- Pressemitteilung BKM - 58
- Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)
Mit dem in 2026 neu aufgelegten Förderprogramm „Schriftliches Kulturgut erhalten“ wurden jetzt 92 Projekte zur Bewahrung historischer Originale ausgewählt, die mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro gefördert werden. Das Förderprogramm stößt schon in seinem ersten Jahr auf großes Interesse: Rund 200 Projektanträge gingen ein.
Staatsminister Wolfram Weimer: „Schriftliches Kulturgut ist unverzichtbarer Bestandteil unseres kollektiven Gedächtnisses. Ohne authentische Quellen wäre eine lebendige Auseinandersetzung mit Geschichte und Kultur nicht möglich. Gerade in Zeiten, in denen historische Fakten zunehmend infrage gestellt werden, sind Archive, Bibliotheken und Museen als Orte der Überlieferung für unsere Demokratie wichtiger denn je. Es ist unsere gesamtstaatliche Aufgabe, dieses Erbe für kommende Generationen zu bewahren und für die Gesellschaft zugänglich zu machen. Der erfolgreiche Start des Förderprogramms ist deshalb eine großartige Nachricht für den Originalerhalt in Deutschland.“
Das neue Programm wird von Bund und Ländern finanziert und löst die bisherigen Förderlinien KEK-Modellprojektförderung und BKM-Sonderprogramm zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts ab. Die Zusammenlegung der beiden Förderlinien seit dem 1. Januar 2026 schafft ein vereinfachtes und bürokratiereduziertes Förderangebot.
Drei Beispiele zeigen die Bandbreite der 2026 bewilligten Förderprojekte:
Im Landesarchiv Thüringen werden besonders wertvolle Zeugnisse der Erinnerungskultur gesichert: Dabei handelt es sich um rund 10.000 Karteikarten, die als sogenannte Tagesnachweise der Arbeitskommandos des NS-Konzentrationslagers Buchenwald die Zwangsarbeit dokumentieren.
Ein auf drei Jahre angelegtes Förderprojekt der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) widmet sich der Stenografischen Sammlung, die als einzigartige Fachbibliothek 53.000 Objekte umfasst, vom 16. Jahrhundert bis heute.
Im Förderprojekt der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum wird einer der meistangefragten Bestände der Einrichtung restauriert: die Fragebögen für Mitglieder der Jüdischen Gemeinde zu Berlin aus dem Zeitraum 1945 bis 1990.
Das Förderprogramm „Schriftliches Kulturgut erhalten“ unterstützt den Erhalt wertvoller Originale. Die Förderprojekte werden auf Basis von Empfehlungen des Fachbeirats der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) ausgewählt. Die Mittel werden gemeinsam von BKM und der Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder bereitgestellt. Insgesamt wurden über die KEK seit 2010 bereits 1.338 Projekte mit einem Volumen von mehr als 29,1 Millionen Euro bewilligt.
Die gesamte Liste der geförderten Projekte finden Sie hier: https://www.kek-spk.de/pressemitteilungen