Schulterschluss bei Digitalisierung und Staatsmodernisierung

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Pressekonferenz von Bundeskanzler Merz und Ministerpräsident Woidke zum Antrittsbesuch des Kanzlers in Brandenburg Schulterschluss bei Digitalisierung und Staatsmodernisierung

Bundeskanzler Merz tauschte sich in Potsdam mit der Landesregierung über die Themen Digitalisierung und Staatsmodernisierung, Energieversorgung, Industriearbeitsplätze sowie die Medizinische Hochschule in Cottbus und die Raffinerie in Schwedt aus.

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Dienstag, 14. Oktober 2025
Bundeskanzler Merz und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.

Bundeskanzler Merz mit Brandenburgs Ministerpräsident Woidke sind sich bei den Themen Staatsmodernisierung und Digitalisierung einig.

Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel

Es war die sechste Station, die Bundeskanzler Friedrich Merz im Rahmen seiner Antrittsbesuche in den Bundesländern nach Brandenburg führte. Dabei betonte er: „Ich mache die Erfahrung, dass es von Mal zu Mal mehr Freude macht, diese Begegnungen mit den Landesregierungen zu haben.” Denn dabei lerne er nicht nur die ganze Vielfalt unseres Landes besser kennen, sondern sehe auch die sehr individuellen Entwicklungschancen, die es in vielen Bundesländern gibt.

Erfreulich sei es, dass die brandenburgische Landesregierung beim Thema Digitalisierung und Staatsmodernisierung an der Seite des Bundes stehe und die Themen als gemeinsame Aufgabe betrachte. Im Hinblick auf den allgemeinen Verdruss an vielen Erscheinungen der Demokratie wies der Kanzler darauf hin, dass Demokratie Zeit brauche. Demokratie sei Kompromiss. „Wir müssen einfach jetzt zeigen, dass wir in der Lage sind, die Probleme zu lösen”. Dazu gehörten der Infrastrukturausbau, die Gesundheitsversorgung sowie die Pünktlichkeit der Bahn, sagte der Kanzler.  

Lesen Sie hier die Mitschrift der Pressekonferenz:

Ministerpräsident Dietmar Woidke:

Ich möchte mich zunächst ganz herzlich dafür bedanken, dass wir heute mit dem Brandenburger Kabinett die Ehre haben, den Bundeskanzler zu empfangen. Wir haben gerade eben eine Stunde lang über die großen Herausforderungen, vor denen Deutschland steht und vor denen auch Brandenburg steht, miteinander diskutiert, und zwar über alle Bereiche. Sehen Sie es mir nach, dass ich jetzt nicht auf die einzelnen Punkte eingehen kann; das würde den Rahmen auch dieser Pressekonferenz deutlich sprengen. Ich will aber vielleicht zwei Punkte nennen.

Was war heute wichtig? – Wichtig ist, dass wir von vornherein gesagt haben: Wir stehen gemeinsam vor diesen großen Herausforderungen, und wir werden diese großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, gemeinsam lösen. Ob in der Wirtschaft, ob im Gesundheitssystem, ob in den anderen großen Bereichen, die unsere Gesellschaft momentan an Herausforderungen hat: Wir werden diese Herausforderungen gemeinsam angehen.

Der zweite Punkt ist auch eine Ermutigung. Wir brauchen Mut – wir brauchen Mut zu guten Entscheidungen, und wir brauchen Mut, um Deutschland wieder auf einen guten Kurs zu bringen. Da sind in den kommenden Monaten und Jahren viele, viele Entscheidungen notwendig, und wir sind uns mit der Bundesregierung und mit dem Bundeskanzler einig, dass wir diese Entscheidungen dann auch herbeiführen werden. Da hat die Bundesregierung unsere volle Unterstützung.

Herr Bundeskanzler, Sie haben das Wort. – Bitte sehr.

Bundeskanzler Friedrich Merz:

Herr Ministerpräsident, meine Damen und Herren, ich setze die Reihe meiner Besuche in den Bundesländern heute mit dem Besuch in Brandenburg, hier in der Landeshauptstadt Potsdam, fort. Ich muss sagen, ich mache die Erfahrung, dass es von Mal zu Mal mehr Freude macht, diese Begegnungen mit den Landesregierungen zu haben, weil ich dabei nicht nur die ganze Vielfalt unseres Landes noch etwas besser kennenlerne, sondern auch die sehr individuellen Entwicklungschancen sehe, die es in vielen Bundesländern gibt.

Brandenburg ist sozusagen das Bundesland, das uns als Hauptstadt Berlin umgibt. Von daher besteht eine sehr große Nähe zwischen Berlin und Brandenburg, und es gibt auch manche gemeinsamen Themen. Wir haben über den BER-Flughafen gesprochen, aber auch über manche Entwicklungen, die wir mit größtem Interesse beobachten. Ich will hier nur die Einrichtung einer neuen medizinischen Hochschule in Cottbus nennen. Das ist in Deutschland fast schon singulär; denn kaum irgendwo anders werden noch neue medizinische Hochschulen gegründet. Das ist ein großartiger Erfolg, vor allen Dingen für eine Region, die ich ganz gut kenne, weil ich in dem früheren Bezirk Cottbus im Jahr 1990 den Volkskammerwahlkampf mit geleitet und begleitet habe. Von daher freut es mich, auch heute, fast 35 Jahre später, sagen zu können: Das, was man da so sieht, ist eine sehr schöne Entwicklung für eine schwierige, strukturschwache Region. Darüber haben wir gesprochen.

Wir haben auch über das ganze Thema Digitalisierung und Modernisierung unserer Staatsaufbaus gesprochen. Ich weiß nicht erst seit heute, aber heute noch mehr als vorher, wie sehr die Landesregierung an unserer Seite steht, was das Thema Digitalisierung und Staatsmodernisierung angeht. Da haben wir hier eine gemeinsame Aufgabe.

Last, but not least hat uns das Thema Energieversorgung und Industriearbeitsplätze im Kabinett beschäftigt. Ich habe der Landesregierung zugesagt, dass wir mit Hochdruck daran arbeiten, sowohl eine Kraftwerksstrategie als auch eine entsprechende Strompreisreduzierung in Brüssel zu ermöglichen. Die Gespräche der Bundeswirtschaftsministerin werden dort intensiv geführt, und es wird auch für das Land Brandenburg eine erhebliche Bedeutung haben, dass wir im Bereich der Energieversorgung Fortschritte haben und dass wir vor allen Dingen in der Energiepreisentwicklung Entscheidungen treffen, die dafür sorgen, dass Industrieunternehmen auch in Zukunft in Deutschland und damit natürlich auch in Brandenburg ihren Platz haben können.

Wir haben kurz über Schwedt gesprochen. Das Thema dort ist im Augenblick gut gelöst, aber wir wissen alle, dass das auch permanenter Weiterbearbeitung und Beobachtung bedarf. Dazu sind wir mit der Landesregierung aber ohnehin in einem guten Austausch.

Insofern ist das für mich heute ein weiterer guter Besuch in einer weiteren interessanten Landeshauptstadt, in einem weiteren interessanten Bundesland. Ich bedanke mich noch einmal ganz herzlich für die Gastfreundschaft. Wir werden jetzt noch drei weitere Begegnungen haben: zunächst mit einer Kindertagesstätte, dann mit dem Hasso-Plattner-Institut, und anschließend werden wir gemeinsam über die Spree zur Glienicker Brücke fahren. Also vielen Dank auch für das wirklich interessante Programm! Ich fühle mich ausgesprochen wohl hier.

Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft!