Rückblick auf vier Jahrzehnte Umweltpolitik
Am 6. Juni 1986 wurde das Bundesumweltministerium gegründet – eine Reaktion auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Nun feiert das Ministerium sein 40-jähriges Jubiläum mit einer Festveranstaltung, mit Bundesumweltminister Schneider und weiteren Gästen.
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Sechs große Gebiete in Nord- und Ostsee sind seit September 2017 geschützt – ein großer Erfolg für den Meeresnaturschutz.
Foto: Getty Images/fStop Images/Ivo Gabrowitsch
Am 6. Juni 1986 wurde das Bundesumweltministerium gegründet – eine Reaktion auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und ein wichtiger Schritt zur Zentralisierung der Umweltpolitik in Deutschland. Am 2. Juni 2026 feiert das Ministerium zu seinem 40-jährigen Jubiläum das Engagement vieler naturverbundener Menschen in Deutschland, die sich Tag für Tag für unsere Umwelt, Natur und unser Klima eingesetzt haben und einsetzen.
Die Festveranstaltung eröffnet Bundesumweltminister Carsten Schneider. Erwartet werden neben ehemaligen Bundesministerinnen und -ministern, darunter Steffi Lemke, Svenja Schulze, Barbara Hendricks, Peter Altmaier und Jürgen Trittin, auch Bundeskanzlerin a. D. Angela Merkel. Sie hält die Festrede zu vier Jahrzehnten Umweltpolitik in Deutschland.
Meilensteine vor Ministeriumsgründung
Die Gründung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) war eine Antwort auf die wachsenden Umweltprobleme der Zeit: Waldsterben, saurer Regen, Klimawandel und Atomrisiken erforderten eine zentrale Steuerung. Zudem wollte Deutschland seine Rolle in der internationalen Umweltpolitik stärken, insbesondere nach der UN-Umweltkonferenz 1972 in Stockholm. Die Umweltbewegung und die Debatte um die Atomkraft machten Umweltschutz zu einem zentralen politischen Thema.
Die Wurzeln der deutschen Umweltpolitik reichen jedoch viel weiter zurück. Schon vor der Gründung des BMU wurden wichtige Maßnahmen und Initiativen umgesetzt, oft von anderen Ministerien oder auf Länderebene. Einige Meilensteine:
- Nach Kriegsende: Einführung von Kläranlagen zur Verbesserung der Wasserqualität
- 1964: Waschmittelgesetz reduzierte die Verschmutzung von Flüssen und Seen
- 1971: Erstes Umweltprogramm, das Prinzipien wie Vorsorge, Verursacherhaftung und Kooperation festlegte.
- 1972: Gründung des unabhängigen Gremiums zur Beratung der Bundesregierung, des „Sachverständigenrats für Umweltfragen“
- 1974: Verabschiedung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, das den Schutz vor Luftverschmutzung regelt und Schwefelemissionen reduzierte
- 1976: Einführung des Chemikaliengesetzes zur Minimierung der Risiken gefährlicher Stoffe
- 1980er Jahre: Erste große Umweltbewegungen und Bürgerinitiativen formierten sich, etwa gegen die Atomkraft oder für den Schutz der Wälder
Meilensteine seit Ministeriumsgründung
Die Erfolge vor 1986 zeigen, dass Umweltschutz früh ein wichtiges Thema war, wenn auch nicht immer unter einem eigenen Dach. Heute ist das Bundesumweltministerium eine zentrale Institution, die sich mit Themen von Artenschutz bis zur Zertifizierung nach Umweltstandards beschäftigt. Meilensteine in 40 Jahren waren etwa:
- 1987: Rettung der Ozonschicht startet
- 1989: Geburtsstunde des Grünen Bandes
- 1990: Nationalparkprogramm der DDR
- 1994: Umweltschutz im Grundgesetz
- 2000: Erneuerbare-Energien-Gesetz
- 2003: Pfandpflicht auf Einweg-Getränkeverpackungen
- 2005: Hochwasserschutzgesetz / Abfallentsorgungsverordnung
- 2006: Nationales Naturerbe dauerhaft gesichert
- 2007: Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
- 2011: Beschleunigter Atom-Ausstieg
- 2013: Atommüll-Endlager-Konsens
- 2015: Pariser Klimaschutz-Abkommen
- 2017: Besserer Naturschutz in Nord- und Ostsee
- 2019: Klimaschutz im Gesetz
- 2020: Kohleausstieg beschlossen
- 2023: Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
- 2024: Erstes Klimaanpassungsgesetz in Kraft
Die Festveranstaltung zum 40-jährigen Jubiläum feiert nicht nur die Vergangenheit, sondern nimmt auch die Zukunft der Umweltpolitik in den Blick. Denn Umweltschutz bleibt ein wichtiges Thema – gestern, heute und morgen.