EU und Vereinigtes Königreich
Nachdem das Vereinigte Königreich zum 1. Januar 2021 die EU verlassen hat, folgten eine Reihe von Abkommen über die zukünftigen Beziehungen. Finden Sie hier Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Bereich Handel und Kooperation.
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Nach dem Brexit regelt das Handels- und Kooperationsabkommen die Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union.
Foto: European Union
Die Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich haben sich seit dem Brexit stark gewandelt. Nach der kompletten Trennung erfolgt seitdem eine vorsichtige Wiederannäherung. Das Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (TCA) ist das zentrale Vertragswerk, das die Beziehungen nach dem Brexit regelt. Es trat am 1. Mai 2021 Kraft.
Das Abkommen legt die Bedingungen für den Handel, die Zusammenarbeit bei Sicherheitsfragen, den Datenschutz, die Fischerei und soziale Rechte fest. Es erlaubt den Handel mit Waren ohne Zölle oder Mengenbeschränkungen, sofern sie Ursprungsware sind. Gleichzeitig enthält es Regeln für fairen Wettbewerb – etwa bei Umwelt- und Sozialstandards.
Ja, für Waren mit entsprechendem Ursprung gilt Zollfreiheit. Voraussetzung ist, dass die Ursprungsregeln des Abkommens erfüllt sind und ein gültiger Ursprungsnachweis vorliegt. Dies soll den Handel erleichtern und zusätzliche Kosten vermeiden.
Das Abkommen sieht eine enge Kooperation bei der Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus vor. Beide Seiten tauschen weiterhin Fluggastdaten und Strafregistereinträge aus und arbeiten etwa im Rahmen von Europol zusammen. Die Zusammenarbeit basiert auf gemeinsamen Standards wie der Europäischen Menschenrechtskonvention.
Die Freizügigkeit ist entfallen. Für längere Aufenthalte im jeweils anderen Gebiet sind Visa erforderlich. Das Vereinigte Königreich ist aus dem Erasmus-Programm ausgestiegen, beteiligt sich aber weiterhin an anderen EU-Initiativen wie „Horizont Europa”.
Ein Gemeinsamer Partnerschaftsrat wurde eingerichtet, der die Umsetzung des Abkommens überwacht. Zudem gibt es verbindliche Mechanismen zur Streitbeilegung, die sicherstellen sollen, dass beide Seiten ihre Verpflichtungen einhalten und faire Bedingungen im Handel bestehen bleiben.
Mit dem „Rahmenabkommen von Windsor” haben sich die Europäische Kommission und die britische Regierung auf eine neue Regelung geeinigt, die sowohl den Frieden auf der irischen Insel sichern als auch den Warenverkehr zwischen Großbritannien und Nordirland erleichtern soll. Ziel des Abkommens ist es, die praktischen Herausforderungen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in Nordirland zu lösen. Dazu wurde ein umfassendes Paket gemeinsamer Maßnahmen geschnürt, das unter anderem folgende Bereiche umfasst. Das Abkommen stellt einen wichtigen Schritt dar, um die wirtschaftliche Einheit des Vereinigten Königreichs mit den Anforderungen des EU-Binnenmarkts in Einklang zu bringen – und dabei die Errungenschaften des Karfreitagsabkommens zu schützen.
Die Europäische Kommission bietet auf einer Themenseite umfassende Informationen, Originaldokumente sowie weiterfürhrende Erklärungen zum Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich an.
Beim EU-Großbritannien-Gipfel am 19. Mai 2025 in London wurde ein bedeutender Schritt zur Wiederannäherung nach dem Brexit vollzogen. Die Staats- und Regierungschefs beider Seiten – darunter Premierminister Keir Starmer und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen – einigten sich auf eine vertiefte Zusammenarbeit in zentralen Bereichen wie Sicherheit, Verteidigung, Energie, Fischerei und Jugendmobilität. Auf der Seite des Europäischen Rats finden Sie weiterführende Informationen zum Abkommen.