Schub für die digitale Bildung 

Bund und Länder wollen die Digitalisierung der Schulen mit Nachdruck voranbringen. Zudem ist es das gemeinsame Ziel, erneute flächendeckende Schulschließungen zu vermeiden. Darauf verständigten sich Kanzlerin Merkel und die Kultusminister der Länder.

Tablets liegen in einer Grundschule vor einer Klasse.

Unentbehrlich für digitalen Unterricht: Der Bund unterstützt die Länder bei der Anschaffung geeigneter Endgeräte.

Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

Der Bund will die Länder bei der Digitalisierung der Schulen mit insgesamt 6,5 Milliarden Euro unterstützen. Außerdem wollen Bund und Länder Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten bilden. Darauf hat sich Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Treffen mit den Kultusministerinnen- und ministern der Länder am Montagabend im Bundeskanzleramt verständigt. An dem Gespräch nahmen auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, Kanzleramtschef Helge Braun und die SPD-Vorsitzende Saskia Esken teil.

Herausragender Stellenwert des Systems Schule

Als weiteres gemeinsames Ziel wurde festgehalten, erneute flächendeckende Schließungen von Schulen nach Möglichkeit zu verhindern. Alle betonten, dass die Pandemie den überragenden gesellschaftlichen Stellenwert des Lernens und Lebens in der Schule noch einmal besonders vor Augen geführt habe. Die in der Geschichte der Bundesrepublik einmaligen monatelangen Einschränkungen des Schulbetriebs hätten Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern vor schwierige Aufgaben gestellt.

Die Gesprächsteilnehmer zeigten sich zufrieden, dass seit den Sommerferien wieder in allen Ländern Präsenzunterricht die Regel sei. Dafür sei allen Verantwortlichen und Beteiligten in den Schulen zu danken. Für die schulischen Maßnahmen zum Infektionsschutz soll ein von der Kultusministerkonferenz erarbeiteter Rahmen dienen.     

Bund fördert Digitalisierung der Schulen

Bund und Länder hoben die immense Bedeutung des digitalen Lernens und der weiteren Digitalisierung der Schulen hervor. Auch wenn Bildung im föderalen System Aufgabe der Länder sei, bekenne sich der Bund zu seiner Verantwortung, die Länder hierbei zu unterstützen. Wichtig sei der zügige weitere Ausbau der Glasfaser-Internetanbindung für alle Schulen.  

Konkret will der Bund zur Digitalisierung der Schulen insgesamt 6,5 Milliarden Euro beisteuern. Hierunter fallen die Ausstattung der Lehrkräfte und von bedürftigen Kindern mit geeigneten Endgeräten. Beides soll aus dem "Digitalpakt Schule" finanziert werden. Zudem will sich der Bund an der Ausbildung und Finanzierung von IT-Administratoren beteiligen.

02:49

Video-Podcast "Digitalisierung der Schulen mit Hochdruck vorantreiben"

Kompetenzzentren für digitales Unterrichten

Darüber hinaus planen Bund und Länder gemeinsam die Einrichtung von Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten. Diese sollen Schulen vor Ort dabei unterstützen, Medienkonzepte und digitale Schulentwicklungspläne zu erstellen.

Des Weiteren ist unter anderem die schrittweise Entwicklung einer Bildungsplattform durch den Bund geplant. Sie soll bestehende Systeme der Länder mit dem Ziel vernetzen, Inhalte in allen Bildungsbereichen bereitzustellen.  

Erneutes Treffen Anfang 2021

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sprach nach dem Gespräch im Kanzleramt von einem "guten und wegweisenden Treffen."  Es habe gezeigt, welchen hohen Stellenwert die Bundesregierung der Bildung einräume. Anfang des kommenden Jahres will sich Kanzlerin Merkel in diesem Kreis zu einem weiteren Austausch treffen.

Schlagwörter