- Pressemitteilung BKM-105
- Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat am Dienstag die Villa Aurora in Los Angeles besucht. Anderthalb Jahre nach den verheerenden Bränden in Pacific Palisades hat das traditionsreiche Residenzhaus kürzlich seinen Betrieb wieder aufgenommen. Als einer der ersten Gäste hat sich Staatsminister Weimer vor Ort ein Bild von der Instandsetzung des Hauses gemacht. Staatsminister Weimer dankte den Mitarbeitenden für ihren Einsatz für den Erhalt und die Zukunft des Hauses.
Die Villa Aurora, den einstigen Wohnort von Lion und Marta Feuchtwanger, würdigte Kulturstaatsminister Weimer als einen Ort, „an dem die starke Verbundenheit der europäischen und amerikanischen Kultur sichtbar wird“. Er ergänzte: „Diese Villa war ein Zuhause für Menschen, denen Deutschland die Heimat genommen hatte, die hier ein anderes Deutschland weiterlebten. Ein Land des freien Denkens, der großen Literatur, der eindringlichen Musik und der politischen Visionen. Dieses Haus wurde zu einem Ort intellektueller Diaspora, von dem aus man über das verlorene Land auf der anderen Seite des Atlantiks nachdenken konnte. Und über die Frage, was es bedeutet, deutsch zu sein.“
Im Rahmen seines Besuchs überreichte Weimer stellvertretend für den Bundespräsidenten dem US-Amerikaner Justin Jampol das Verdienstkreuz am Bande. Mit der Auszeichnung werden Jampols herausragende Verdienste um die transatlantischen Kulturbeziehungen und sein Einsatz für den Erhalt des kulturellen Erbes gewürdigt.
Während der Großbrände in Los Angeles im Januar 2025 hatte sich Jampol selbstlos für den Schutz und die Rettung wertvoller Kulturgüter aus der Villa Aurora eingesetzt. Dank seiner logistischen und kuratorischen Unterstützung konnten Gemälde, Bücher, persönliche Gegenstände und Einrichtungsstücke aus dem Besitz der Familie Feuchtwanger vor den Bränden in Pacific Palisades in Sicherheit gebracht werden.
Kulturstaatsminister Weimer sagte in seiner Rede über Jampol: „Als das Feuer die Villa Aurora und ihre Kunstschätze bedrohte, hat Justin Jampol nicht gezögert, sondern gehandelt. Sein Einsatz zeigt, was ihn antreibt: seine Verbundenheit mit Deutschland und seine Überzeugung, dass Geschichte unseren Einsatz braucht. Er selbst hat es einmal so formuliert: ‚History is now.‘ Geschichte wirkt in unseren Biografien fort. Sie prägt unsere Gegenwart. Und sie stellt uns heute vor Entscheidungen für die Zukunft. Schon allein dafür hat Justin Jampol eine Auszeichnung verdient.“
Jampol gründete 2002 das Wende Museum of the Cold War in Culver City, Kalifornien. Das Museum widmet sich der Kunst, Alltagskultur und politischen Symbolik des ehemaligen Ostblocks. Mit seiner Sammlung aus Gegenständen, Dokumenten und persönlichen Zeugnissen trägt es dazu bei, das visuelle und materielle Kulturerbe der ehemaligen DDR und der übrigen Ostblockstaaten zu bewahren und die Alltagskultur dieser Zeit wissenschaftlich zu erschließen.
Die Villa Aurora und das Thomas Mann House werden vom Bund gefördert. Als Residenz- und Begegnungsorte bieten sie Künstlerinnen und Künstlern, Schriftstellerinnen und Schriftstellern, Musikerinnen und Musikern sowie Intellektuellen die Möglichkeit, im Rahmen von Stipendien und Fellowships zeitweise in Los Angeles zu arbeiten und sich auszutauschen.
Der Besuch in der Villa Aurora ist Teil der Reise von Kulturstaatsminister Weimer nach Kalifornien. Vom 20. bis 23. Oktober 2026 besucht er Los Angeles und San Francisco. Neben Terminen in der Villa Aurora und im Thomas Mann House stehen weitere Besuche bei Kultureinrichtungen sowie Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Filmindustrie und der Technologiebranche auf dem Programm.