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Berlin steckt voller subtiler Symbolik, die nur eine Stadt bieten kann, die durch die Wechselbäder der Geschichte gezogen wurde. Zum Beispiel das Kraftwerk Mitte mit seiner einhundert Meter langen Turbinenhalle, der brutalistischen Betonästhetik der 60er Jahre, in der sich heute Techno-Clubs und die Design-Szene zuhause fühlen. Einst wurde hier die Stadt unter Strom gesetzt, heute ist das Kraftwerk schon dank seines Namens der ideale Austragungsort für eine Premiere der Bundesregierung: die Eröffnung der ersten Investorenkonferenz, die mehr als 200 Unternehmer und Führungskräfte aus der Finanzbranche weltweit angelockt hat. Kraft und Werk – darum geht es. Deutschland hat die Kraft und die Dynamik, dank seiner gesunden industriellen Basis den Sprung in das nächste Industriezeitalter zu machen. Und mit Werkstücken der feinen und besonderen Art kennt sich das Land des Mittelstands, der Handwerker und der Hidden Champions besonders gut aus. Für den nächsten industriellen Quantensprung, für die eigene, industrielle KI und die datenzentrierte Wertschöpfungskette benötigt das Land Investoren. Zu bieten hat es: Verlässlichkeit, Ausdauer, hart arbeitende und gut ausgebildete Menschen und vor allem die Stabilität und Sicherheit eines Rechtsstaats mit funktionierender Marktwirtschaft in einer zunehmend instabilen Welt. Wo wäre das besser zu bewundern als am zweiten Austragungsort der Investoren-Konferenz, der Wirtschafts-Hochschule ESMT – einem Gebäude, das in seinem alten Leben den Ministerrat der DDR beherbergt hat. Die realsozialistische Glasmalerei oder der Kachelfries mit tanzenden Bäuerinnen und marschierenden Arbeitern zeugen davon, was am Ende Bestand hat im Wettbewerb von Demokratie und Marktwirtschaft. Willkommen also im Berlin der subtilen Symbolik. Investitionen sind kein Selbstzweck, sie schaffen und sichern Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand. Konkret geht es um Investitionen in wichtigen Branchen wie Energie, Industrielle KI, Verkehrs-Infrastruktur, Raumfahrt und Verteidigung. Deutschland befindet sich in einem harten Wettbewerb um Produktionsstandorte und um Kapital für innovative Unternehmen. Zudem haben Deutschland und Europa große Pläne bei der industriellen KI. Kaum ein anderes Land hat hier so günstige Voraussetzungen zu bieten mit seinem Datenschatz aus unzähligen Fertigungsprozessen. In einer Absichtserklärung haben die Bundesregierung und der Chipkonzern Nvidia deshalb eine Initiative zur Entwicklung modernster KI-Modelle vereinbart. Im Mittelpunkt steht Physical AI – eine KI, die Maschinen, Roboter und Fabriken steuert. Ziel dieser Initiative sind zwei Dinge. Erstens soll die industrielle KI in die breite Anwendung gebracht werden, damit hochmodernes industrielles KI-Ökosystem entsteht. Und zweitens soll die traditionelle deutsche Ingenieurskunst und Fertigungsexpertise mit Spitzenforschung und modernster KI-Technologie verschmolzen werden. Wie weit das Land bereits ist, konnte der Bundeskanzler am Freitag bei einem Besuch des Leibniz-Instituts IHP in Frankfurt/Oder beobachten. Nirgendwo auf der Welt wird auf höherem Niveau an den Mikroprozessoren der Zukunft geforscht, nirgendwo entstehen schnellere Steuerungschips. Hier verschmelzen Forschung und Anwendung. Das IHP kann auf einen großen Kundenstamm für seine Chips zurückgreifen – sei es für die Anwendung in einem künftigen 6-G-Netz oder in der Medizintechnik. Entzündungswerte im Blut können mit Hilfe der Technik aus Frankfurt/Oder künftig in Minuten gemessen werden – Laboruntersuchungen werden dann nicht mehr nötig sein. Diese Erfolgsgeschichten entstehen nicht von alleine. Immer wieder wurden und werden sie von zupackenden Menschen geschrieben. Teil des Aufbauwunders waren die türkischen Arbeitskräfte, die in den 60er-Jahren nach der Unterzeichnung des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens ins Land kamen. Aus den Gastarbeitern wurden Landsleute. Sie haben ihre Kultur, Sprache und selbst die Kulinarik mitgebracht. Auch heute brauchen wir wieder in vielen Regionen und Branchen Fachkräfte aus dem Ausland. Anders wird der Wohlstand nicht zu sichern sein. All dies hat auch mit Europa, seinem Binnenmarkt und der Freizügigkeit zu tun. Ein Zusammenhang, den der Bundeskanzler auf dem Gipfel des sogenannten Berlin Prozesses in Montenegro gar nicht groß betonen musste. Er ist dort längst bekannt. Deutschland bleibt für die Staaten des Balkans ein wichtiger Fürsprecher auf dem Weg in die EU. Montenegro ist dabei am Weitesten gekommen und darf einen zügigen Beitritt erwarten. Auch Europa muss wachsen, um sich in dieser Welt behaupten zu können.
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