Kindern eine gute Zukunft ermöglichen

Weltkindertag Kindern eine gute Zukunft ermöglichen

In Deutschland leben mehr als 13 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Um für sie alle gleiche Chancen zu gewährleisten, investiert die Bundesregierung in eine Reihe von Maßnahmen für Kinder und Jugendliche. Damit will sie Familien stärken und gute Rahmenbedingungen für das Aufwachsen von Kindern fördern.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus, Vertreter des Deutschen Kinderhilfswerk und UNICEFsowie engagierten Kindern und Jugendlichen mit Banner und Plakaten vor dem Berliner Reichstag.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (5.v.r.) setzt gemeinsam mit engagierten Kindern und Jugendlichen ein Zeichen für die Kinderrechte.

Foto: UNICEF/Zimmermann

Anlässlich des Weltkindertags hat Kinderreporterin Polina für die Kindernachrichten „logo!“ ein Interview mit Bundeskanzler Scholz geführt.

„Heute ist Weltkindertag und dieser Tag erinnert uns an die besonderen Rechte und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen“, so Bundesfamilienministerin Lisa Paus in ihrer Rede anlässlich des Weltkindertages am 20. September. Genauso wichtig sei es natürlich, an allen Tagen im Jahr gute Politik für Kinder zu machen, betonte Paus.

In Deutschland gibt es zwei Kindertage  – am 1. Juni und 20. September. Das liegt an der Teilung Deutschlands in Folge des Zweiten Weltkriegs. In der DDR wurde am 1. Juni der "Internationale Kindertag" gefeiert, in der westdeutschen Bundesrepublik hingegen am 20. September der „Weltkindertag“ begangen. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 werden beide Tage meistens sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern gefeiert.

Zum Weltkindertag war Bundeskanzler Olaf Scholz Interviewpartner in den Kindernachrichten „logo!". Die Sendung wurde am 20. September auf KiKa ausgestrahlt.

Das Wohl der Kinder und Jugendlichen liegt der gesamten Bundesregierung sehr am Herzen. Deshalb setzt sie sich mit verschiedenen Maßnahmen und Vorhaben für den Schutz und die Förderung von Kindern aktiv ein. Einige Beispiele:

Familien mit Kindern finanziell entlasten

„Auch bei uns treffen die Folgen des Krieges Familien und Kinder besonders. Wenn Strom, wenn Lebensmittel und Kleidung immer teurer werden, dann setzt das eben insbesondere arme Familien extrem unter Druck“, so die Bundesfamilienministerin. Um sie wegen der derzeit steigenden Preise und Energiekosten zu unterstützen, hat die Bundesregierung eine ganze Reihe von Hilfen beschlossen – sie hat dafür drei Entlastungspakete auf den Weg gebracht. So gab es zum Beispiel für jedes Kind einen Kinderbonus in Höhe von 100 Euro. Außerdem sollen das Kindergeld und der Kinderzuschlag, der Familien mit wenig Einkommen unterstützt, demnächst erhöht werden. Damit werden Familien mehrere Hundert Euro im Jahr zusätzlich zur Verfügung haben.

Kinderarmut bekämpfen

Jedes fünfte Kind ist in Deutschland von Armut betroffen, obwohl Deutschland ein reiches Land ist. Um Familien, die finanzielle Unterstützung brauchen, zu helfen, will die Bundesregierung deshalb eine Kindergrundsicherung einführen. Sie soll zukünftig alle familienpolitischen Leistungen, wie beispielsweise das Kindergeld und Teile des Bildungs- und Teilhabegesetzes, bündeln und somit die Chancen für alle Kinder verbessern. Es soll einen Garantiebetrag geben, der für alle Kinder und Jugendlichen gleich hoch ist. Zudem soll es einen vom Elterneinkommen abhängigen, gestaffelten Zusatzbetrag für Familien mit geringem Einkommen geben. Die Kindergrundsicherung soll ab 2025 greifen. Die Bundesregierung hat aus diesem Grund als ersten, schnellen Schritt für armutsgefährdete Kinder einen Kinder-Sofortzuschlag in Höhe von 20 Euro pro Monat pro Kind beschlossen. Dieser wird seit Juli unbürokratisch ausgezahlt.

Qualität der Kitas weiter verbessern

Die Bundesregierung hat kürzlich das neue Kita-Qualitätsgesetz beschlossen. Damit will sie gezielte Verbesserungen in der Qualität der Kindertagesbetreuung erreichen. Denn: Gute frühkindliche Bildung legt die entscheidenden Grundlagen für einen erfolgreichen Bildungsweg. Der Bund unterstützt die Länder in den nächsten beiden Jahren deshalb mit insgesamt vier Milliarden Euro. Damit soll unter anderem die Personalsituation in Kitas verbessert, in bedarfsgerechte Angebote, wie die sprachliche Bildung investiert und die Gesundheit und Bewegung der Kinder weiter gefördert werden.

Kinderrechte stärken

Der Bundesregierung sind die Rechte von Kindern sehr wichtig. Deshalb will sie die Kinderrechte auch ins Grundgesetz aufnehmen - Maßstab dafür ist die UN-Kinderrechtskonvention.

„Wir müssen Kindern und Jugendlichen besser zuhören“, so die Bundesfamilienministerin Paus. „Wann immer es um Kinder geht muss ihr Wohl im Mittelpunkt stehen. Ihre Interessen gegenüber dem Staat sollen bei allen Entscheidungen, die sie betreffen, gestärkt werden. Genau das erreichen wir mit einer Grundgesetzänderung“, betonte sie. Für eine Änderung des Grundgesetzes ist allerdings eine Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat erforderlich. Dafür wolle sie sich weiter stark machen.

Am 20. November 1989 haben die Vereinten Nationen das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, kurz Kinderrechtskonvention, verabschiedet. Die Kernbotschaft: Jedes Kind auf der Welt hat das Recht auf ein behütetes Aufwachsen, die Förderung seiner Entwicklung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. In Deutschland gilt die Kinderrechtskonvention seit 1992.