Das Konzept der Vernetzten Sicherheit prägt die Europäische
Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Die Europäische Sicherheits-
und Verteidigungspolitik ist jetzt etwa zehn Jahre alt. Sie hat
eine ziemlich rasante Entwicklung genommen und sie wird
institutionell gekräftigt werden, wenn wir den Lissabonner
Vertrag – endlich, sage ich – ratifiziert haben werden
und die Aufgaben der Außen- und Sicherheitspolitik des Rates –
das heißt, der Mitgliedstaaten der Europäischen Union – und
der Kommmission in eine Hand bzw. zu einer Person kommen. Henry
Kissinger, den ich natürlich wie alle anderen auch herzlich
begrüße, hat vor Jahren gefragt: Wen rufe ich in Europa an, wenn
ich wissen will, was Europa denkt? – Ich glaube, wir kommen
diesem Punkt mit dieser Person ein Stück näher, wenngleich ich
nicht garantieren kann, dass dann alle Antworten der
27 Mitgliedstaaten zu jedem Zeitpunkt schon die gleichen sein
werden; das will ich zugeben. Aber wir kommen dabei ein großes
Stück voran.
Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik hat
inzwischen 22 Missionen durchlaufen. Die Europäische
Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist zurzeit in
13 Missionen engagiert: unter anderem im Tschad, bei der
polizeilichen Ausbildung in Afghanistan, im Kosovo, in Bosnien
militärisch und zivil; wir helfen bei der Ausbildung
palästinensischer Polizei und wir kämpfen gegen die Piraterie vor
dem Horn von Afrika; wir haben die Wahlen im Kongo abgesichert. Das
heißt, wir haben in einer Vielzahl von Maßnahmen Vernetzte
Sicherheit in unseren Missionen gelebt, erarbeitet und sind dabei
auch erfolgreich gewesen.
Kritisch muss man sicherlich sagen, dass die militärischen
Fähigkeiten der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik
noch nicht ausreichend gebündelt sind. Wir haben das Prinzip der
"Battle Groups", aber wenn es zum praktischen Einsatz kommt, haben
wir noch viele und lange Wege zu gehen. Auf der anderen Seite zeigt
die Vielfalt der Einsätze, was wir bereits können und wo wir bereit
sind, Verantwortung zu übernehmen.