Wir stellen uns als Bündnis den sicherheitspolitischen
Herausforderungen unserer Zeit nicht alleine, sondern gemeinsam mit
einer Vielzahl von Partnern. Das gilt zum Beispiel auch für
Abrüstung und Rüstungskontrolle, für die der begonnene
Überprüfungsprozess des NATO-Abschreckungssystems eine besondere
Rolle spielt. Das gilt gerade auch für die neuen globalen
Herausforderungen: Cyber-Sicherheit, Proliferation von
Massenvernichtungswaffen, Piraterie oder Terrorismus.
Meine Damen und Herren, dieser Empfang findet heute hier in
Berlin statt, in der Stadt, in der vor mehr als 21 Jahren die
Mauer fiel. Diese Mauer teilte die Stadt in menschenverachtender
Weise. Sie teilte Familien. Sie teilte ein Land. Sie teilte als
Eiserner Vorhang einen ganzen Kontinent. Nur wenige Meter von hier
steht das Brandenburger Tor. Dieses Brandenburger Tor und die
Berliner Mauer – sie waren Symbole der Teilung Deutschlands
und Europas während des Kalten Krieges. Das Brandenburger Tor ist
heute Symbol von Einheit und Freiheit unseres Kontinents. Deshalb
kann dieser Empfang nicht zu Ende gehen, ohne daran zu erinnern,
dass es ganz wesentlich die Standfestigkeit der NATO war, die zum
Fall der Mauer und zum Sieg der Freiheit beigetragen
hat.
Mehr als 20 Jahre sind seit diesen epochalen Veränderungen
in Europa vergangen. Heute sind wir wieder Zeuge eines historischen
Umbruchs, diesmal in der arabischen Welt. Der Gang der Ereignisse
beider Entwicklungen ist historisch nicht einfach vergleichbar.
Aber eines galt damals in Europa, wie es heute gilt, von Syrien bis
Jemen, von Tunis bis Kairo: die Sehnsucht der Menschen nach
Freiheit, Menschenwürde, Selbstbestimmung – sie ist unser
Antrieb. Die Kraft der Freiheit ist stärker als alle Unterdrückung.
Ich habe es vor 21 Jahren am eigenen Leib erfahren
dürfen.