Wir bleiben davon überzeugt, dass wir im Rahmen einer
verantwortungsbewussten Sicherheitspolitik, bei der die Risiken der
Zukunft sorgfältig abwogen werden, auf absehbare Zeit am Grundsatz
der nuklearen Abschreckung festhalten müssen. Dabei bedarf es
allerdings nicht mehr der heutigen riesigen Arsenale an
Nuklearwaffen, sondern nur des absolut Notwendigen, dessen
grundlegender Zweck rein defensiv und die Verhinderung von Krieg
ist.
Wir unterstützen die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen
den USA und Russland über die Verringerung ihrer strategischen
Nuklearpotentiale (START) und hoffen auf möglichst baldige,
greifbare Ergebnisse. Wir begrüßen auch das amerikanische
Engagement zur Ratifikation des Teststoppvertrages und für den
Beginn von Verhandlungen über das Produktionsverbot für spaltbares
Material für Atomwaffen. Und wir begrüßen die Bemühungen um die
Rettung des Systems zur Begrenzung der konventionellen Streitkräfte
in Europa. Der KSE-Vertrag bleibt Eckpfeiler der europäischen
Sicherheit. Wir wünschen, dass durch einen Dialog mit Russland die
Bedingungen für die Ratifizierung des angepassten KSE-Vertrags
geschaffen werden. Bei gutem Willen kann durch eine rasch
erreichbare Lösung des Transnistrien-Problems eine Verbesserung der
Verhandlungsatmosphäre geschaffen werden. Dann sind wir in
kürzester Zeit einem von der Allianz vertraglich verbürgten und
geltenden System konventioneller Rüstungsbegrenzung in Europa einen
bedeutenden Schritt nähergekommen - und damit einem System, das
auch für Russland ein Mehr an Sicherheit garantiert.
Die größte Herausforderung für das Nichtverbreitungsregime
droht durch das iranische Nuklearprogramm. Teheran spekuliert offen
darauf, dass die Welt seinem Treiben letztlich untätig zusieht. Wir
werden eine iranische Nuklearbombe nicht zulassen, weil dies eine
Bedrohung des Weltfriedens darstellen würde. Wir setzen auf eine
diplomatische Lösung. Und wir sind in Übereinstimmung mit dem
erwarteten Engagement der neuen amerikanischen Regierung bereit,
der iranischen Bedrohung mit einem Mehr an Dialog, aber auch - wenn
erforderlich - neuen sehr entschlossenen Sanktionen Einhalt zu
gebieten.