Aus meiner Sicht ist es so, dass wir natürlich auf eine Welt
hinarbeiten wollen, in der Atomwaffen keine Rolle mehr spielen.
Aber in den nächsten Etappen geht es jetzt vor allem darum,
effiziente Wege zu finden, Nuklearwaffen abzurüsten und weniger
davon zu haben. Gleichzeitig geht es darum, die Bewaffnung des Iran
mit der Atombombe zu verhindern. Ich sage: Dies wird auch eine
Nagelprobe für die internationale Gemeinschaft sein. Ich sage sehr
deutlich: Wir haben Verhandlungsangebote gemacht, wir wollen eine
diplomatische Lösung. Diese Verhandlungsangebote stehen im Raum.
Ich denke, dass uns die neue amerikanische Administration ihre
Vorstellungen in Bezug auf den Iran in den nächsten Monaten auch
deutlich machen wird. Wir sind bereit, diesen Weg dann gemeinsam zu
gehen, aber wir sind auch bereit, härtere Sanktionen ins Auge zu
fassen, wenn es keinen Fortschritt gibt. Es ist ein Muss, dass es
verhindert wird, dass der Iran in den Besitz einer Atomwaffe
kommt.
Meine Damen und Herren, wir müssen, wenn wir uns über die
Sicherheitsarchitektur Gedanken machen, natürlich auch die Frage
beantworten: Wie bauen wir Russland in diese Architektur ein?
Russland ist natürlich ein Teil der Abrüstungsbemühungen zwischen
den Vereinigten Staaten von Amerika und Russland. Allerdings ist
Russland genauso auch Teil Europas. Deshalb sind die Beziehungen zu
Russland von außerordentlicher Bedeutung. Wir haben etablierte
Mechanismen, die sich jetzt glücklicherweise wiederbeleben, nämlich
den NATO-Russland-Rat. Diesen Dialog sollten wir intensivieren.
Genauso sollten wir aber auch auf die Vorschläge des russischen
Präsidenten Medwedew eingehen, in Fragen der europäischen
Sicherheit Möglichkeiten einer engeren Kooperation zwischen der
Europäischen Union, der Europäischen Sicherheits- und
Verteidigungspolitik und Russland zu finden.
Ich sage allerdings ausdrücklich: Dies darf nicht in dem
Geist geschehen, dass wir uns gegenseitig schwächen – ESVP und
NATO –, um sozusagen im Wettbewerb um ein bestimmtes
Verhältnis zu Russland zu stehen. Es ist in unser aller Interesse,
Russland in eine zukünftige Sicherheitsarchitektur einzubinden. Das
muss aber mit NATO und Europäischer Sicherheits- und
Verteidigungspolitik gemeinsam gemacht werden.