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Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich des Empfangs im Rahmen der Frühjahrstagung der NATO-Außenminister

Do, 14.04.2011

 
Wir stellen uns als Bündnis den sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit nicht alleine, sondern gemeinsam mit einer Vielzahl von Partnern. Das gilt zum Beispiel auch für Abrüstung und Rüstungskontrolle, für die der begonnene Überprüfungsprozess des NATO-Abschreckungssystems eine besondere Rolle spielt. Das gilt gerade auch für die neuen globalen Herausforderungen: Cyber-Sicherheit, Proliferation von Massenvernichtungswaffen, Piraterie oder Terrorismus.
 
Meine Damen und Herren, dieser Empfang findet heute hier in Berlin statt, in der Stadt, in der vor mehr als 21 Jahren die Mauer fiel. Diese Mauer teilte die Stadt in menschenverachtender Weise. Sie teilte Familien. Sie teilte ein Land. Sie teilte als Eiserner Vorhang einen ganzen Kontinent. Nur wenige Meter von hier steht das Brandenburger Tor. Dieses Brandenburger Tor und die Berliner Mauer – sie waren Symbole der Teilung Deutschlands und Europas während des Kalten Krieges. Das Brandenburger Tor ist heute Symbol von Einheit und Freiheit unseres Kontinents. Deshalb kann dieser Empfang nicht zu Ende gehen, ohne daran zu erinnern, dass es ganz wesentlich die Standfestigkeit der NATO war, die zum Fall der Mauer und zum Sieg der Freiheit beigetragen hat.
 
Mehr als 20 Jahre sind seit diesen epochalen Veränderungen in Europa vergangen. Heute sind wir wieder Zeuge eines historischen Umbruchs, diesmal in der arabischen Welt. Der Gang der Ereignisse beider Entwicklungen ist historisch nicht einfach vergleichbar. Aber eines galt damals in Europa, wie es heute gilt, von Syrien bis Jemen, von Tunis bis Kairo: die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit, Menschenwürde, Selbstbestimmung – sie ist unser Antrieb. Die Kraft der Freiheit ist stärker als alle Unterdrückung. Ich habe es vor 21 Jahren am eigenen Leib erfahren dürfen.