- Pressemitteilung 257
- Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)
Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer hat am
Dienstag, 14. Oktober 2025, im Namen der Bundesregierung die
77. Frankfurter Buchmesse bei einem feierlichen Festakt in Frankfurt am Main eröffnet.
Staatsminister Weimer: „Die Frankfurter Buchmesse ist weit mehr als ein Markt der Bücher. Sie ist ein Ort, an dem die Freiheit des Wortes und die Freiheit des Denkens gefeiert wird. Die weltpolitisch hochbrisante Lage und der Siegeszug menschenverachtender Autokratien zeigen deutlicher denn je, welch hohen Stellenwert Literatur haben kann: Originäre Literatur öffnet den Blick, initiiert neue Diskurse, wirbt für Empathie und Toleranz. Damit erhebt sie Einspruch gegen die Unkultur des Ressentiments und der populistischen Propaganda.“
Wolfram Weimer ging in seiner Rede intensiv auf die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf die Literatur- und Kulturszene ein: „Amerikanische und chinesische Tech-Giganten trainieren ihre KI-Systeme mit Milliarden von Werken, ohne die Einwilligung der Urheber einzuholen, geschweige denn, ihnen auch nur einen Cent zu zahlen. Völlig ungeniert bedienen sie sich aus dem Fundus geistigen Eigentums rund um den Globus. So werden Kulturen weltweit zu vermeintlichen Rohstofflieferanten degradiert und schamlos ausgebeutet. Das ist digitaler Kolonialismus, den wir nicht länger hinnehmen dürfen. Wir werden der Verletzung von Urheberrechten nicht länger tatenlos zusehen. Wir müssen zu einem wirkungsvollen Urheberrechtsschutz kommen.“
Eröffnung des Standes der Ukraine
Am Mittwoch um 11 Uhr wird Staatsminister Weimer den ukrainischen Länderstand eröffnen, der mit Mitteln aus dem Bundeskulturhaushalt unterstützt wurde.
Staatsminister Weimer erklärt dazu: „Die Ukraine wird uns mit einem beeindruckenden Programm ihre reiche Literatur näherbringen und damit die Sichtbarkeit der ukrainischen Kultur in Deutschland und Europa erhöhen. Dadurch wird die Ukraine auch den so wichtigen Kulturaustausch zwischen unseren beiden Ländern weiter voranbringen. Die Bundesregierung hat den Stand der Ukraine bei der Buchmesse daher gerne unterstützt. Wir werden den Kulturschaffenden der Ukraine in Deutschland auch in Zukunft eine Bühne bieten. Denn der Platz der ukrainischen Kultur, der Platz aller Menschen in der Ukraine ist in einem freien Europa.“
Bei der Buchmesse werden auch die ersten beiden Bände der „Ukrainischen Bibliothek“ präsentiert – ein groß angelegtes Übersetzungsprojekt, das vom Staatsminister und seinem österreichischen Kollegen gefördert wird.
Podiumsdiskussion über Thomas Mann
Staatsminister Weimer wird am Mittwoch um 12 Uhr an einer Podiumsdiskussion teilnehmen zum Thema „Die Demokratie wird siegen! Exil und Widerstand – Thomas Mann als politischer Autor“. Die Veranstaltung wird von Mara Delius moderiert, weitere Gesprächspartner sind der künftigen Vorsteher des Börsenvereins und Verleger Sebastian Guggolz und die Autorin Nora Bossong. Die Veranstaltung wird organisiert vom Verband der Literaturübersetzerinnen und -übersetzer, dem Deutschen Übersetzerfonds und dem Deutschen Literaturfonds.
Messe-Rundgang
Anschließend wird Staatsminister Weimer am Mittwoch ab 15 Uhr bei einem Messe-Rundgang die Stände verschiedener Verlage besuchen und sich dort mit den jeweiligen Verlegerinnen und Verlegern austauschen. Geplant sind Treffen mit folgenden Verlagen: Matthes & Seitz, C.H. Beck, Carl Hanser, Frankfurter Verlagsanstalt, Taschen, Diogenes, Penguin Random House, S. Fischer und Herder.
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
Den Abschluss der Buchmessewoche bildet am Sonntag, dem 19. Oktober, die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Staatsminister Weimer wird an der Veranstaltung in der Frankfurter Paulskirche teilnehmen. Preisträger ist der Historiker und renommierte Osteuropa-Experte Karl Schlögel, der für sein wissenschaftliches Werk und sein Engagement für die europäische Verständigung ausgezeichnet wird.