Bedrohungen der Sicherheit im Luftraum
Die Bundesregierung hat unter Leitung des Bundeskanzlers am 20. Mai 2026 erfolgreich eine ressortübergreifende Krisenreaktionsübung durchgeführt. Die Übung hat gezeigt, dass mit den vorhandenen Mitteln und Strukturen auf Bedrohungen der Sicherheit im Luftraum schnell und angemessen reagiert werden kann.
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Die Luftwaffe hält kontinuierlich zwei Alarmrotten in Wittmund in Niedersachsen und in Neuburg an der Donau in Bayern bereit. Zu ihnen gehören jeweils zwei Eurofighter.
Foto: Bundeswehr/Christian Timmig
Ein Flugzeug wird entführt und soll möglicherweise als Waffe eingesetzt werden – das Kabinett entscheidet unter Leitung des Bundeskanzlers, wie diese kritische Situation bewältigt wird. In einer Krisenreaktionsübung hat die Bundesregierung Verfahrensabläufe zum Schutz vor Bedrohungen aus dem Luftraum geübt.
Krisenreaktionsübungen stärken die Resilienz
In einer Phase geopolitischer Umbrüche hat sich die Bedrohungslage deutlich verschärft. Daher stärkt der Nationale Sicherheitsrat (NSR) die Sicherheitsarchitektur Deutschlands und bündelt ressortübergreifend sicherheitspolitische Kompetenzen und Wissen. Mit der Beauftragung von Krisenreaktionsübungen trägt er außerdem zur Steigerung der gesamtgesellschaftlichen Resilienz bei, indem sich Bund, Länder und Sicherheitsbehörden auf den Umgang mit Krisenszenarien vorbereiten.
Das Übungsszenario: Umgang mit einem Renegade
Die Bundesregierung hat unter Leitung des Bundeskanzlers am 20. Mai erfolgreich eine solche ressortübergreifende Krisenreaktionsübung durchgeführt. An der Umsetzung der Übung waren das Bundeskanzleramt sowie die Bundesministerien der Verteidigung, des Innern und für Verkehr beteiligt.
In einem konkreten Szenario wurde die Reaktion auf die fiktive Entführung eines zivilen Flugzeugs im deutschen Luftraum (einem sogenannten „Renegade“) geübt. Ziel der Übung war es, in einer zeitkritischen und potentiell gefährlichen Lage eine schnelle Entscheidung des Kabinetts herbeizuführen. Diese Entscheidung wurde sodann durch die Bundeswehr und Sicherheitsbehörden real umgesetzt. In der Übung wurde auf Grundlage dieser Kabinettsentscheidung das entführte Flugzeug von einer Alarmrotte der Bundeswehr, bestehend aus zwei Eurofighter Kampfflugzeugen, abgefangen und bis zur Landung auf einem Flugplatz in Norddeutschland begleitet.
Bundeskanzler Friedrich Merz koordinierte die Maßnahmen während der Krisenreaktionsübung.
Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel
Sicherheit im deutschen Luftraum
Die Sicherheit im deutschen Luftraum wird von der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH kontinuierlich überwacht und koordiniert. Bei gravierenden Verstößen wird grundsätzlich unterschieden zwischen einer „Luftnotlage“ (unvorhergesehener Notfall) und einem „Renegade“ (Begriff für die Entführung eines zivilen Luftfahrzeugs in krimineller oder terroristischer Absicht). Für die Abwehr von Gefahren im deutschen Luftraum ist das ressortübergreifende Nationale Lage- und Führungszentrum für die Sicherheit im Luftraum (NLFZ SiLuRa) in Uedem zuständig.
Dafür hält die Luftwaffe kontinuierlich zwei Alarmrotten – auch Quick Reaction Alert genannt – in Wittmund in Niedersachsen und in Neuburg an der Donau in Bayern bereit. Zu ihnen gehören jeweils zwei Eurofighter, die innerhalb weniger Minuten an jedem Ort im deutschen Luftraum sein können.
Bei Verdacht eines Renegade berät der Verteidigungsminister den Bundeskanzler über die Notwendigkeit der Beteiligung der Bundesregierung an einer Entscheidung zum weiteren Vorgehen. In einem solchen Fall werden auf Anordnung des Bundeskanzlers in einer Telefonkonferenz des Kabinetts Maßnahmen abgestimmt und angewiesen.
Die Übung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ministerien, der Bundeswehr und Sicherheitsbehörden. Sie hat demonstriert, dass die notwendigen Mittel und Strukturen verfügbar sind, um auf Bedrohungen der Sicherheit im Luftraum schnell und angemessen reagieren zu können.