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im Tagesstrudel der Weltpolitik geht der Trend hin zum Zweizeiler. Kurznachrichten, Posts auf Social-Media-Plattformen, hingeworfene Andeutungen: je kurzatmiger eine Äußerung, desto höher die Aufmerksamkeit und desto steiler die Erregungskurve. Der Bundeskanzler hat in dieser Woche eine gegenläufige Technik gewählt. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hielt er im Schatten der Grönland-Eskalation eine Rede zu den großen Trends in der Geopolitik. Er sprach über Deutschlands und Europas Rolle in diesem neuen Zeitalter und den Weg hin zu mehr Stärke und Souveränität. Diese Rede lohnt die Lektüre. Sie belegt, dass die Strategie der ruhigen Entschlossenheit Erfolg haben kann, und dass es lohnt, die Aufmerksamkeitsspanne zu trainieren. Die nun zunächst entschärfte Krise um Grönland darf nicht den Blick darauf verstellen, dass Russland die Ukraine im kältesten Winter seit Beginn des Krieges Nacht für Nacht mit brutalen Angriffen überzieht. Putin nutzt Kälte als Waffe, die russischen Attacken machen die Metropole Kiew zunehmend unbewohnbar. Dieser Terrorkrieg ist noch lange nicht vorüber, eine russische Bereitschaft zum Frieden ist nicht erkennbar. Deswegen wird Deutschland die Ukraine weiter verlässlich unterstützen – zuletzt mit kurzfristig mobilisierten 60 Millionen Euro, mit denen Notstromaggregate, Brennstoffe und Heizungen angeschafft werden können. Für Montag hat der Bundeskanzler zum Nordseegipfel in Hamburg eingeladen: Erwartet werden die Regierungschefs oder Vertreter aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und erstmals Island. Grönland wird auch hier diskutiert werden, ebenso wie die Themen Staatsmodernisierung, Wettbewerb, Energie und kritische Infrastruktur. Am Ende aber bleibt es bei der großen Überschrift der Woche: Die Welt ordnet sich neu, und die Staaten Europas werden ihren Platz darin behaupten. Ihr |