„Gedächtnisstützen unserer Gesellschaft“ –Kulturstaatsminister Weimer stärkt Gedenkstätten mit zehn Millionen Euro zusätzlich

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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer stellt den Gedenkstätten zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur im kommenden Jahr zusätzlich zehn Millionen Euro zur Verfügung. Davon entfallen fünf Millionen Euro auf Projektförderungen und weitere fünf Millionen Euro auf die institutionelle Stärkung der vom Bund geförderten Gedenkstätten. Damit setzt der Bund die im November 2025 beschlossene Gedenkstättenkonzeption um und trägt den wachsenden Herausforderungen der Gedenkstätten Rechnung.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erklärt dazu: „Gedenkstätten sind die Gedächtnisstützen unserer Gesellschaft. Sie bewahren die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur und machen unsere Geschichte erfahrbar. Gerade in einer Zeit, in der Desinformation und Geschichtsverfälschung zunehmen und die Stimmen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen verstummen, braucht unsere Erinnerungskultur starke Erinnerungsorte. Mit den zusätzlichen Mitteln setzen wir deshalb ein klares Zeichen: Der Bund steht verlässlich an der Seite der Gedenkstätten.“

Für Projektförderungen sieht der Regierungsentwurf zum Bundeskulturhaushalt 2027 fünf Millionen Euro zusätzlich zur Umsetzung der neuen Gedenkstättenkonzeption des Bundes vor. Damit stehen insgesamt zehn Millionen Euro für Vorhaben zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen und des SED-Unrechts bereit. Gedenkstätten können voraussichtlich ab September Förderanträge stellen. Gefördert werden Projekte zum Erhalt der historischen Orte, zur Digitalisierung und digitalen Lebenswelt sowie zur Vermittlung und anwendungsbezogenen Forschung.

Weitere fünf Millionen Euro erhalten die vom Bund geförderten Gedenkstätten insbesondere zum Ausgleich gestiegener Personalausgaben sowie zunehmender Bewachungskosten aufgrund der verschärften Bedrohungslage. 

Davon profitieren unter anderem die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora durch zusätzliche Mittel in Höhe von 842.000 Euro, die Bayerischen KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg mit 497.000 Euro zusätzlich, die Gedenkstätte Topographie des Terrors mit 447.000 Euro sowie die Stiftung Sächsische Gedenkstätten mit 222.000 Euro.
Die Gedenkstätten in Deutschland stehen heute vor erheblichen Herausforderungen. Neben dem Generationenwechsel, dem digitalen Wandel und der zunehmenden Verbreitung von Desinformation haben auch die physischen und digitalen Angriffe auf Gedenkstätten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer: „Angriffe auf Gedenkstätten sind Angriffe auf unsere Erinnerungskultur und auf die Grundlagen unserer Demokratie. Wer historische Fakten leugnet oder Erinnerungsorte angreift, relativiert unsere Geschichte und diffamiert die Opfer von Gewalt und Unterdrückung. Deshalb stärken wir die Gedenkstätten nicht nur in ihrer Bildungs- und Vermittlungsarbeit, sondern unterstützen sie auch dabei, ihre Beschäftigten, ihre Besucherinnen und Besucher sowie die historischen Orte selbst wirksam zu schützen.“

Der Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2027 steht unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung, insbesondere des parlamentarischen Haushaltsaufstellungsverfahrens.