Wir brauchen neben dem Konzept der Vernetzten Sicherheit bei
der Behandlung unserer Konflikte, die wir auf der Welt zu lösen
haben, immer auch den regionalen Ansatz. Kein Konflikt lässt sich
auf ein Land reduzieren. Wenn wir über Afghanistan sprechen, dann
wissen wir: Wir sprechen auch über die Situation in Pakistan.
Deshalb sind wir bereit – ich sage das ganz ausdrücklich für
Deutschland; auch der deutsche Außenminister hat das im umfassenden
Sinne getan, gerade auch während unserer EU-Ratspräsidentschaft und
G8-Präsidentschaft –, diese regionale Dimension der
Konfliktbewältigung zu sehen und eben auch Pakistan mit in die
Verpflichtung zu nehmen, keinen Vorschub zu leisten, dass die
Taliban und andere erstarken können.
Meine Damen und Herren, bei allem, was gelungen ist, muss
man allerdings auch sagen: Die Zusammenarbeit zwischen NATO und
Europäischer Sicherheits- und Verteidigungspolitik läuft noch nicht
so, wie wir uns das vorstellen. Wir führen endlose Diskussionen in
Bezug auf praktische Beispiele – ob es die Frage des Kosovo
oder die Frage Afghanistans ist –, weil es ungelöste Konflikte
zwischen Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der NATO gibt.
An dieser Stelle sind – man kann das ja beim Namen
nennen – zum Beispiel die Türkei und Zypern betroffen. Das
heißt, wir haben alle gemeinsam ein intensives Interesse daran,
dass solche regionalen Konflikte unsere überregionale
Zusammenarbeit im transatlantischen Bündnis oder in der
Europäischen Union nicht behindern, weil uns diese viel Kraft und
Zeit kosten. Daran muss gearbeitet werden.
Ein neues strategisches Konzept der NATO sollte und muss
sich auch mit der Frage befassen: Wie gehen wir mit
Rüstungskontrolle und Abrüstung um? Gestern ist hier darüber
gesprochen worden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nur sagen:
Wir brauchen eine effizientere Rüstungskontrolle, wir brauchen
mutigere Schritte zur Abrüstung. Im konventionellen Bereich spielt
hierbei die Frage, wie es mit dem KSE-Vertrag weitergeht, eine
wesentliche Rolle. Wir müssen zu dem Punkt kommen, dass dieser
Vertrag ratifiziert und fortentwickelt wird. Wir brauchen im
nuklearen Bereich auf der Überprüfungskonferenz des
Nichtverbreitungsvertrags einen Fortschritt. Ich denke, die
Europäische Union sollte sich auch als Ganzes stärker in
abrüstungspolitische Diskussionen einschalten.