Hamburg wirbt aktiv für Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst. Hier einige Beispiele.
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| Sujeetha Hermanns (34) schreibt derzeit ihre Bachelor-Arbeit im Studium „Public Management“. Sie ist multikulturell aufgewachsen, viele ihrer Verwandten haben eine andere Nationalität als sie selbst. Hermanns wurde zwar auf Sri Lanka geboren, ist aber in der Schweiz groß geworden und ist mit einem Deutschen verheiratet. „Ich hatte nie Berührungsängste und deshalb auch keine Probleme, mich zu integrieren“, sagt sie. Sie unterstützt die Kampagne „Wir sind Hamburg! Bist Du dabei?“ beispielsweise bei Motivationsworkshops für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Ihre Erfahrung: „Viele denken, dass sie nicht gewollt sind und wissen nicht, dass es diese Möglichkeit einer Ausbildung bei der Stadt gibt.“ |
Sujeetha Hermanns Foto: Marco Heinen |
| Shahin Taghdimi (26) wurde im Iran geboren, kam als Fünfjähriger nach Deutschland. Er lebte mit seiner Familie zunächst in einem „Problemviertel“ von Hamburg. Er ist froh, dass seine Eltern Wert darauf legten, dass er eine gute Schule besucht. „Sonst würde ich nicht so gut Deutsch sprechen und hätte kein Abitur gemacht“, sagt er. Taghdimi findet es besonders gut, dass bei der Kampagne „Wir sind Hamburg! Bist Du dabei?“ auch Eltern gezielt angesprochen werden. Gerade bei Jugendlichen mit türkischem, afghanischem oder iranischem Hintergrund sei es wichtig, die Familien einzubinden. „Meine Eltern erfüllt es mit Stolz, dass ich hier beim Finanzamt anfange“, sagt er. |
Shahin Taghdimi Foto: Marco Heinen |
| Der Feuerwehrbeamte Sinol Kahveci (38) lebt seit 32 Jahren in Deutschland, hat aber seinen türkischen Pass behalten. „Wenn man sich anpasst und die Sprache lernt, dann kommt man sehr gut klar. Ich erwarte aber auch Rücksicht auf meine Kultur und Tradition. Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt er. Wenn er als Moslem von Kollegen zum Essen eingeladen werde, nähmen sie zum Beispiel Rücksicht darauf, dass er kein Schweinefleisch isst. Umgekehrt verzichtet er darauf, alle Beschränkungen im islamischen Fastenmonat Ramadan einzuhalten, wenn er zu dieser Zeit auf einem Löschzug eingesetzt ist. |
Sinol Kahveci Foto: Marco Heinen |
| Passon Habib (24) ist Afghane, hat aber inzwischen einen deutschen Pass. Bei seinen ersten Erfahrungen im Polizeidienst hat er immer wieder festgestellt, dass Menschen mit Migrationshintergrund sehr genau zur Kenntnis nehmen, wenn ihr Gegenüber ihre Kultur kennt. „Das wirkt konfliktentschärfend, weil Menschen gelassener reagieren, wenn man auch ihre Sprache spricht“, so Habib. Sein älterer Kollege Daniel Ravlić (32) findet es deshalb gut, „wenn sich die Polizei dem multikulturellen Querschnitt der Bevölkerung anpasst“. |
Daniel Ravlić Foto: Marco Heinen |