Einsatz zur Stabilisierung Libyens wird fortgesetzt

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Im Kabinett beschlossen: Verlängerung von EUNAVFOR MED IRINI Einsatz zur Stabilisierung Libyens wird fortgesetzt

Deutsche Soldatinnen und Soldaten beteiligen sich weiterhin an der EU-geführten Operation IRINI im Mittelmeer. Die Bundesregierung hat beschlossen, das Mandat bis zum 30. November 2026 zu verlängern. Der Bundestag hat dem Beschluss am 13. November 2025 zugestimmt. 

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IRINI

Durch den deutschen Beitrag können Informationen zu Schleusernetzwerken gesammelt und weitergeleitet werden, so dass das Geschäftsmodell von Schleusernetzwerken bekämpft werden kann.

Foto: Bundesregierung

Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, Libyen zu stabilisieren und den Wiederaufbau zu unterstützen. Seit dem 7. Mai 2020 beteiligt sich die Bundeswehr an der Mission EUNAVORMED (European Naval Force Mediterranean) IRINI. Das Kabinett hat beschlossen, sich weiterhin mit bis zu 300 deutschen Soldatinnen und Soldaten an der EU-geführten Mission IRINI zu beteiligen – bis zum 30. November 2026. Diesem Beschluss hat der Bundestag am 13. November 2025 zugestimmt.

Die Mission IRINI (griechisch für Frieden) dient dazu, das Waffenembargo der Vereinten Nationen gegen Libyen durchzusetzen. Verdächtige Schiffe sollen aufgespürt, angehalten und durchsucht werden. Damit trägt die Europäische Union maßgeblich zur Stabilisierung der Lage in Libyen bei. Zudem soll durch den Einsatz am Friedensprozess mitgewirkt werden. 

Das Einsatzgebiet umfasst Meeresgebiete außerhalb der Küstenmeere Libyens und Tunesiens, südlich Siziliens sowie innerhalb der Region des mittleren und südlichen Mittelmeers, deren Luftraum und angrenzende Seegebiete zur Umleitung und Übergabe von Schiffen.

Politische Instabilität in Libyen macht Einsatz weiterhin erforderlich

Seit der Revolution vom 17.01.2011 unterstützt die Bundesregierung das Land beim Übergang zur Demokratie. Libyen stand nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes vor einem Neuanfang. Im Land konkurrieren zwei Regierungen miteinander. Der westliche Teil wird von der international anerkannten Einheitsregierung kontrolliert. Im Osten hat eine Gegenregierung die Vorherrschaft übernommen, die durch die Milizen unter General Khalifa Haftar unterstützt wird. 

Seitdem 2020 ein Waffenstillstand vereinbart wurde, konnten politische Fortschritte erzielt werden. Dennoch ist die Lage instabil. Die für 2021 geplanten Wahlen wurden aufgrund von Uneinigkeiten abgesagt und bislang nicht durchgeführt. Der Einsatz bleibt erforderlich, um Stabilität und Frieden zu ermöglichen. 

Außerdem werden immer wieder Verstöße gegen das Waffenembargo der Vereinten Nationen festgestellt. Beide Konfliktparteien schleusen weiterhin illegal Waffen, Material und kämpfende Kräfte ins Land. Ziel der IRINI-Mission ist es, die Konfliktparteien in einem geregelten Prozess zu entwaffnen und zu demobilisieren, um die Sicherheitslage in Libyen zu verbessern.

Deutscher Beitrag umfasst drei Aufgabenbereiche

Die Hauptaufgabe des deutschen Beitrags besteht darin, das Waffenembargo der Vereinten Nationen gegenüber Libyen umzusetzen. Dabei sollen Verstöße festgestellt und Kontrollmaßahmen mithilfe eines Schiffes der Marine durchgeführt werden.

Als Nebenaufgabe trägt der Einsatz außerdem dazu bei, die illegale Ausfuhr von Erdöl aus Libyen zu verhindern. In diesem Zusammenhang werden Lagebilder erstellt, wodurch Informationen über die illegalen Exporte an die EU und die libyschen Behörden weitergeleitet werden können. Dafür setzt die Marine ein Aufklärungsflugzeug ein. 

Darüber hinaus können durch den deutschen Beitrag Informationen zu Schleuser- und Menschenhändlernetzwerken gesammelt und weitergeleitet werden, sodass deren Geschäftsmodelle bekämpft werden können.

Wie engagiert sich die Bundesregierung darüber hinaus?

Das breite Engagement der Bundesregierung in Libyen umfasst humanitäre, stabilisierende und entwicklungspolitische Maßnahmen, die auf einem langfristigen und umfassenden Ansatz basieren. Die Bundesregierung vermittelt zwischen den internationalen Akteuren und unterstützt den innerlybischen Prozess, der durch die Vereinten Nationen geleitet wird. Ziel der Bundesregierung ist es, auf lokaler Ebene tiefergehende Konflikte zu lösen, staatliche Strukturen zu stärken und die Versorgung der Bevölkerung auf kommunaler Ebene zu verbessern. 

Dazu soll die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen und Jugendlichen gestärkt und die Gesundheitsversorgung verbessert werden. Zudem sollen die Wahlbehörden und die libysche Zivilgesellschaft auf lokaler und nationaler Ebene unterstützt werden, um die Grundlagen für die Bildung eines demokratisch legitimierten Staats zu schaffen. 

Zudem setzt sich die Bundesregierung für eine Zusammenarbeit zwischen EU und NATO von der Operation EUNAVFOR MED IRINI mit der maritimen Sicherheitsoperation SEA GUARDIAN der NATO ein.

Einbettung in die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU 

Die Bundeswehr ist ein verlässlicher Partner und wichtiger Teil der deutschen und europäischen Sicherheitspolitik. Deutschland übernimmt zunehmend eine Führungsrolle bei der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP). Die GSVP macht die EU international handlungsfähig. Krisenmanagement, Krisenprävention, Krisenbewältigung sowie die Stabilisierung nach einem Konflikt gehören zu den wesentlichen Aufgaben der GSVP. Zu diesem Zweck führt die EU zivile und militärische GSVP-Missionen und -Operationen durch. Die EU-Mission IRINI ist eine davon.