37 Jahre Mauerfall - Staatsminister Weimer: „Ein kritisches, wissenschaftlich fundiertes Geschichtsbewusstsein ist heute wichtiger denn je“

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37 Jahre Mauerfall - Staatsminister Weimer: „Ein kritisches, wissenschaftlich fundiertes Geschichtsbewusstsein ist heute wichtiger denn je“

  • Pressemitteilung BKM-112
  • Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Zum 37. Jahrestag des Mauerfalls warnt Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, vor Geschichtsrevisionismus und einer Verklärung der SED-Diktatur. Wer heute die DDR verkläre, erliege populistischen Vereinfachungen und verhöhne die Opfer.

Staatsminister Weimer: „Fast drei Jahrzehnte lang war die Berliner Mauer das sichtbarste Symbol der brutalen Grenze mitten durch Deutschland und der Unfreiheit in der DDR. Ihre friedliche Überwindung hatte welthistorische Bedeutung und ermöglichte die Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990. Die Schreckensszenarien des Kalten Krieges gehörten wenige Jahre später der Vergangenheit an.“

Staatsminister Weimer weiter: „Wir verdanken den Mauerfall den mutigen Menschen, die während der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 in zahlreichen Städten der DDR für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte auf die Straße gingen. In einer Zeit, in der autoritäre Ideen und politische Verlockungen wieder an Einfluss gewinnen, dürfen wir nicht vergessen, welche persönlichen Risiken diese Menschen eingingen und wie das wahre Gesicht der SED-Diktatur aussah: despotisch, gewalttätig und menschenverachtend.

Wer heute geschichtsrevisionistische Thesen verbreitet und die DDR nachträglich zu einer vermeintlich heilen Welt verklärt, ignoriert bewusst die historischen Fakten und verhöhnt die Opfer des DDR-Regimes. Deshalb ist ein kritisches, wissenschaftlich fundiertes Geschichtsbewusstsein wichtiger denn je. Es hilft uns, populistischen Vereinfachungen entgegenzutreten, den demokratischen Zusammenhalt zu stärken und uns den Wert der Freiheit zu vergegenwärtigen.“

Am Abend des 9. November 1989 erzwangen die Bürgerinnen und Bürger der DDR mit ihrem friedlichen Protest die Öffnung der Grenzübergänge nach West-Berlin. Das scheinbar unüberwindbare Bollwerk der Berliner Mauer wurde binnen weniger Stunden durchlässig.